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Israel gewinnt ESC - Michael Schulte auf Platz vier

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ESC - Netta
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Netta zählte von Anfang an zu den Favoritinnen. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa
ESC - Michael Schulte
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Nach einer starken Performance landete Michael Schulte auf Platz vier. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa
ESC - Michael Schulte
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Emotionaler Song, starke Videos: Michael Schulte. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa
ESC - Sobral + Netta
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Vorjahressieger Salvador Sobral gratuliert seiner Nachfolgerin Netta. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa
ESC - Eleni Foureira
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Eleni Foureira (Zypern) lässt das Haar wehen und landet mit 436 Punkte auf Platz zwei. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa
ESC - Cesár Sampson
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Cesár Sampson ist nur knapp am Sieg vorbeigeschlittert. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa
ESC - Benjamin Ingrosso
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Benjamin Ingrosso (Schweden) hatte lange Zeit Chancen auf den Sieg. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa
ESC - SuRie
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Ein Mann (l) wird von der Bühne gedrängt, nachdem er der Sängerin SuRie das Mikrofon entrisssen hatte. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa
ESC - Barbara Schöneberger
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Barbara Schöneberger machte Stimmung auf der Reeperbahn. Foto: Markus Scholz Foto: dpa
ESC - Elina Nechayeva
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Estland drückt Elina Nechayeva («La forza») die Daumen. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa
ESC - Mélovin
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Die Flammen tanzen bei Mélovin (Ukraine). Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa
ESC - Michael Schulte
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Michael Schulte hat einen starken Auftritt hingelegt. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa
ESC - Netta
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Netta aus Israel triumphiert beim ESC. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa

Deutschland hat die Schmach der letzten Plätze beim Eurovision Song Contest überraschend wettgemacht. Und Israel gewinnt mit einem ungewöhnlichen Song. Nun wird der ESC 2019 voraussichtlich in Jerusalem stattfinden - das könnte noch für Diskussionen sorgen.


Lissabon (dpa) - Deutschland ist mit Michael Schulte beim Eurovision Song Contest überraschend auf dem vierten Platz gelandet und hat seine Serie von Misserfolgen bei dem Musikwettbewerb gestoppt. Israel holte mit der Sängerin Netta in der Nacht zum Sonntag den Sieg. 

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Es ist der vierte Triumph Israels in der Geschichte des ESC - zuletzt gewann vor 20 Jahren die Sängerin Dana International. Für Deutschland ist es die beste Platzierung seit Lenas Sieg vor acht Jahren. In den vergangenen drei Jahren landete die Bundesrepublik, die bisher zweimal gewann (2010 mit Lena und 1982 mit Nicole) stets ganz weit hinten. Den ESC gibt es seit 1956.

Auf Platz zwei hinter Israel kam in diesem Jahr Zypern (Eleni Foureira mit «Fuego»), gefolgt von Österreich (Cesár Sampson mit «Nobody But You»). Hinter Deutschland landete Italien (Ermal Meta & Fabrizio Moro mit «Non mi avete fatto niente») auf dem fünften Platz.

«Platz vier, oh mein Gott», sagte der norddeutsche Sänger Schulte zufrieden und strahlend im Anschluss zu Moderatorin Barbara Schöneberger im ARD-Fernsehen. «Das ist so verrückt.» Ungefähr 3000 Fans jubelten bei der deutschen ESC-Party auf der Hamburger Reeperbahn dem per Video live zugeschalteten Schulte begeistert zu.

Der 28-Jährige bekam für seinen Song «You let me walk alone», in dem es um den Tod seines Vaters geht, von Jurys und Publikum aller Teilnehmerländer insgesamt 340 Punkte.

«Ich hoffe, wir hören noch viel mehr von diesem sympathischen jungen Mann, der aus Schleswig-Holstein stammt», sagte Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien (CDU) am Sonntag. Schulte habe mit seinem Song viele Menschen in Europa berührt. «Ein authentischer Auftritt, ohne Show und Pomp. Und ein eindringlicher Text, über Familie, Bindung und Verlust, alles andere als banal», lobte die Ministerin. «Mein Glückwunsch.» Schulte verbrachte einen Teil seiner Kindheit in der gut 1000 Einwohner zählenden Gemeinde Dollerup bei Flensburg.

