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Theatergruppe der Rettenbacher Trachtler bietet mit Dreiakter allerbeste Unterhaltung – Weitere Vorstellungen am Freitag und Samstag

Jeden Tag das Gleiche – nicht nur Breznknödel

Traunstein – Zugegeben: Menschen, die des Bayerischen nicht mächtig sind, müssen sich ganz schön anstrengen, um die Feinheiten der oft derben Dialoge zu verstehen.

Der arme Heimatromanautor Ignaz Igel (Albert Parzinger, links) im Gespräch mit dem Nichtstuer Fips (Simon Schreiber) und dem Rosserer Flori (Rainer Geppert) sowie seiner Hauserin Emerenz (Annelies Ober) und seiner bissigen Tochter Hanni (Lisa Ober).

Aber auch sie haben ihr helles Vergnügen an dem ländlichen Schwank von Ralph Wallner mit dem Titel »Breznknödl-Deschawü«. Der Dreiakter, den die Theatergruppe des Trachtenvereins »Eschenwald« Rettenbach aufführt, löste nicht nur beim Premierenpublikum im vollbesetzten Saal des Gasthauses Jobst eine Lachsalve nach der anderen aus; auch bei den beiden folgenden Vorstellungen waren die Besucher begeistert.

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Für Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr gibt es noch Restkarten. Die Eintönigkeit des Alltags und des Speisezettels – tagtäglich Breznknödl auf dem Teller – treibt Romanschreiberling Ignaz Igel fast zum Wahnsinn. Dazu jeden Tag die gleichen Personen aus dem Dorf, die täglich die gleichen Fragen stellen. Der Ignaz lehnt die Heiratspläne seiner ziemlich »hantigen« Tochter ebenso vehement ab wie die Pläne des Bürgermeisters, der seine Wiese kaufen will. Bildet sich der Ignaz die täglich wiederkehrende Monotonie des Alltags nur ein? Oder versucht man bewusst, ihn in den Wahnsinn zu treiben?

Die Hauptrolle spielt Albert Parzinger, unübertroffen in Mimik, Gestik und Sprache. Seine Hauserin Emerenz, köstlich dargestellt von Annelies Ober, serviert nicht nur täglich die Breznknödel mit Bratensoße, sondern »würzt« sie auch mit dem, was ihr hartnäckiger Schnupfen beim Niesen aus der Nase treibt – nichts für Feinschmecker! Des armen Poeten Tochter Hanni wird gekonnt von Lisa Ober gespielt, deren kratzbürstige Art ihre Verehrer nicht abschreckt.

Simon Schreiber brilliert als Fips, ein sympathischer Lausbub und Nichtstuer. Rainer Geppert, der wie alle anderen Darsteller zum »festen Inventar« der Theatergruppe zählt, mimt perfekt den reichen Rosserer Flori, der es auf die Hanni abgesehen hat. Heinrich Jobst verkörpert gekonnt den habgierigen Bierbrauer und Bürgermeister Hopfmoser, der es auf die Wiese des Schriftstellers abgesehen hat.

Karten für die Vorstellungen am Freitag und Samstag gibt es bei Konrad und Rosi Jobst, Telefon 0861/12 868. -K.O.-