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Jetzt hat auch Salzburg seinen Kammersänger

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Begeisterter Schlussapplaus für alle Mitwirkenden rund um Franz Supper bei der frohgemuten Gala. (Foto: Aumiller)

Es war ein besonderer Abend im Salzburger Landestheater: rundum strahlende Gesichter auf der Bühne und in der Zuhörerschaft. Ein Abend unter Freunden, getragen von warmherziger Menschlichkeit, ein Theatererlebnis, das erfreute, berührte und beglückte. Ein beeindruckender Beleg auch für ein schönes Theater-Klima von Zusammenhalt, Kollegialität und Ensemblegeist.


Anlass war die Ernennung des Tenors Franz Supper zum Kammersänger. Dieser Berufstitel für verdiente Sangeshelden wurde und wird in Österreich nur an häufig präsente, besondere Stars der Wiener Staatsoper verliehen. Seit Mai 2019 ist nun Franz Supper der erste Salzburger Kammersänger. Seit 32 Jahren ist Supper Ensemblemitglied des Landestheaters und hat sich vom einstigen Operettenbuffo zum lyrisch-dramatischen Tenor entwickelt. Publikumsliebling ist er sowieso bei all seinen vielseitigen Auftritten. Das Mozarteumorchester gab ihm und seinen mitfeiernden Sängerkollegen ebenso vielseitiges Geleit unter der Leitung von Gabriel Venzago.

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Mit dem Auftrittslied des Adam »Grüß euch Gott, alle miteinander« aus der Operette »Der Vogelhändler« eröffnete Supper seinen Streifzug durch seine breite Gesangspalette. Liebenswert pfiffig servierte er die »Weisheiten« des Don Basilio aus Mozarts »Hochzeit des Figaro«, setzte dramatischen Applomb und Höhenstrahlkraft ein für den Max aus Webers »Freischütz«, verbündete sich als Carlo freundschaftlich mit George Humphreys Posa im Duett aus Verdis »Don Carlo«.

In die Fußstapfen berühmter Tenöre trat er mit dem volkstümlichen Tenorhit aus Wilhelm Kienzls »Der Evangelimann« zusammen mit dem Salzburger Festspiele- und Theater-Kinderchor und zeigte gefühlvolle Wärme mit stimmlichem Glanz als Liedersänger bei Franz Liszt. Und natürlich durfte der Tenorschlager »O sole mio« nicht fehlen, als Besonderheit begleitet vom Salzburger Mandolinenorchester, mit dem er auch seit über 30 Jahren verbandelt ist.

Intendant Carl Philip von Maldeghem und Operndirektorin Katrin König moderierten die Feier und da gab es auch das »Überraschungssofa«: Zuerst erzählte der aus dem Burgenland gebürtige Supper aus seinen Anfängen, wie er sich vom Beruf des Spenglers und Dachdeckers zum Opernsänger mauserte. Sein Studium in Wien verdiente er sich unter anderem als Friedhofssänger. Aus seinem ersten, auf eineinhalb Jahre befristeten Engagement ans Salzburger Landestheater, wo er als Priester in der Zauberflöte debütierte, sind inzwischen 32 Jahre geworden. Daneben war er im Laufe der Jahre auch immer wieder als Gast unterwegs, etwa am Münchner Gärtnerplatztheater, an der Wiener Volksoper, in der Arena di Verona, der Mailänder Scala und bei den Salzburger Festspielen.

Und dann war die Überraschung für Supper und Publikum perfekt mit diversen, auf Großleinwand projizierten Einspielungen: Da gab zuerst Präsidentin Helga-Rabl Stadler, direkt aus China, ein ehrendes Grußwort für den »Super-Supper« und Landeshauptmann Wilfried Haslauer, aus dessen Händen er auch die Kammersängerernennung empfangen hatte, gratulierte herzlich und betonte, wie sehr der Tenor dem Salzburger Publikum ans Herz gewachsen sei. Hohe Professionalität attestierte ihm der Regisseur und Intendant des Tiroler Landestheaters, Johannes Reitmeier. Reizende Erinnerungen teilte die Dirigentin Mirga Gražinyte-Tyla, ehemalige Musikdirektorin am Landestheater, jetzt auf dem Weg zur Weltkarriere.

Und dann beglückwünschte ihn auch noch Jonas Kaufmann zur verdienten Ernennung. Wie diese Freundschaft zustande kam, wollte von Maldeghem näher wissen. »Vor etwa 20 Jahren sang ich den Monostatos hier in der »Zauberflöte« und Kaufmann war der Tamino. Freilich spielt er jetzt in einer anderen Liga, aber unsere Freundschaft hat sich erhalten«, erzählte Supper.

Weitere Ensemblemitglieder ergänzten den musikalischen Rahmen, ob die brillante »Königin der Nacht« von Tamara Ivanis, Anne Fleur-Werners flotter »Csárdás« aus »Die Fledermaus« oder die spritzigen Musiknummern mit Hazel McBain und George Humphreys, Zsófia Mózer und Samuel Pantcheff sowie der zauberhafte Festspiele und Theater Kinderchor oder der witzige Sketch mit Britta Bayer und Walter Sachers. Die letzte Zugabe für den begeisterten Applaus brachte den abgewandelten Schluss-Refrain des Lehár-Duetts »Lippen schweigen«, den der Tenor hier mit vier Sopranistinnen kokettierend sang: »...es ist wahr, es ist wahr, Ihr habt mich lieb«.

Elisabeth Aumiller

Italian Trulli