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Johann Aschauer wurde 95 Jahre alt

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Teisendorf: Johann Aschauer wurde 95 Jahre alt – Geburtstag gefeiert
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Johann Aschauer wurde 95 Jahre alt. Auch Bürgermeister Thomas Gasser gratulierte. (Foto: M. Konnert)

Teisendorf – In bester Gesundheit feierte Johann Aschauer aus Hub zusammen mit seinen zwei Töchtern, den Schwiegersöhnen, fünf Enkelkindern und einer Urenkelin seinen 95. Geburtstag. Auch Bürgermeister Thomas Gasser reihte sich in die große Schar der Gratulanten und brachte dem Jubilar einen edlen Tropfen zum Genießen und ein Badeset mit.


Gasser ehrte nicht nur einen der ältesten Bürger der Marktgemeinde, sondern auch einen langjährigen Gemeinderat. Denn Johann Aschauer war drei Wahlperioden lang, von 1972 bis 1990, für die CSU im Gemeinderat. Er kann viel erzählen über seinen Einsatz für die Gemeinschaft, denn er war auch Vorstand der Almbauerngenossenschaft, Vorstand vom Wasserverband Freidling, bis dieser von der Surgruppe übernommen wurde, und 15 Jahre Feuerwehrkommandant von Freidling.

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Die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement muss in der Familie liegen. Johann Aschauers Vater war der letzte Bürgermeister von Freidling, bis es durch die Gebietsreform 1971 zu Teisendorf kam. Tochter Maria Krammer ist jetzt Kreisbäuerin des Berchtesgadener Landes.

Johann Aschauer ist in Hub geboren und hat fast sein ganzes Leben dort verbracht. Nur während der Kriegs- und Gefangenschaftsjahre von 1943 bis 1949 war er weg aus dem Heimatort. Mit 18 Jahren wurde er als Soldat eingezogen. Nach der Ausbildung musste er am Russlandfeldzug teilnehmen. Am 10. Mai 1945, auf dem Rückzug, geriet er in Tschechien in russische Gefangenschaft, aus der er erst 1949 entlassen wurde. »Ich hatte Massel. Die Russen haben einen Gestellmacher gesucht. Als gelernter Wagner hab ich mich dazu gemeldet und hatte es dann leichter als andere Gefangene, die zum Beispiel in die Gruben mussten.«

Nach der Rückkehr arbeitete Johann Aschauer in der eigenen Wagnerei und in der Landwirtschaft auf dem Elternhof, den er später übernahm. Ab Mitte der 1950er, als die Traktoren und Landmaschinen ihren Siegeszug antraten, ging es mit der Wagnerei bergab, die Landwirtschaft blieb. Heute betreibt Enkel Hansi den Hof als Vollerwerbslandwirt. Dort lebt auch der Opa und wird von Tochter Maria gepflegt und versorgt.

Die Fortschritte in der Landwirtschaft verfolgt der 95-Jährige mit großem Interesse. Er hat in seinem langen Leben die großen Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft miterlebt und mitgemacht: vom Mähen mit der Sense bis zum Melkroboter, den der Enkel jetzt plant. Johann Aschauers Fazit aus vielen Jahren als Landwirt: »Es war früher auch nicht viel besser. Ein auf und ab. Nur das Holz war teurer. Der eigene Wald war für die Bauern die Sparkasse für Investitionen.«

Das Interesse von Johann Aschauer an der Politik und an dem, was in der Gemeinde, in Bayern und in der Welt geschieht, ist ungebrochen. Er schaut viel fern, liest Zeitungen und besucht fast wöchentlich noch den Stammtisch in der Alten Post. Auch bei den Sommergrillfesten der CSU ist er dabei. Bis vor vier Jahren ist er noch selber mit dem Auto gefahren. Jetzt lässt er sich fahren oder ruft den Gemeindebus – »eine super Einrichtung«, wie er meint. kon