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Jennerbahn-Betriebsleiter Wilfried Däuber über die Bauarbeiten am Krautkaser – Anlage solle Mitte Dezember in Betrieb gehen

Schönau am Königssee – Betrachtet vom Tal aus den Krautkaserhang, dann sieht man gewaltige Erdbewegungen. Dies war Anlass den Hang zu inspizieren, den Stand der Arbeiten zu sehen und ein Gespräch mit Jennerbahn-Betriebsleiter Wilfried Däuber zu führen. Dabei kam heraus, dass die Arbeiten genau im Zeitplan liegen und sich die Skiläufer auf den nächsten Winter mit einer neuen Sesselbahn und schönen Abfahrtsführungen freuen dürfen. Eine Wiederaufnahme in den Weltcupkalender hält Däuber, der auch Technisch Delegierter im Internationalen Skiverband (FIS) ist, für ausgeschlossen.

Die komplette Sessellift-Anlage liegt bereits am Krautkaser und an Hinterbrand zum Aufbau bereit.

Herr Däuber, wie weit sind die Arbeiten am Krautkaser, sind Sie im Zeitplan?

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Wilfried Däuber: Es sind täglich etwa 25 Personen im Einsatz. Derzeit sind wir auf den Tag genau im Plan. Probleme haben wir bisher keine.

Es sind beim Bau nicht nur auswärtige Firmen, sondern auch mehrere Berchtesgadener Handwerks- oder Baggerbetriebe am Jenner im Einsatz.

Däuber: Die Arbeiten am Krautkaser mussten wegen der Förderung durch Bund, Land und der Gemeinde Schönau am Königssee EU-weit ausgeschrieben werden. Den Zuschlag für die Seilbahn bekam eine Firma aus Italien. Den Erdbau und Baumeisterarbeiten verrichtet ein Unternehmen aus Österreich. Für die Beschneiung bekam ebenfalls ein Fachbetrieb aus Italien den Zuschlag. Die Pumpstation schließlich fertigt eine Firma aus Österreich. Diese Firmen bedienen sich verschiedener Subunternehmer, die auch aus dem Talkessel kommen und somit auch Wertschöpfung im Talkessel generiert wird.

Bei derartigen großflächigen Erdarbeiten wird man doch sicher genau kontrolliert.

Däuber: Natürlich finden derartige Vorhaben in ganz enger Abstimmung mit der ökologischen Bauaufsicht statt, die uns mehrfach unter der Woche besucht. Sensible Bereiche sind eingezäunt und dürfen nicht beschädigt, beziehungsweise befahren werden.

Wann wird der neue Sessellift und die Krautkaserabfahrt eröffnet?

Däuber: Die Betriebsgenehmigung für die Seilbahn sollte bis Ende Oktober erteilt sein. Ich rechne mit der Inbetriebnahme der kompletten Anlage ab Mitte Dezember. Die Inbetriebnahme erfolgt in Stufen. Zunächst findet die Grundbeschneiung statt und dann werden die Sonderflächen beschneit. Das erste Jahr wird sicher ein Jahr werden, um Erfahrung zu sammeln.

In Zukunft werden nicht nur Alpine, sondern auch Skicrosser, Freerider und Snowboarder am Krautkaser trainieren. - Bleibt da noch die Möglichkeit den schönen Krautkaserhang auch als Individualskiläufer zu befahren?

Däuber: Wir gehen davon aus, dass die Sesselbahn unter zehn Prozent von den Sportlern genützt wird und über 90 Prozent von Touristen. Der Krautkaserhang wird zu 60 Prozent der Skitage für die Sportler genutzt und zu 40 Prozent für den touristischen Skilauf.

Der alpine Ski-Weltcup feierte 1967 am Jenner seine Geburtsstunde. Seit 1986 ist es mit den Weltcups am Jenner vorbei. Der Götschen ist als Weltcuport auch nicht mehr im Kalender des Internationalen Skiverbandes. Gibt es den Gedanken an eine Fortsetzung der großen Tradition des Weltcups am Jenner?

Däuber: Wir gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Wettkämpfe am Jenner nur gering steigern wird.

Eine schon seit langer Zeit diskutierte Jenner-Abfahrtsstrecke würde die »Streif« in Kitzbühel wohl in den Schatten stellen.

Däuber: Diese Strecke würde Kitzbühel übertreffen, aber ich glaube nicht, dass wir den Bau noch erleben werden. Christian Wechslinger