Heute lebt der 28-Jährige im niedersächsischen Buxtehude. Dollerups Bürgermeister Peter-Wilhelm Jacobsen war ob des Erfolgs ganz aus dem Häuschen. «Wahnsinn!!!», schrieb er auf der Internetseite von Dollerup. «Wir freuen uns über Deinen Erfolg und sind stolz auf Dich – super gemacht, Michael!»

Die Stadt Buxtehude will Schulte mit einem Empfang ehren. Der 28-Jährige solle sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen und sich womöglich auf dem Rathausbalkon zeigen, sagte Ralf Dessel von der Stadt Buxtehude. Der Empfang könne frühestens am Mittwoch veranstaltet werden, weil Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt zu Wochenanfang noch in Urlaub sei.

Zufrieden mit dem Finale zeigte sich auch ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber: «Das war ein schöner Abend für den Künstler, das Team und wie ich hoffe auch für die Fernsehzuschauer», sagte Schreiber am Sonntagmorgen.

«Für viele Kritiker mag das Ergebnis überraschend gewesen sein. Wir wussten, was wir auf die Bühne bringen wollen und haben an die Kraft des Künstlers und die Inszenierung geglaubt.» Auch mit den Marktanteilen sei er zufrieden. Die 3 Stunden und 50 Minuten lange Live-Übertragung verfolgten im Ersten 7,71 Millionen Zuschauer, weitere 0,50 Millionen auf dem ARD-Digitalsender One. Der Marktanteil lag bei zusammen 34,4 Prozent - gut jeder dritte Fernsehzuschauer um diese Zeit. In den Jahren 2010 und 2011 hatten allerdings noch 14,73 Millionen und 13,93 Millionen Zuschauer wissen wollen, wer im Finale das Rennen macht. «Wir müssen schauen, dass wir das Ergebnis in den nächsten Jahren stabilisieren», sagte Schreiber.

Die Siegerin Netta (25) aus Israel erhielt 529 Punkte. Ihr Lied «Toy», das Korea-Pop, Hip-Hop und orientalische Elemente mit Stimmeffekten und Gacker-Klängen verbindet, hat eine Botschaft vor allem an Frauen: Nehmt euch an, so wie ihr seid und seid stolz auf euch selbst. Ihr seid nicht das Spielzeug (toy) von Männern.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gratulierte zu ihrem Sieg. «Netta, du bist ein echter Schatz», schrieb er bei Twitter. «Du hast dem Staat Israel viel Ehre eingebracht! Nächstes Jahr in Jerusalem!» Das ist auch ein Politikum: Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine Hauptstadt. Dies ist international umstritten.

Im ESC-Finale konkurrierten 26 Länder mit ihren Kompositionen. Beim Auftritt der britischen Kandidatin SuRie stürmte ein Störer die Bühne und entriss der Sängerin das Mikrofon, er wurde von Sicherheitsleuten weggebracht. Die souverän weitersingende SuRie lehnte eine Wiederholung ihres Auftritts ab.

Insgesamt nahmen am ESC in diesem Jahr 43 Länder teil. 17 wurden in den beiden Semifinals am Dienstag und Donnerstag aussortiert. Die Zuschauer konnten wie immer über den Sieger mit abstimmen, jedoch nicht für die eigene Nation. Ihr Voting wurde ergänzt von nationalen Jurys. Die Punkte aus Deutschland gab Barbara Schöneberger bekannt - die Höchstwertung zwölf Punkte gab es für Schweden. In der Jury waren diesmal die zweimalige Grand-Prix-Teilnehmerin Mary Roos, die Sänger Max Giesinger und Mike Singer, die Songschreiberin Lotte sowie der Revolverheld-Manager Sascha Stadler.

Im vergangenen Jahr hatte der Portugiese Salvador Sobral mit dem stillen Lied «Amar pelos dois» gewonnen und so den Grand Prix in sein Heimatland geholt. Sobral, der im Dezember ein neues Herz transplantiert bekommen hat, trat bei der Show erstmals seit seiner schweren OP wieder im Fernsehen auf - als Pausen-Act.

Deutsche Website des ESC

Offizielles Video von Michael Schulte

Infos zu allen Teilnehmern

Salvador Sobral auf Facebook

Reihenfolge im Finale

Netta Barzilai: Extravagante Sängerin mit starker Stimme