Jennerbahn seit Samstag wieder in Betrieb

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Am Freitagabend fuhr die Jennerbahn im Testbetrieb – ohne Gäste. (Foto: Kilian Pfeiffer)

Schönau am Königssee – Nach dem einstündigen Stillstand der Jennerbahn am Freitagnachmittag fahren die Gondeln seit Samstag wieder in gewohnter Geschwindigkeit. Geduld beweisen mussten rund 200 Fahrgäste, die in ihren Gondeln rund eine Stunde festsaßen, ehe der Notantrieb aktiviert wurde. »Wir hatten einen technischen Defekt, dessen Ursache noch ungeklärt ist«, sagt Vorstandsvorsitzender Thomas Hettegger. Zwar wurde die Bergwacht alarmiert – »aber nur zur Vorsicht«, so Hettegger.


In den sozialen Netzwerken hatte sich die Nachricht vom Jennerbahn-Stillstand schnell herumgesprochen: »Was ist mit der Jennerbahn los«, fragte ein Facebook-Nutzer. »Seit fast zwei Stunden steht sie.« Am Freitag hatten Hunderte Gäste das schöne Wetter ausgekostet, waren mit der Bahn gefahren, um auf den 1800 Meter hohen Jenner zu gelangen. Maximal schafft die drei Jahre alte Bahn 1600 Personen pro Stunde.

Laut Hettegger waren zum Zeitpunkt, als nichts mehr ging, etwa 200 Personen in den Gondeln. Sofort hätten die Techniker reagiert, nach den Ursachen geforscht. Viele der Mitfahrer riefen per Smartphone an der Jennerbahn-Talstation an. Per Lautsprecher wurden die Gondelinsassen beruhigt, »die Leute hatten keine Panik«, versichert Hettegger. Mehrere Sicherungen waren an den Gondelstützen gefallen, mussten gleich am Freitagabend noch getauscht werden. »Wir müssen den technischen Defekt in den kommenden Tagen evaluieren«, sagt der 40-Jährige. Noch am Freitag wurde die Bahn im Testbetrieb durchgecheckt.

Über eine Stunde standen 60 Zehner-Kabinen, heißt es von den Verantwortlichen. »Wir haben auf Notantrieb per Dieselaggregat umstellen müssen«, sagt Hettegger. Der Behelfsmotor funktioniert unabhängig von der Stromversorgung. »Die Inbetriebnahme kann aber manchmal etwas dauern.« Die Bergwacht, die vorsichtshalber informiert worden war, musste zu keinem Zeitpunkt in Aktion treten, eine Evakuierung aus den Gondeln fand nicht statt.

Als der Notantrieb die Kabinen wieder in Gang setzte, wurden diese »in reduzierter Geschwindigkeit« zur Tal- und zur Mittelstation befördert. »Wir hatten mehrere heimische Busunternehmen angerufen, die unsere Gäste abholen sollten«, sagt Hettegger. Mittels Bussen wurden die Fahrgäste vom Hinterbrandparkplatz ins Tal gebracht oder direkt nach Hause gefahren. Alle Fahrgäste erhielten laut Hettegger das Geld für die Fahrkarten zurück.

Obwohl kein Fahrgast zu Schaden kam, müsse man vorsichtig sein: »Wir wissen, wie schnell sich Gerüchte im Berchtesgadener Talkessel herumsprechen«, sagt Thomas Hettegger. Technische Defekte können bei Bergbahnen aber nie ausgeschlossen werden. »Die Leute sind in ihren Gondeln auch bei einem Stillstand sicher«, sagt der Vorstandsvorsitzende.

Kilian Pfeiffer