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James Taylor singt die Lieder seiner Kindheit

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James Taylor
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James Taylor lässt die Zeit Revue passieren. Foto: Norman Seeff/dpa Foto: dpa

Auf seinem 20. Studioalbum »American Standard« covert US-Sänger James Taylor die Musik aus der Plattensammlung seiner Eltern - darunter Jazz- und Musicalklassiker aus den 20er bis 60er Jahren.


London (dpa) - Eigentlich sieht sich der US-Songwriter und Sänger James Taylor (»You've Got A Friend«) nicht als Nostalgiker. Das Alter verleite aber zur Nostalgie, sagt der 71-Jährige jetzt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in London.

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Auf seinem neuen Album »American Standard« hat Taylor 14 Songs der 20er bis 60er Jahre aufgenommen, die seine Kindheit und Jugend prägten. Darunter sind Jazzklassiker wie »God Bless The Child« von Billie Holiday oder Shownummern wie »Sit Down, You’re Rockin' The Boat« aus dem Musical »Guys And Dolls«.

Die Idee ist nicht neu, viele andere Musiker haben solche Alben schon veröffentlicht. »Man muss also etwas Neues und Einzigartiges einbringen«, so Taylor. »Manchmal reicht die Stimme aus. Wenn Rod Stewart diese Lieder singt, ist das neu genug, einzigartig genug.«

Taylor machte sein »American Standard« zu einem Gitarrenalbum. »Ohne Klavier, ohne Orchester, das ist das Besondere daran«, erklärt er voller Enthusiasmus. »Mit einem weiteren Gitarristen spiele ich Songs, die ich schon mein ganzes Leben lang kenne, und die auf der Gitarre zu spielen ich zum Teil vor 50 Jahren gelernt habe.«

Dafür rekrutierte er unter anderem den Gitarristen John Pizzarelli und seinen langjährigen Weggefährten, den Produzenten Dave O'Donnell. »Ich habe meine musikalische Gemeinde gefragt - ein Solo hier, ein Gesangspart dort - die Leute mit denen ich immer arbeite«, erzählt Taylor. Bei »The Surrey With The Fringe On Top« aus dem Musical »Oklahoma!« (1943) singt seine Ehefrau Caroline mit.

Einige von Taylors größten Hits waren Coverversionen, darunter das ursprünglich von Marvin Gaye gesungene »How Sweet It Is (To Be Loved By You)« oder Carole Kings »You've Got A Friend«. Ähnlich macht sich Taylor auch die Musik auf seinem 20. Studioalbum zu eigen. Er habe den »musikalischen James-Taylor-Prozess« angewendet, sagt der fünffache Grammy-Gewinner.

Nur bei Henry Mancinis »Moon River« ist das gewöhnungsbedürftig. Ansonsten klingt »American Standard« mal melancholisch, mal beschwingt und meistens schön entspannt - wie ein typisches James-Taylor-Album eben.

Website James Taylor

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