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»Jedes Kind kommt unter«

Berchtesgaden – Ab August besteht der Rechtsanspruch für einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige. Ausreichend Möglichkeiten, Kinder zu betreuen, soll es im Talkessel aber in jedem Fall geben.

Bis 2014 soll der Kindergarten in Berchtesgaden erweitert werden. Ausreichend Betreuungsmöglichkeiten gibt es für Kinder aber auch schon zuvor. Foto: Anzeiger/Pfeiffer

Im vergangenen Jahr habe es keinen Bedarf für zusätzliche Plätze gegeben, heuer sei dieser aber da, meint Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Das bedeutet, dass sowohl Kindergarten als auch Kinderkrippe erweitert werden müssen (wir berichteten). Bis September 2014 ist dann alles fertig.

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Aber auch jetzt müssen sich Eltern keine allzu großen Sorgen machen, dass ihre Kinder ohne gesetzlich zugesprochenem Platz dastehen: »Wir werden für jedes Kind einen Betreuungsplatz anbieten können«, weiß Rasp. Allerdings muss man mit Einschränkungen rechnen. So könne es sein, dass etwa der Wunschzeitraum, beispielsweise die Vormittagsbetreuung, nicht möglich ist. Nicht alle Eltern dürften sich damit zufrieden geben. Die bayerischen Kommunen »warten mit Spannung auf die ersten Prozesse«, wie Rasp sagt. Dass prozessiert werden wird, scheint so gut wie ausgemacht, da bundesweit nicht garantiert ist, dass alle, die unter drei Jahre alt sind, einen Kinderkrippen- beziehungsweise Kindergartenplatz bekommen werden. Der Bedarf in den Gemeinden Schönau am Königssee, Ramsau, Marktschellenberg und Bischofswiesen ist hingegen gedeckt. Die Gemeinden hatten im Vorfeld ihre Kindergärten erweitert beziehungsweise Möglichkeiten geschaffen, Plätze in ausreichender Anzahl zur Verfügung zu haben.

Der Rechtsanspruch besteht im Übrigen nicht gegenüber der Kommune, sondern gegenüber dem Landkreis. Dieser muss nachweisen, dass es ausreichend Kindergärten, -krippen sowie Tagesmütter gibt, die zur Betreuung zur Verfügung stehen. Ein Sprecher des Landratsamts Berchtesgadener Land bestätigte gegenüber der Heimatzeitung, dass »die Situation im Landkreis gut aussieht«, was die Anzahl an Betreuungsplatzmöglichkeiten angeht. Ein zusätzlicher Bedarf existiere derzeit nicht.

Aktuell gibt es im Landkreis 41 Kindergärten, 14 Kinderkrippen und 18 Tagespflegeeinrichtungen – sowie mehrere Tagesmütter. Neben den kommunalen Einrichtungen können Eltern auch ihre Kinder selbstständig betreuen – Betreuungsgeld inklusive. Dass dies aber nur von einer überschaubaren Anzahl an Eltern genutzt werden dürfte, ist unter Fachleuten sicher. Kilian Pfeiffer