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Jubiläum bei Traunsteiner Sommerkonzerten

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Der Pianist Fazil Say ist weltberühmt und kommt immer wieder gerne nach Traunstein. (Foto: Marco Borggreve)

Sie sind eine Ausnahmeerscheinung – die Traunsteiner Sommerkonzerte. 1980 wurden sie gegründet, und es gibt sie immer noch! Heuer finden sie vom 1. bis 8. September in der neu renovierten Klosterkirche statt.


Auf so eine lange Geschichte – vier Jahrzehnte – können nur die allerwenigsten Kammermusikfestivals in Deutschland zurückblicken. Von Anfang an haben sich die Traunsteiner Sommerkonzerte durch ihr hohes Niveau ausgezeichnet und dadurch ihren Ruf als kleines, exquisites Festival bis heute bewahren können. Dank einer treuen Zuhörerschaft, fördernder Musikfreunde und Zuwendungen von öffentlicher und privater Hand kann das von der Stadt Traunstein veranstaltete Musikfestival unbesorgt in die Zukunft schauen und voller Elan das nächste Jahrzehnt einläuten.

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Aufgeschlossenheit und Vielseitigkeit haben die Konzertprogramme von Anfang an geprägt. Die Gründerin und Leiterin Dorothee Ehrensberger (bis 2013) hat die Schwerpunkte nicht selten auf verfemte Komponisten gelegt – ein Anliegen, das die Traunsteiner Sommerkonzerte weiterhin verfolgen. So waren Berthold Goldschmidt, Viktor Ullmann, Erwin Schulhoff, Dmitri Schostakowitsch, Boris Blacher, Mieczyslaw Weinberg, Hanns Eisler und Pawel Haas als Porträtkomponisten ausgewählt.

Mit Aufführungen von Werken Emil Frantisek Burians oder Simon Laks’ wurde auf das Schicksal weiterer politischer Opfer aufmerksam gemacht. Wie vielseitig die Programme waren, darauf weist die hohe Zahl der aufgeführten Komponisten hin. 75 verschiedene Namen finden sich in der Geschichte der Traunsteiner Sommerkonzerte. Und auch die Zahl der engagierten Solisten und Ensembles ist mit rund 100 beachtlich. Die Auflistung ist durchsetzt mit Namen von Weltruf: Christine Schäfer, Christian Tetzlaff, Brigitte Fassbaender, Fazil Say, Patricia Kopatschinskja, David Geringas oder das Quatuor Ebène sind nur einige Beispiele.

Musik aus England ist das diesjährige Thema. Da klassische Musik aus diesem Inselstaat nicht allzu häufig den Weg über den Kanal auf das Festland findet, wird es spannend. Vom frühen Barock bis zur Gegenwartsmusik ist England mit sieben Komponisten vertreten.

Einige der für dieses Jubiläumsjahr eingeladenen Künstler hat man hier schon erlebt, wie z. B. Fazil Say, der zum 11. Mal auftreten wird. Als ehemaliger Schüler des Mitbegründers der Traunsteiner Sommerkonzerte, David Levine, ist er dem Festival besonders verbunden. Sein Programm sieht zwar kein Werk aus England vor, aber bei ihm darf schon einmal eine Ausnahme gemacht werden. Seine Zusage, in Traunstein wieder einmal zu spielen, soll quasi als Jubiläumsgeschenk gesehen werden. Neue Gesichter sind der Bratschist Nils Mönkemeyer, die Sopranistin Christina Landshamer zusammen mit dem Pianisten Gerold Huber (bekannt als d e r Klavierpartner des Sängers Christian Gerhaher).

Der langjährige Medienpartner Bayerischer Rundfunk wird wieder vor Ort sein und drei Konzerte mitschneiden. Sie werden zeitversetzt u.a. in seiner Reihe »Festspielzeit« gesendet. Zum Programm:

Programmdetails gibt es unter www.traunsteiner-sommerkonzerte.de, Kartenreservierung ist unter Telefon 0861/2099660 oder per E-Mail unter traunstein.sommerkonzerte@t-online.de möglich.

Imke von Keisenberg