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Foto: Symbolbild/Arne Dedert/dpa

Jahresergebnis mit deutlichem Überschuss: Gemeinderat zufrieden

Teisendorf – Gute Nachrichten hatte Kämmerin Maria Scheurl-Böhnlein bei der Vorstellung des Jahresabschlusses 2021 im Gemeinderat des Markts Teisendorf.


Die Ergebnisrechnung, die die realisierten Aufwendungen und Erträge umfasst, zeigt ein Plus von rund 3,3 Millionen Euro. Den rund 20,9 Millionen Erträgen (Einnahmen) stehen rund 17,6 Millionen Aufwendungen (Ausgaben) gegenüber. Das sind rund 1,75 Millionen mehr als ursprünglich geplant und elf Prozent oder rund 500.000 Euro mehr als in 2020. Der Jahresüberschuss wird den Rücklagen zugeführt und erhöht das Eigenkapital der Gemeinde auf rund 37 Millionen Euro. Zugleich wies die Kämmerin aber darauf hin, dass dieser Überschuss nicht in Geld vorhanden ist, sondern sich darin auch nicht zahlungswirksame Größen wie beispielsweise Abschreibungen, Zuführungen oder Auflösungen von Rücklagen und der Aufbau von Sonderposten darstellen. Dennoch ist dieser Wert ein Indikator für eine solide Haushaltsführung in der Gemeinde.

10,2 Millionen Euro an Steuereinnahmen

Die Erträge insgesamt sind um rund 2,4 Millionen Euro höher als im Vorjahr und um rund 2,3 Millionen Euro höher als für 2021 geplant. Die Steuereinnahmen betrugen rund 10,2 Millionen und sind damit gegenüber 2020 um rund 960.000 Euro oder 10,5 Prozent angestiegen. Im Vergleich zu den Einnahmen vor Corona beträgt die Steigerung rund 830.000 Euro (8,8 Prozent). Gegenüber der Planung für 2021 sind es Mehrerträge von rund 890.000 Euro (9,6).

Erfreulich ist die Entwicklung bei der Gewerbesteuer, die um rund 26 Prozent oder 570.000 Euro höher ist als geplant. Insgesamt wurden rund 2,77 Millionen Euro an Gewerbesteuern eingenommen. Die stärkste Erhöhung ist beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer festzustellen. Hier konnte gegenüber 2020 eine Erhöhung von 16,6 Prozent, also rund 740.000 Euro, auf 5,5 Millionen Euro verzeichnet werden. In Bezug auf die Haushaltsplanungen für 2021 gab es bei diesem Posten ein Plus von 227.000 Euro.

Der Anstieg bei der Grunderwerbssteuer auf jetzt rund 118.000 Euro, was einem Plus von rund 68.000 Euro gegenüber den Planungen entspricht, zeige, dass der Grundstücksmarkt in Teisendorf aktiv ist und erhebliche Werte veräußert werden. Die Kämmerin geht davon aus, dass sich die Grunderwerbssteuer in den nächsten Jahren auf einen Betrag zwischen 70.000 und 85.000 Euro einpendeln wird. Die Steuerquote, die angibt, zu welchem Teil sich die Kommune »selbst« finanzieren kann und nicht von staatlichen Zuwendungen abhängig ist, hat sich gegenüber dem Vorjahr nur wenig verändert und beträgt rund 49,5 Prozent.

Gegenüber dem Ansatz sind 2021 Mehrausgaben in Höhe von rund 543.000 Euro angefallen. Mit rund 6,8 Millionen lagen die Transferaufwendungen (Kreisumlage, Gewerbesteuerumlage Zuweisungen) um 14,41 Prozent über den Planansätzen. Allein die Zuführung zur Rückstellung für die Kreisumlage beträgt 4,7 Millionen Euro. Der Mehraufwand von rund 164.000 Euro bei den Personal- und Versorgungsaufwendungen ist vor allem auf die Aufstockung des Personals in der Kinderbetreuung zurückzuführen.

Projekte mussten verschoben werden

Die Investitionen konnten nicht wie geplant ausgeführt werden. Einige Projekte, wie beispielsweise der Kindergarten Mehring, mussten aufgrund der wirtschaftlichen Lage verschoben werden. Insgesamt wurden Investitionen für knapp zwei Millionen Euro getätigt. Vorgesehen waren im Haushaltsplan 7,3 Millionen Euro. Dennoch sei man nicht untätig gewesen, so Bürgermeister Thomas Gasser und nannte eine Reihe von Maßnahmen, die 2021 umgesetzt worden sind. Dazu gehören unter anderem die Übergangslösungen mit Containern für die Kinderbetreuung in Neukirchen und Mehring, die Breitbandanbindung der Schulen und die Fortführung des Breitbandausbaus in der Gemeinde, die Verbesserung der EDV-Ausstattung an den Schulen sowie neue Fahrzeuge für die Freiwilligen Feuerwehren.

Die geplanten Darlehen in Höhe von sechs Millionen Euro wurden nicht in Anspruch genommen. Es wurde nur ein kurzfristiges Liquiditätskredit in Höhe von 1,5 Millionen Euro gebraucht, der aber sofort zurückgezahlt wurde, als sich die finanzielle Situation der Gemeinde verbessert hat. Neben der Rückzahlung wurde eine Sondertilgung eines Darlehens in Höhe von 54.000 Euro getätigt. Der Schuldenstand der Gemeinde lag Ende 2021 bei knapp 2,1 Millionen, die Pro-Kopf-Verschuldung bei 223 Euro. Im Landkreisdurchschnitt liegt dieser bei 670 Euro.

Zufrieden mit dem Bericht zeigten sich alle Diskussionsteilnehmer, darunter die Fraktionsvorsitzenden Georg Quentin (SPD), Alois Stadler (CSU), Elisabeth Aschauer (Grüne) sowie zweite Bürgermeisterin Sabrina Stutz (FW). Sie dankten der Kämmerin und ihrem Team für die gute Arbeit und die übersichtliche Aufbereitung der Finanzdaten. Insgesamt war der Gemeinderat mit der Abwicklung der Finanzwirtschaft im Haushaltsjahr 2021 einverstanden. Die Entlastung zum Jahresabschluss wurde ohne Gegenstimmen gewährt.

kon