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»Je schneller es geht, desto besser ist es«

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Das Bildungszentrum in Seiboldsdorf ist zu klein. Einen Neubau, der den alten Standort ergänzt, möchte die Handwerkskammer für München und Oberbayern auf dem »Campus Berufliche Bildung Chiemgau« errichten, den der Landkreis am Bahnhof in Traunstein plant. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Handwerkskammer für München und Oberbayern will so bald wie möglich in Traunstein einen zweiten Standort errichten. Der Grund: Im Bildungszentrum, das sie in Seiboldsdorf unterhält, herrscht Enge. Eine Akademie möchte sie auf dem »Campus Berufliche Bildung Chiemgau« schaffen, der am Bahnhof geplant ist. »Je schneller es geht, desto besser ist es«, sagt Präsident Franz Xaver Peteranderl, im Gespräch mit der Redaktion des Traunsteiner Tagblatts. Er hofft, »dass der Grundstückserwerb schnellstmöglich erfolgen kann« und die Baumaßnahmen »in den nächsten zwei bis drei Jahren beginnen können«.


»Wir wollen möglichst attraktive Angebote machen, damit die jungen Leute sehen, welche Chancen sie im Handwerk haben«, betont Peteranderl. Ein Studium sei »nicht alles«, was sie machen können. »Das Handwerk hat Zukunft.«

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Neben den Gleisen der Eisenbahnlinie München-Salzburg plant der Landkreis Traunstein einen »Campus Berufliche Bildung Chiemgau«. Nachdem er Ende März den Startschuss für den Aufbau gegeben hat, möchte er jetzt die Grundstücke kaufen, die er für die Verwirklichung des Vorhabens benötigt. Wenn er dann den Grund und Boden wie gewünscht erhält, will er einen Teil an die Handwerkskammer abgeben. Und die Körperschaft des öffentlichen Rechts, die ihren Sitz in München hat, errichtet dort dann einen Neubau – so weit die Planungen unter den Partnern, die den Campus gemeinsam aus der Taufe heben wollen. Mit im Boot sitzt auch die Technische Hochschule Rosenheim (wir berichteten).

Das Bildungszentrum in Seiboldsdorf bietet seit 1983 überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen im Handwerk sowie Fort- und Weiterbildungen für klein- und mittelständische Unternehmen an. Angefangen vom Zimmerer und Maurer über den Kfz-Mechaniker und den Bürokaufmann bis hin zum Spengler und Maler erhalten die Handwerker Schulungen in den Praxisräumen und Werkstätten.

Erweiterungsbedarf in mehreren Bereichen

»Das Bildungszentrum in Seiboldsdorf ist zu klein«, beschreibt Dr. Frank Hüpers, der Hauptgschäftsführer der Handwerkskammer, die Lage. »Wir müssen etwas tun.« Erweiterungsbedarf bestehe »in verschiedenen Bereichen«. Als Beispiele nennt er unter anderem die Bereiche Sanitär, Heizung und Klima, Kraftfahrzeuge wie auch die Werkstätten für die Metallarbeiter und Schweißer.

Schon seit rund zwei Jahren setze sich die Handwerkskammer eine Erweiterung zum Ziel. Vergeblich habe sie versucht, in Seiboldsdorf Grund und Boden zu bekommen, um den Standort zu vergrößern. Und weil vor Ort keine Erweiterung möglich sei, fokussiere sich die Kammer nun auf einen Neubau auf dem Campus.

Anfänglich hatte die Kammer mit dem Gedanken gespielt, das gesamte Bildungszentrum in Seiboldsdorf an den neuen Standort am Bahnhof – die Rede ist von einer Handwerksakademie – zu verlagern. Dann jedoch habe sich gezeigt, so der Hauptgeschäftsführer, dass sie so ein großes Grundstück, wie sie es für eine Verwirklichung dieses Vorhabens gebraucht hätte, nicht bekommen wird. So habe die Kammer ihre Planung geändert: Das alte Standbein in Seiboldsdorf bleibe bestehen, ein neues am Bahnhof in Traunstein komme hinzu.

Wie viel Fläche das Bildungszentrum auf dem Campus benötigt, lässt die Handwerkskammer fürs Erste offen. So teilt sie lediglich mit, dass sich das Bildungszentrum in Seiboldsdorf über eine Fläche von etwa 15 500 Quadratmetern erstrecke. Und Hüpers weiter: »Der eigentliche Bedarf liegt darüber und hängt letztlich auch von der konkreten Bauplanung ab. Ob diese Fläche auf dem Bildungscampus Chiemgau zur Verfügung stehen würde, lässt sich derzeit aber noch nicht sagen.«

Weil Handlungsbedarf besteht, will die Handwerkskammer zügig an einen Neubau auf dem Campus gehen. Wann sie jedoch loslegen kann, liegt nicht in ihren Händen. Trotzdem nimmt sie das Projekt jetzt schon einmal ins Visier. Präsident Peteranderl hofft, dass sich der neue Standort zügig verwirklichen lässt. Über den Daumen gepeilt rechnet er damit, dass etwa ein Jahr verstreichen werde, bis die Förderanträge gestellt und dann vor allem bewilligt sind. Die Planung werde voraussichtlich ein halbes und der Bau schließlich ein ganzes Jahr in Anspruch nehmen. pü