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Jennerstier auf dem Weg zum Weltcuprennen

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Womöglich könnte der Jennerstier bald zum Weltcuprennen werden. (Foto: privat)

Schönau am Königssee – Der Jennerstier findet am Samstag, 27. Februar, zum elften Mal statt. Im Rahmen des prestigeträchtigen und mittlerweile legendären Skitourenrennens tragen die besten Skibergsteiger dieses Jahr die Deutsche Meisterschaft (Individual) aus. Die DAV Sektion Berchtesgaden veranstaltet das anspruchsvolle Rennen.


»Wir wollen den Jennerstier zum Weltcuprennen ausbauen. Aus diesem Grund sind dieses Jahr Offizielle vonseiten des internationalen Verbandes vor Ort, um sich das Rennen anzuschauen. Wir würden uns freuen, wenn wir in der Saison 2017/18 zum Weltcup gehören«, erklärt der Streckenchef und Mitbegründer des Jenner-stiers, Richard Lenz.

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Aufgrund der internationalen Anforderungen an ein Weltcuprennen, musste die Strecke am Jenner neu konzipiert werden. Die Skibergsteiger müssen vier kräftezehrende Anstiege, drei fordernde Abfahrten sowie zwei Tragepassagen hinter sich bringen. Insgesamt sind für die Herren beim Jennerstier 1 600 Höhenmeter und neun Kilometer und für die Damen, Junioren und Jugendlichen 1 300 Höhenmeter und 7,5 Kilometer zu bewältigen.

Im Unterschied zu anderen Weltcuprennen wird für den Jennerstier eine Ausnahmeregelung beantragt. Das Ziel wird – wie bereits in den vergangenen Jahren gewohnt – aus traditionellen und organisatorischen Gründen im Bereich der Bergstation sein. »Es ist für alle Beteiligten am spektakulärsten, wenn die Athleten nach der letzten Tragepassage völlig entkräftet ins Ziel laufen. Das wollen doch alle sehen. Ich bin mir sicher, dass wir die Offiziellen vom internationalen Verband vor Ort überzeugen können«, ist sich Kühnhauser sicher.

Dass der Jennerstier nichts für Weicheier ist, wissen nicht nur die Athleten, die schon mal durch den Spinnergraben abgefahren sind, sondern auch die zahlreichen Zuschauer der vergangenen Jahre. Spektakuläre Abfahrten und anspruchsvolle Tragepassagen hinauf zum Gipfel des Jenners verlangen den Skibergsteigern technisch alles ab. Die Athleten haben wenig Zeit, das Panorama zwischen Hohem Göll, Königssee und Watzmann zu genießen.

Der Start ist am 27. Februar um 11 Uhr für die Herren (Senior und Espoir) am Beschneiungsweiher unterhalb der Mittelstation der Jennerbahn. Die Damen, Junioren und Cadets starten am Spinnerkaser. Die ersten Zielankünfte sind um circa 12.30 Uhr zu erwarten.

Die Registrierung und Nachmeldung für alle Spätentschlossenen ist von 8 bis 9.30 Uhr in der Touristinfo am Parkplatz Königssee möglich. Die Organisatoren bitten darum, dass sich alle Interessierten online anmelden unter www.jennerstier.de. Dadurch können unnötige Wartezeiten am Renntag vermieden werden.

Mit am Start stehen unter anderem die Berchtesgadener Lokalmatadore Toni Palzer, Cornelius Unger, Stefan Knopf und die junge Theresa Grassl. Toni Palzer sagt dazu: »Da würde für mich schon ein Traum in Erfüllung gehen, wenn der Jennerstier irgendwann mal zum Weltcup gehört. Wir sind eh das ganze Jahr unterwegs und so hätten wir mal ein richtig anspruchsvolles Rennen direkt vor der Haustüre.«

Obwohl das Skibergsteigen boomt, ist der Jennerstier mittlerweile das einzige große alpine Skitourenrennen in Deutschland. »Wir hoffen darauf, dass sich dieses Jahr viele Skibergsteiger aus Nah und Fern der Herausforderung beim Jennerstier stellen. Wir wollen den Athleten und allen Zuschauern einen tollen Wettkampf bieten«, erklärt der Geschäftsführer der DAV Sektion Berchtesgaden, Bernhard Kühnhauser. Der Jennerstier 2016 zählt wieder zum Österreichischen Skitourencup (ASTC).

Aufgrund der derzeitigen Schneelage schwebt das Damoklesschwert über der neuen Strecke. Die Organisatoren arbeiten bereits an einer Ausweichstrecke, damit das Rennen in jedem Fall stattfinden kann.

Weitere Informationen zum Jennerstier gibt es unter www.jennerstier.de. Johannes Schmid