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Jahreskonzert des Männerchors Grabenstätt

4.5
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Grabenstätt
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Nach allen Regeln der Kunst unterhielt der Männerchor Grabenstätt das Publikum beim Jahreskonzert in der Schlossökonomie. Bereichert wurde der Abend vom zünftigen Waginger Musikanten-Duo Huber und Sprecher Gustl Lex. (Foto: Müller)

Grabenstätt – 150 Besucher genossen beim Jahreskonzert des Männerchors Grabenstätt die Gesangskünste der stimmgewaltigen Männer von Chorleiter Martin Lex. »Glück auf zur guatn Stund« hatte man zum Auftakt zum Besten gegeben und genau unter diesem Motto stand auch der kurzweilige Abend im voll besetzten Schlossökonomiesaal. Seit 1982 gibt es bereits den weithin bekannten Männerchor und unzählige Zuhörer hat man seit 1987 auch bei den Jahreskonzerten beglückt, doch ausruhen will man sich auf diesen Erfolgen nicht. Es gilt den hohen Erwartungen weiterhin gerecht zu werden und so hat man heuer Neues einstudiert und das breite Repertoire um rhythmische Elemente und moderne Klänge erweitert.


Dazu zählen auch der legendäre Schlager »Mit 66 Jahren« von Udo Jürgens und die alpine Rockballade »Amoi seg'ma uns wieder« des österreichischen Volks-Rock-'n'-Rollers Andreas Gabalier, mit denen man beim Jahreskonzert für Begeisterung sorgte. Zu Letzterem steuerte Dr. Gregor Sigl ein erstes klangvolles Solo bei. Auch wenn sich mit Sigl, Michael Lex und Sebastian Veres der Altersdurchschnitt des Männerchors in den vergangenen Jahren verjüngt hat, suche man weiterhin nach jüngeren Sängern, betonte Männerchor-Vorstand, Sänger und Sprecher Gustl Lex. Die donnerstäglichen Probenabende im Vereinsheim seien eine Wohltat für Körper, Geist und Seele.

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Lex war mit seinen hintergründigen Geschichten und lustigen Anekdoten immer dann an der Reihe, wenn sich die Chorsänger und das großartige Waginger Musikanten-Duo Huber – Sabine Huber (Zither und Gitarre) und Georg Huber (Gitarre, Kontragitarre und Maultrommel) – eine Verschnaufpause gönnten.

Es sei für alle Menschen wichtig, zu wissen, »wo die eigene Heimat ist und wo man seine Wurzeln hat«, hatte Lex angemerkt, bevor man das einprägsame Lied »Wissts wo mei Hoamat is« intonierte. Doch auch in der eigenen Heimat gab und gibt es beizeiten schwierige Zeiten zu überstehen und große Probleme zu meistern. So sei es Lex zufolge vor genau 100 Jahren in Grabenstätt zu einer Katastrophe gekommen. Die wenige Jahre zuvor noch florierende Schlossbrauerei, die in ihrer Hochphase bis zu 59 Wirtshäuser, darunter sogar eines in der Bierstadt Traunstein belieferte, musste infolge der Weltkriegswirren zusperren. Viele Grabenstätter verloren dadurch ihren Arbeitsplatz und ein sicheres Einkommen. Schon bei den verheerenden Dorfbränden von 1834 und 1862 sei das Schloss schwer in Mitleidenschaft gezogen worden und mit ihm weite Teile des Dorfes ein Raub der Flammen geworden, so Lex.

Schon lange bevor man die Freundschaft mit der Pfälzer Partnergemeinde Meckenheim vor 51 Jahren schloss, wussten die Grabenstätter neben dem Gerstensaft auch den Wein zu schätzen. Auch der Männerchor ist dem edlen Traubensaft alles andere als abgeneigt, was man auch an der Vielzahl seiner Weinlieder ablesen kann. Dieses Mal entschied man sich für das Tafellied und das Lied »Gesellige Runde«, mit denen es feucht-fröhlich in die Pause ging. Die Männerchorfrauen übernahmen dort die gerne Bewirtung.

Nach einem zünftigen Jodler unternahm man mit dem Lied »In die Berg bin I gern« und dem Ohrwurm »Sierre Madre« einen Ausflug in luftige Höhen. Auch das Liebeslied »Bist du net bei mir« und der Austria-Hit »Heast as nit wia die Zeit vergeht (…)« von Hubert von Goisern durften an diesem Abend nicht fehlen und trugen ihren Teil dazu bei, dass die Zeit wie im Flug verging. Als passende Zugabe erklatschten sich die begeisterten Besucher noch das Lied »Fahr ma hoam«.

Ein Wiedersehen mit dem Männerchor gibt es nicht erst bei den traditionellen Schlossserenaden im kommenden Sommer, sondern schon am 25. Dezember um 19.30 Uhr bei einem besinnlichen Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche St. Maximilian. mmü