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Irrungen und Wirrungen

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Caterina (Alexandra Werner) und Franceschina (Christiane Jung) proben das neue Stück der Wanderbühne. (Foto: Heel)

Seit bald zehn Jahren treten die »Pampelmusen«, eine Traunsteiner Theatergruppe, regelmäßig in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS auf, um Jung und Alt mit ihren fantasievollen Stücken zu erfreuen. Mit der Verwechslungskomödie »Der Gauklerkönig« entführten sie dieses Jahr an vier Abenden in die Theaterwelt der Commedia dell’ arte des 16. Jahrhunderts, geschrieben, für die Bühne eingerichtet und inszeniert von Barbara Mende.


Schauplatz des Stücks war Venedig, wo die Wanderbühne der »Incomparabili« respektive Unvergleichlichen gerade ihre Zelte aufgeschlagen hat. Prinzipal der bunt gemischten Truppe ist der durchtriebene Baldassarre, der nebenher gern krumme Geschäfte betreibt und sich auch als Bader betätigt. Ihm zur Seite steht seine Schwester Zia Maria, der gute Geist der Truppe und gefragt, wenn es bei Reibereien zu vermitteln gilt. Und davon gibt es nicht wenige. So bedroht der so trinkfreudige wie notorisch eifersüchtige Bernardo jeden mit seinem Säbel, der seiner jungen, koketten Ehefrau Caterina zu nahe kommt.

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Eifersüchtig auf Caterina ist auch Franceschina, die Köchin der Truppe und Ex-Geliebte von Bernardo, entsprechend boshaft fallen ihre Bemerkungen bezüglich des Paars aus. Und dann kreuzt mit dem 14-jährigen Piero auch noch ein Taschendieb auf der Flucht vor seinem »Ausbilder«, dem Straßenräuber Matteo, bei den Schauspielern auf. Doch auf Fürsprache von Elena, der Enkelin Baldassarres, darf er sich bei der Truppe verstecken und wird zunächst als Bühnenhelfer eingesetzt.

Aber was für ein Stück soll gespielt werden? Auch da gehen die Meinungen auseinander. Soll es eine Tragödie sein oder doch lieber etwas Lustiges? Zia Maria schlägt eine Verwechslungskomödie vor, in deren Mittelpunkt Zwillingsbrüder stehen, die bei einem Schiffbruch getrennt werden. Der Prinzipal ist einverstanden, und so wird bald schon eifrig geprobt, wobei auch Piero, nun Marco genannt, als Schauspieler einspringen darf. Doch die anschließende Aufführung, sie will nicht so recht zünden!

Während der erste Akt des Stücks »Der Gauklerkönig«, in dem das leicht chaotische Innenleben der Truppe ausgebreitet wurde und sie beim Proben zeigte, pfiffige Unterhaltung bot, fiel der zweite Akt mit der Verwechslungskomödie leider ab. Ein Verwirrspiel, bei dem infolge der komplizierten Rollenverteilung und diversen Maskierungen rasch der Überblick schwand. Ein durchwachsenes Vergnügen also, das hinter dem zurückblieb, was die unvergleichlichen »Pampelmusen« in den zurückliegenden Jahren geboten haben.

Die dankbarste Rolle hatte dabei Dr. Christoph Jung, der anfangs als säbelrasselnder Bernardo schwer beschäftigt war, den Rabauken zu mimen. Spielfreudig agierten auch Gerhard Fischer als Prinzipal, Max Müller-Lönnies als Piero/Marco und Tobias Kraller als stets hungriger Diener Arlecchino. Bernardos Ehefrau Caterina/Rosalinde wurde von Alexandra Werner verkörpert, die eifersüchtige Franceschina/Colombina von Christiane Jung. Außerdem wirkten noch mit: Luisa Jung, Emilia Pertuch, Barbara Mende, Dr. Eva Weiß, Paul Clarke und Herbert Garnreiter. Wolfgang Schweiger