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Seit 45 Jahren Mitglied der Siedler- und Eigenheimervereinigung St. Georgen sind (von links) Erika Lichtenstein, Josef Obermaier und Maria Stitzl. Dazu gratulierten Landesvorstandsmitglied Georg Friedrich, Bürgermeister Hans-Peter Dangschat und Vorsitzender Georg Gröbner. (Foto: Mix)

Jahreshauptversammlung der Siedlervereinigung St. Georgen: »Keine Chance« auf ein Lichtsignal an Irsinger Straße

Traunreut – Die Siedler- und Eigenheimervereinigung St. Georgen befasst sich seit Jahren mit der Situation am Verkehrsknoten der St. Georgener Kreuzung. Auch bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Vereins beim Dorfwirt wurde die dortige Situation besprochen. Bürgermeister Hans-Peter Dangschat erklärte in Bezug auf den geplanten Ausbau der Bundesstraße 304: »Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass es nicht mehr den Willen gibt, diese Maßnahme umzusetzen.«


Bei der öffentlichen Vorstellung der Planungen für den Bauabschnitt II des Ausbaus sei angekündigt worden, dass die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren im Mai 2022 öffentlich ausgelegt werden und dann Betroffene ihre Einwände vorbringen können. Die Siedlervereinigung hat längst Einwände in Bezug auf die St. Georgener Kreuzung und den Radweg am Herrgottsberg formuliert und schriftlich festgehalten.

Doch die öffentliche Auslegung ist bis heute nicht erfolgt. Bürgermeister Dangschat hatte dazu eine ganz persönliche Meinung: »Man muss realistisch sein. Es wird ganz massiv zu Streichungen kommen müssen und es ist durchaus denkbar, dass dieser Ausbau nicht mehr kommt.« Denn um ein weiteres, dem Neun-Euro-Ticket ähnliches Angebot finanzieren und den öffentlichen Personennahverkehr wie gewollt stärken zu können, müssten Mittel, die für den Straßenausbau vorgesehen waren, umgeschichtet werden. Im Traunreuter Stadtrat sei man sich einig, dass eine Zustimmung zum Ausbau der Bundesstraße nicht gegeben werden kann, solange es für St. Georgen keinen Plan gibt. »Eine Lösung am Knoten St. Georgen ist Pflicht, darauf bestehen wir ganz klar«, sagte der Rathauschef.

Das unter anderem auch von der Siedlervereinigung schon mehrmals angesprochene zusätzliche Lichtsignal an der Kreuzung für alle Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung Irsing kommen, sei allerdings nicht realisierbar. »Es gibt keine Chance dafür. Es darf neben einer Lichtzeichenanlage der Bahn keine weiteren geben. Das ist Gesetz.«

Vorsitzender Georg Gröbner führte aus, dass während der Woche ab 5. September 2022, als die Brücke in Traunwalchen gesperrt war, die Kreuzung in St. Georgen stark belastet war. Durch die vielen Fahrzeuge, die von Hörpolding kommend auf der Rechtsabbiegespur nach Traunreut wollten, hätten Verkehrsteilnehmer von Stein kommend trotz grüner Ampel lange Zeit nicht nach Traunreut abbiegen können. »Sie blockierten damit wiederum die Verkehrsteilnehmer von Traunreut. Diese konnten nicht losfahren.« Laut Polizeistatistik habe es im Jahr 2020 an der Kreuzung insgesamt fünf Unfälle gegeben, wobei Blechschäden ohne Polizeiermittlung nicht enthalten sind. Ein Schwerverletzter und vier Leichtverletzte seien die Bilanz daraus.

Aktuell zählt der Verein 192 Mitglieder, informierte der Vorsitzende in seinem Bericht. Der Vorstand traf sich seit der letzten Jahreshauptversammlung dreimal und besprach dabei Themen wie den neuen Eigenheimer-Rechtsschutz, der seit Januar in der Mitgliedschaft enthalten ist, sowie die geplante Elementarschadenversicherung und die Grundsteuerreform. Noch bis 31. Oktober müssen alle Eigentümer von Grundstücken eine Grundsteuererklärung abgeben. Die Kommunen müssen dann die jeweiligen Hebesätze ermitteln und ab 2025 ist die neue Grundsteuer zu zahlen.

Bürgermeister Dangschat findet dieses Vorgehen »höchst ungut«. Die Zeitschiene sei problematisch und es werde mit der neuen Regelung aus Berlin die ganze Last den Kommunen auferlegt, die dann zu entscheiden haben, wie sie den Hebesatz ansetzen. »Im Moment ist es sehr fraglich, ob das Ganze überhaupt bis 2025 abzuschließen ist«, meinte das Stadtoberhaupt.

Mitglieder der Siedlervereinigung beteiligten sich auch 2022 an der Aktion »Sauberes Traunreut« und betreuen nach wie vor in den Sommermonaten regelmäßig die Grüngutcontainer in Stein, Fasanenjäger und St. Georgen. Ein Besucher der Versammlung regte an, dass jetzt im Herbst die Container nicht nur einmal im Monat, sondern alle zwei Wochen aufgestellt werden sollten, da in diesen Wochen in den Gärten besonders viel Grünabfall anfalle.

Georg Gröbner betonte, dass er bei den nächsten Wahlen in zwei Jahren nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung stehen werde. Auch ist die Position des zweiten Vorsitzenden nach wie vor unbesetzt und es würden dringend Ehrenamtliche für die Mitarbeit im Vorstand gesucht.

Bei der Versammlung wurden langjährige Mitglieder geehrt. 25 Jahre dabei sind Peter und Marianne Magg, Christian Bernhofer sowie Rosemarie Aufschläger und Elisabeth Mittermeier. 40 Jahre Mitglied sind Peter und Juliane Huber. 45 Jahre sind es bei Maria Stitzl, Josef Obermaier und Erika Lichtenstein.

Georg Friedrich, Mitglied des Landesvorstands, sprach über aktuelle Themen im Vorstand des Eigenheimerverbands Bayern. Er berichtete über die »Sanierungspflichten für neue Hausbesitzer«. Bei einem Eigentümerwechsel müssten Altbauten innerhalb einer Frist von zwei Jahren so überholt werden, dass sie modernen energetischen Anforderungen genügen. Wolfgang Kuhn, Präsident des Eigenheimerverbands, habe laut Friedrich die Bundesregierung aufgefordert, die Förderung klimafreundlicher Gebäude mit verfügbaren Mitteln aufzustocken und eine klare Linie für Eigentümer zu finden, deren Gebäudebestand mit mehr als 20 Millionen Objekten in Deutschland zum Erreichen der Klimaziele beisteuern könne.

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