weather-image
-1°

José Alejandro vermisst sein Zuhause

0.0
0.0
Jose mit Freunden
Bildtext einblenden
Jose Alejandro (2.v.l.) aus Venezuela lächelt mit Freunden auf einem Fußballplatz. Foto: Natalia Ortiz Mantilla/dpa Foto: dpa

José Alejandro kommt aus Venezuela. In dem Land in Südamerika gibt es aber fast nichts mehr zu essen. Deshalb ist er mit seinen Schwestern und seiner Mutter nach Kolumbien gegangen. Dort spielt er jeden Tag Fußball, würde aber lieber in die Schule gehen.


José Alejandro rennt über den staubigen Fußballplatz in Cúcuta. Die Stadt liegt in dem Land Kolumbien in Südamerika. José Alejandro dribbelt seinen Gegner aus und schießt aufs Tor. Genau wie sein großes Vorbild: James Rodríguez vom FC Bayern München. Der kommt auch aus Cúcuta.

Anzeige

José Alejandro wohnt mit seiner Mutter und seinen beiden Schwestern ganz in der Nähe des Fußballplatzes. In einem kleinen Haus haben sie ein Zimmer gemietet. Da schlafen alle zusammen auf Matratzen auf dem Boden. Seine Mutter ist den ganzen Tag unterwegs. Sie verkauft auf der Straße Kaffee aus Thermoskannen an die Arbeiter und Busfahrer.

Seit einem halben Jahr ist José Alejandro in der kolumbianischen Stadt. Eigentlich kommt er aus dem Nachbarland Venezuela. Aber dort können er, seine Schwestern und seine Mutter nicht mehr leben.

Dem Land Venezuela geht es sehr schlecht. Es gibt fast nichts zu essen. Im Supermarkt sind die Regale meistens leer. Nur manchmal gibt es ein bisschen Mehl, Reis oder Linsen. Deshalb flüchten viele Venezolaner in andere Länder. Am Montag und Dienstag treffen sich Vertreter mehrerer Länder, um über die Lage in Venezuela zu sprechen.

José Alejandro ist neun Jahre alt. Aber in Kolumbien darf er nicht in die Schule gehen. Deshalb kommt er jeden Tag zum Fußballplatz. Ein paar Erwachsene passen dort auf die Kinder auf. Denn auf der Straße ist es gefährlich. Es gibt Banden, die Kinder entführen. Oder sie stiften sie an, verbotene Dinge zu tun.

»Ich will wieder in die Schule gehen. Ich lerne gerne«, sagt José Alejandro. »Aber am liebsten male ich.« Wenn er groß ist, will er Soldat werden. »Die sorgen für Ordnung und beschützen die Menschen.«

Seinen Vater hat er schon lange nicht mehr gesehen. Er sitzt in Venezuela im Gefängnis. »Er hat altes Metall in Venezuela gesammelt und über den Grenzfluss nach Kolumbien gebracht. Da hat ihn die Polizei erwischt und eingesperrt«, erzählt die Mutter von José Alejandro. »Wir wissen noch nicht einmal genau, wo er jetzt ist.«

Am liebsten würde José Alejandro wieder nach Hause gehen, zu seinem Opa und seinen Tanten und Onkeln. Aber das geht jetzt nicht, sagt seine Mutter. »Ich hoffe, dass bald wieder alles so ist wie vorher«, sagt der Junge. »Ich vermisse Venezuela sehr.«

Auswärtiges Amt zu Venezuela