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Jennerbahn-Projekt startet mit zwölf Spatenstichen

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Der Jennerbahnbau hat nun endgültig begonnen: Zwölf Herren gaben gestern mit dem ersten Spatenstich den Startschuss für das 47-Millionen-Euro-Projekt. (Fotos: Kastner)
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Die letzten Reste der alten Talstation werden bald entfernt sein.

Schönau am Königssee – Alle strahlten sie am Dienstag um die Wette: die Sonne am Himmel und die am Neubau der Jennerbahn Beteiligten auf der Erde.


Der erste Spatenstich für das mittlerweile auf 47 Millionen Euro angewachsene Großprojekt im Bereich der alten und neuen Talstation war für Bürgermeister Hannes Rasp aus Schönau am Königssee nach eigenen Worten »der schönste Tag« in seiner bislang dreijährigen Amtszeit. Für die musikalische Umrahmung sorgte am Dienstag die Seewies'n Musi.

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Während nebenan die Bagger mit dem Abriss der letzten noch stehenden Mauern der alten Talstation beschäftigt waren, richteten sich etwas oberhalb die Augen der Festgäste auf den ersten Spatenstich. Eigentlich waren es sogar ein Dutzend Spatenstiche, denn insgesamt zwölf Herren gaben gleichzeitig den symbolischen Startschuss für das Jenner-Großprojekt. Neben Bürgermeister Hannes Rasp und Vorstand Michael Emberger von der Berchtesgadener Bergbahn AG (BBAG) waren die Großaktionäre, die Chefs der größeren am Bau beteiligten Firmen und die Vertreter der BBAG-Belegschaft mit dabei.

Am »schönsten Tag« seiner dreijährigen Amtszeit blickte Bürgermeister Hannes Rasp auf die zweijährige Vorbereitungsarbeit zurück. Zusammen mit den Aktionären Peter Hettegger, Martin Harlander und Georg Hinterleitner, BBAG-Vorstand Michael Emberger und Betriebsleiter Wilfried Däuber hatte man das Projekt letztendlich auf den Weg gebracht. Der Rathauschef erwähnte aber auch die Verdienste von Altbürgermeister Stefan Kurz, der ebenfalls zum ersten Spatenstich gekommen war. Hannes Rasp hatte zusammen mit seinem Vorgänger in München die Verhandlungen über den Aktienkauf durch die Gemeinde geführt.

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Die letzten Reste der alten Talstation werden bald entfernt sein.

Bevor nun mit den Bauarbeiten für die neue Anlage begonnen wird, muss die 64 Jahre alte Nostalgiebahn demontiert werden. Bei der Talstation ist das schon fast geschafft, einige Stützen in Talnähe sind ebenfalls bereits abgetragen. Im Sommer werden Mittel- und Bergstation abgetragen.

Gleichzeitig muss bereits der Bau der neuen Bahn anlaufen, denn der Zeitplan ist sportlich. Innerhalb eines Jahres soll die neue Bahn betriebsbereit sein. Das Projekt beinhaltet unter anderem Ersatzbauten für die Seilbahn inklusive der drei Stationen, für die Jennerwiesenbahn und für die Mitterkaserbahn, geringfügige Pistenbaumaßnahmen, die Errichtung eines Kinderlands bei der Mittelstation sowie die Anlegung von barrierefreien Wegen im Gipfelbereich. Neu gebaut wird unter anderem auch eine kuppelbare Sechsersesselbahn von einer Talstation rund 150 Meter unterhalb des Beschneiungsteichs bis hinauf zur Mittelstation. Das relativ leichte Gelände soll vor allem Kindern eine Übungsgelegenheit bieten, weshalb alle technischen Anlagen kindgerecht gebaut werden.

Künftig werden die Fahrgäste mit insgesamt 64 Zehnergondeln auf den Berg schweben, bislang waren es 175 Zweiergondeln. Die neue Bahn wird bis zu sechs Meter pro Sekunde schnell sein, die alte fuhr meistens nur 2,2 bis maximal drei Meter pro Sekunde. Das Seil wird nur noch von 20 Stützen getragen, bisher waren es 43.

An Spitzentagen beförderte die Bahn bislang im Sommer bis zu 2 800 Gäste täglich. Bei der neuen Bahn geht man von einem 20-prozentigen Plus, also von bis zu 3 360 Gästen, aus. Ähnlich wird der Zuwachs im Winter sein. Von bislang maximal 1 500 Erstzutritten wird man die Leistung auf bis zu 1 800 Erstzutritte erhöhen. Der BBAG geht es bei dem Projekt nicht unbedingt darum, möglichst viele Menschen auf den Jenner zu bringen, sondern man will vor allem die oftmals langen Wartezeiten verkürzen. Ulli Kastner

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