weather-image

Jahrestag des Mauerbaus: Erinnerung an die Opfer

Berlin (dpa) - Am 51. Jahrestag des Mauerbaus ist in Berlin an die Opfer des DDR-Grenzwalls erinnert worden. Bei einer Andacht auf dem früheren Todesstreifen sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), der 13. August erinnere an die Verantwortung der Deutschen für die Menschenrechte.

Denkmal
Denkmal für die Opfer der Mauer an der Straße des 17. Juni in Berlin. Vor 51 Jahren begannen Arbeiter der DDR mit dem Bau der Berliner Mauer. Foto: Robert Schlesinger Foto: dpa
Grenzturm
Der Versuch, das "Paradies der Werktätigen" zu verlassen, war lebensgefährlich. Letztes Opfer der DDR-Grenzer wurde 1989 der 20-jährige Chris Gueffroy. Foto: Jan-Peter Kasper Foto: dpa
DDR-Grenzstein
Blick auf einen DDR-Grenzstein. Allein an der Berliner Mauer starben mindestens 136 Menschen. Foto: Hendrik Schmidt Foto: dpa
Rose
Eine Rose zum Gedenken: Das tödliche Grenzsystem der DDR war für zahllose Tragödien verantwortlich. Foto: Maurizio Gambarini Foto: dpa
Mauerbau
Arbeiter erhöhen die Sektorensperre an der Bernauer Straße in Berlin im August 1961. Foto: dpa/Archiv Foto: dpa
Peter-Fechter-Denkmal
Blumen und Kränze am Peter-Fechter-Denkmal in der Zimmerstraße in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini Foto: dpa

Der Tag sei auch Mahnung, sich gegen heutige Mauern wie die Ausgrenzung von Minderheiten einzusetzen.

Anzeige

Regierungssprecher Steffen Seibert hob hervor, Generationen von Deutschen hätten unter der Teilung gelitten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüße ausdrücklich ein neues Forschungsprojekt, das die Zahl der Toten an der innerdeutschen Grenze klären soll. Löning und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) legten an der Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Straße Kränze nieder.

Die Spitze der Linkspartei verurteilte den Mauerbau. «Wir haben die klare Auffassung, dass der demokratische Sozialismus Mehrheiten braucht, keine Mauern», sagte Parteichef Bernd Riexinger in Berlin. «Die Partei hat sich ganz klar vom Mauerbau und dem damit verbundenen Unrecht distanziert.»

Indes zeichnete sich ein Konsens ab, in Berlin eine Straße nach dem Maueropfer Peter Fechter zu benennen. Der 18-Jährige wurde bei einem Fluchtversuch am 17. August 1962 von DDR-Grenzsoldaten angeschossen und verblutete hilflos im Todesstreifen.

Der Senat unterstütze die Idee, sagte Senatssprecher Richard Meng der «Berliner Morgenpost». «Wenn es die Möglichkeit gibt, eine Straße nach Peter Fechter zu benennen, wäre das in unserem Sinne.» Zudem sei Innensenator Frank Henkel (CDU) dafür, so die Zeitung. Auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hatte dafür plädiert.

Die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft erklärte, eine Ehrung für Peter Fechter könnte nur der Anfang sein. Noch immer gebe es Straßen in Deutschland nach früheren SED-Größen. Auch die Vereinigung 17. Juni 1953 sprach von einer überfälligen Ehrung. Am Fechter-Mahnmal in der Zimmerstraße, wo der junge Flüchtling vor 50 Jahren starb, wurden am Montag Blumen niedergelegt.

Am 13. August 1961 begann unter Walter Ulbricht der Mauerbau. Mit dem rund 155 Kilometer langen Bollwerk wurde die deutsche Teilung zementiert, die erst mehr als 28 Jahre später mit dem Mauerfall am 9. November 1989 zu Ende ging. An der Berliner Mauer starben nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 136 Menschen. Über die Anzahl der Toten an der gesamten innerdeutschen Grenze gibt es unterschiedliche Angaben.

Mauer-Gedenkstätte