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»Jennerstier«-Weltcup: Weltelite trifft Hobby-Skibergsteiger

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"Jennerstier"-Weltcup: Weltelite trifft Hobby-Skibergsteiger
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Freuen sich auf den Weltcup im Skibergsteigen am Jenner (v.l.): »Jennerstier«-Erfinder Richard Lenz, Dr. Wolfgang Wabel, Geschäftsbereichsleiter Bergsport im Deutschen Alpenverein, und der Ramsauer Weltklasse-Skibergsteiger Toni Palzer. (Foto: Kastner)

In sieben Wochen wird am Jenner erstmals in Deutschland ein Weltcup im Skibergsteigen ausgetragen. Mit am Start: Weltklasseathlet Toni Palzer aus Ramsau. Der 26-Jährige war auch am Dienstag dabei, als der von 7. bis 9. Februar 2020 ausgetragene »Jennerstier« im Rahmen einer Pressekonferenz im Bergstation-Restaurant »Jenner­alm« der Öffentlichkeit präsentiert wurde.


»Der Weltcup am Jenner ist eine Riesenchance für den deutschen Skitourensport«, sagte Dr. Wolfgang Wabel, Geschäftsbereichsleiter Bergsport im DAV, bei der Pressekonferenz. Der DAV richtet den Wettkampf für die International Ski Mountaineering Federation (ISMF) aus. Vor Ort aber wird es im wesentlichen die Alpenvereinssektion Berchtesgaden sein, die mit ihrer langjährigen Erfahrung aus den 14 bisherigen »Jennerstier«-Wettkämpfen im Einsatz sein wird. Man rechnet mit rund 130 Helfern und 300 Athleten. Wabel versprach, dass man alle Umweltstandards einhalten werde. Alle 70 Streckenpläne mit den verschiedenen Aufstiegen und Abfahrten seien naturschutzfachlich geprüft worden.

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Die drei Rennen am Freitag, Samstag und Sonntag stellte Weltcup-Organisator Hermann Gruber vor. Den Auftakt bildet am Freitag, 7. Januar, das Vertical, das ein reines Aufstiegsrennen ist. Das Rennen ist für alle Sportlerinnen und Sportler offen und zählt zur dreiteiligen internationalen Alpencup-Serie, nicht aber zum Weltcup.

Das Individual steigt am Samstag, 8. Februar. Es beinhaltet sieben Aufstiege, fünf Abfahrten und zwei Tragepassagen bei den Herren. Die zu bewältigende Strecke befindet sich in den Bereichen Großer und Kleiner Spinnergraben, Jennergipfel, Mitterkaser und Jennerjoch. Das Ziel ist bei der Bergstation. Die Damen absolvieren einen Aufstieg und eine Abfahrt weniger. Beim Individual werden gleich 13 Medaillensätze pro Geschlecht vergeben: für den Weltcup, den »Jennerstier« und die deutsche Meisterschaft. Die verschiedenen Klassen starten zeitversetzt an der Mittelstation. Zu bewältigen sind bis zu 1660 Höhenmeter (bei den Herren). Die Schnellsten werden dafür rund eineinhalb Stunden benötigen.

Beendet wird das Wettkampfwochenende am Sonntag, 9. Februar, mit dem Sprint. Nur 80 Höhenmeter sind bei diesem Sprint zurückzulegen. Die schnellsten Athletinnen und Athleten benötigen für die Runde lediglich rund drei Minuten.

Neben dem klassischen Aufstieg gibt es Tragepassagen und den »Diamanten«, einen eng gesteckten Parcours, den man in der Spitzkehren-Technik meistern muss. Am Ende folgt eine rasante Abfahrt. Das Rennen wird im K.-o.-Modus ausgetragen. Alle 17 DAV-Athleten sollen beim Weltcup an den Start gehen, darunter natürlich auch Lokalmatador Toni Palzer und der Bischofswieser Stefan Knopf. »Ich hoffe natürlich, dass der Toni daheim was reißt«, sagte Organisator Hermann Gruber. Auch Toni Lautenbacher traut der Experte einiges zu.

Zuschauer können die Athleten auf der gesamten Strecke beobachten, der Eintritt ist grundsätzlich frei. Wer mit der Bahn fahren will, hat die Möglichkeit, vergünstigte Tickets zu erwerben. Für die Daheimgebliebenen ist ein Live-Stream in Vorbereitung.

Ganz besonders über den ersten Weltcup am Jenner freut sich »Jennerstier«-Erfinder Richard Lenz, der auch in seiner Eigenschaft als 2. Bürgermeister auf den Jenner gekommen war. Der erinnerte an den ersten »Jennerstier« im Jahr 2006. »Unglaublich, dass wir es jetzt geschafft haben, einen Weltcup an den Jenner zu holen«, sagte Lenz. Und eine Fortsetzung könnte folgen. Karl Posch, Chef-Organisator des Alpencups, hofft darauf, dass man in drei bis vier Jahren erneut einen Weltcup in Schönau am Königssee haben werde, denn der Hallstätter ist sich sicher, »dass man am Jenner eine perfekte Weltcupveranstaltung abliefern wird«.

Posch wünscht sich auch, dass möglichst viele Hobbysportler beim Alpencup mitmachen: »Jeder, der 1700 Höhenmeter bewältigen kann, ist herzlich willkommen.« Und was ist, wenn der Schnee zu lange auf sich warten lässt? Da macht sich Organisator Hermann Gruber keine großen Sorgen: »Wir haben mehrere Streckenvarianten. Im Notfall müssen wir die Piste nutzen.«

Informationen erhielten die Journalisten bei der Pressekonferenz auch von Jennerbahn-Vorstand Franz Moderegger und von Philipp Däuber von der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH.

Ulli Kastner