Johannes Haas: »Ausbilden ist etwas Schönes«

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Für die Küchenzeile aus Ulme wurde Johannes Moderegger (r.) als Innungssieger ausgezeichnet. Ausbilder Andreas Baumann aus Bischofswiesen ist stolz. (Foto: Karin Kleinert)

Bad Reichenhall – Zur feierlichen Freisprechung von 14 Schreiner-Lehrlingen lud die Schreiner-Innung Berchtesgadener Land nach Bad Reichenhall ins Foyer der Sparkasse ein. Johannes Moderegger ist Innungssieger.


Helmut Grundner, Direktor der Sparkasse Berchtesgadener Land, sagte den Gästen es imponiere ihm, wie kreativ und technisch versiert die jungen Schreiner seien: »Von der Handsäge bis zu computergesteuerten Maschinen müssten sie alles beherrschen.« Es freue ihn, dass die Sparkasse die Gesellenstücke im Foyer zur Schau stellen darf. Landrat Bernhard Kern gratulierte den jungen Erwachsenen zur bestandenen Prüfung und wünschte ihnen offene Türen.

Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Handwerkskammer und der Berufsschule Berchtesgadener Land. Mit den Planungen zur Erweiterung der Schule werde es im Herbst weitergehen, kündigte er an. Der Prüfungsvorsitzende und stellvertretende Kreishandwerksmeister Johannes Haas übernahm den Akt der Freisprechung, wie sie in der Tradition der Zünfte verankert ist. Er bezeichnete den Abend als Fest. Berufsschule und Meisterkollegen haben die Lehrlinge gut ausgebildet. »Ausbilden ist etwas Schönes, ein Ausbilder ist am Pulsschlag der Jugend.« Bevor er die zwei jungen Frauen und die zwölf jungen Männer von ihrem Lehrvertrag freisprach und sie in den Gesellenstand entließ, motivierte sie Johannes Haas: »Seid dabei. Macht mit. Bringt gute Dinge in Bewegung – für das Wohl der Gemeinschaft.«

»Ein turbulentes Abschlussjahr ist gut zu Ende gegangen«, sagte er. Wegen der Pandemie bekamen in diesem Jahr die jungen Erwachsenen die Gesellenbriefe und Schulzeugnisse auf einmal überreicht. Und Innungssieger Johannes Moderegger aus Schönau bekam einen Putzhobel für eine imposante, aus massivem Ulmenholz gefertigte Küchenzeile. Wie sein Ausbilder Andreas Baumann von der gleichnamigen Bischofswieser Schreinerei verriet, ist sie für die Gotzentalalm bestimmt.

Obermeister Siegfried Reichenberger kürte auch die Sieger des Gestaltungswettbewerbs »Die Gute Form«. In der Jury saßen Kathrin Angerer (Planerin in der Schreinerei Braun, Urwies), Rochus Sebold (Schreinermeister, Schnitzschule Berchtesgaden) und der Ehrenbürgermeister aus Ainring Hans Eschlberger. Sie beurteilten Idee, Form, Funktion und Konstruktion der Gesellenstücke. Der dritte Preis ging an Sebastian Böhm für eine Vitrine aus Eichenholz. Der Jury gefiel das ausgewählte Holz und das Design. Zweite wurde Jutta Deinlein von der Schreinerei Bauer aus Breitenloh, Gemeinde Saaldorf-Surheim. Sie fertigte eine Sitzbank aus Eiche mit einem Geheimfach in der Schublade.

Zum Sieger der »Guten Form« kürte die Jury das Sidebord aus Ulme und Rüster von Alexander Mock, der in der Teisendorfer Schreinerei Kerndlbauer ausgebildet wurde. Die Jury überzeugten die ausgewogenen Proportionen, die schöne Holzmaserung und der harmonische Gesamteindruck des Möbelstücks. Alexander Mock wird sein Gesellenstück Anfang Dezember auch auf der Messe »Heim und Handwerk« präsentieren, wo er auf dem Landeswettbewerb der »Guten Form« für die Innung Berchtesgadener Land antritt. Die Sparkasse lud nach der Freisprechung zum Stehempfang auf der Dachterrasse. Dort, im Freien, bedankten sich die Klassensprecher bei den Lehrern Fritz Auer und Thomas Unterhofer sowie bei Schulleiter Hermann Kunkel. Die Gesellenstücke der Schreiner sind bis Donnerstag, 12. August, in der Sparkassen-Hauptstelle in Bad Reichenhall ausgestellt und können während der Öffnungszeiten besichtigt werden.

Karin Kleinert