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Jubiläumsjahr geht mit Rückblick zu Ende

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Ehrungen beim Kehlsteinabschied (v.l.): Verbandsvorsitzender Stefan Kurz, »Kehlsteinkönig« Georg Winkler (13 000 unfallfreie Fahrten), Landratstellvertreter Rudolf Schaupp, RVO-Geschäftsführer Veit Bodenschatz, Busfahrer Johann Hinterbrandner (7 000 unfallfreie Fahrten), Busfahrer Jakob Datzmann (9 000 unfallfreie Fahrten), Tourismusdirektor Michael Grießer, RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz und Busfahrer Franz Schemmer (10 000 unfallfreie Fahrten). Fotos: RVO
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RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz (l.) im Gespräch mit Dieter Schweiger, dem früheren Leiter der Kraftpost in Berchtesgaden.
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Auch Busfahrer Claus Graßl, Verwaltungsmitarbeiterin Maria Gottschlich und »Kehlsteinkönig« Georg Winkler (v.l.) hatten viel Spaß beim Kehlsteinabschied.

Berchtesgaden (RVO) - Das 60-jährige Bestehen der Kehlsteinlinie feierte man kürzlich im Rahmen des traditionellen Kehlsteinabschieds. Dazu traf man sich heuer aufgrund des Jubiläums deutlich vor Einstellung des Fahrbetriebs, die am kommenden Sonntag, 21. Oktober sein wird, im Kehlsteinhaus. Ehrengäste, die Mitarbeiter der Tourismusregion und der RVO-Niederlassung Berchtesgaden genossen die nächtliche Atmosphäre im Kehlsteinhaus. Das Kaminfeuer und der Häusler-Hias samt seinen Musikanten trugen zusätzlich zur Geselligkeit bei.


In seiner Begrüßungsrede stellte Stefan Kurz, Vorsitzender der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK), die historische Entwicklung des Linienverkehrs am Kehlstein heraus. »60 Jahre unfallfreier Fahrbetrieb am Kehlstein, das ist ein Superlativ«, so Kurz. Ebenso würdigte er die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit mit der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) GmbH, dem Staatlichen Bauamt in Traunstein, dem Wirtsehepaar Eder, das auch diese Feier wieder ansprechend vorbereitet hatte, und allen Mitgliedern der »Kehlsteinfamilie«.

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Landratstellvertreter Rudolf Schaupp überbrachte die Grüße von Landrat Georg Grabner. Da die Väter von Rudolf Schaupp und Stefan Kurz viele Jahre im Kehlsteinfahrbetrieb tätig gewesen waren, konnten die Gäste an diesem Abend so mancher Episode lauschen, die mit dem Fahrbetrieb zu Deutschlands höchster Bushaltestelle verbunden war.

Aber auch die Sozialprojekte der Berchtesgadener Landesstiftung, die aus den Erlösen der Kehlsteinlinie finanziert werden, hob der Landratstellvertreter hervor. »Ohne die bedeutende, richtungsweisende Entscheidung zur Gründung der Berchtesgadener Landesstiftung im Jahr 1960 wäre dies nicht möglich«, so Schaupp.

Danach begaben sich die Gäste und Mitarbeiter auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Kehlsteinbusse. RVO-Geschäftsführer Veit Bodenschatz begann seine Ausführungen mit dem Busmodell Mercedes O 3500, der lediglich über 29 Sitzplätze und 90 PS verfügte. Die Bergfahrt dauerte 1952 noch 35 Minuten. Die Strecke von fast sieben Kilometern wird heute in 15 Minuten bewältigt. Dies ermöglichen die 360 PS starken Motoren der klimatisierten Busflotte, die mit einem durchschnittlichen Alter von 1,9 Jahren zur modernsten bei der RVO gehört.

Bodenschatz würdigte auch die Arbeit beziehungsweise Entwicklung der Kraftpost in Berchtesgaden, deren damaliger Leiter Dieter Schwaiger an diesem Abend zu den Ehrengästen gehörte. Dank sprach der Geschäftsführer auch dem ehemaligen Niederlassungsleiter in Berchtesgaden, Georg Birkner, für seinen langjährigen Einsatz sowie den Vertretern der Bushersteller Setra und MAN aus, die mit »verlässlichem Material« ein Baustein für die Unfallfreiheit der letzten 60 Jahre gewesen seien. Mit seiner Anerkennung für die Leistungen der Fahrer, Kassenbeschäftigten und Fahrdienstleiter schloss Veit Bodenschatz seinen Rückblick.

Tourismusdirektor Michael Grießer stellte in seinem Bericht den Einsatz und die Bemühungen seiner Mitarbeiter heraus, die im Vorfeld der Saison 2012 mit ihrem unermüdlichen Engagement die Schneemassen am Berg beseitigt hätten. Somit stand einer Betriebsaufnahme am 17. Mai nichts mehr im Wege. Lediglich ein Tag musste aufgrund von Schneefall der Betrieb aus Sicherheitsgründen eingestellt werden. »Am 21. Oktober müssen wir in diesem Jahr schließen, da einige Räumungsarbeiten an den Schutzmauern durchgeführt werden müssen«, so Grießer.

Der Berchtesgadener RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz erinnerte an die Kehlstein-Eröffnungsfahrt am 16. Mai bei Schneefall. »Durch die verspätete Betriebsaufnahme hatten wir im Mai um 8 000 Fahrgäste weniger als im Jahr zuvor«, so Datz. Bis zum 10. Oktober gab es elf Tage, an denen mehr als 3 000 Personen befördert wurden - insgesamt bisher 314 000 Fahrgäste. Die meisten Auffahrten hatte in diesem Jahr Georg Winkler (629), während Robert Krüger als Rekordhalter im August 161 Mal die Bergfahrt unternahm.

»10 290 Auffahrten insgesamt, das entspricht 7,9 Millionen Höhenmetern - ein Wert, der Extrembergsteiger neidisch werden lässt«, führte Datz humorvoll aus. Er bedankte sich bei seinen Fahrern, die mit einer Gesamtfahrleistung von bisher 144 100 Kilometern die Erde somit 3,59 Mal umrundet hätten. »Lassen Sie uns gemeinsam in den nächsten 60 Jahren die touristische Erfolgsgeschichte am Kehlstein unter Berücksichtigung der historischen Verantwortung fortsetzen«, wünschte sich Andreas Datz.

Als Abschluss des Abends erfolgte die traditionelle Ehrung der Fahrer, die bis zur Saison 2012 mehrere Tausend unfallfreie Fahrten auf den Kehlstein erreichen konnten. Dies waren Johann Hinterbrandner (7 000), Jakob Datzmann (9 000), Franz Schemmer (10 000) und Georg Winkler (13 000). Verbandsvorsitzender Stefan Kurz, Geschäftsführer Veit Bodenschatz, Tourismusdirektor Michael Grießer und Niederlassungsleiter Andreas Datz überreichten den geehrten Fahrern eine Urkunde samt einem »Geschenksackerl«. Franz Schemmer und Georg Winkler wurde außerdem noch ein Sachgeschenk als Dank für die außergewöhnliche Anzahl von 10 000 beziehungsweise 13 000 unfallfreien Fahrten überreicht.

Der »Kehlsteinkönig« Georg Winkler bedankte sich für die Ehrung, aber auch für die gute Zusammenarbeit mit seinen Kollegen am Berg. In schöner und geselliger Atmosphäre ging der Kehlsteinabschied 2012 allmählich zu Ende, ehe die Gäste mit den Bussen die Rückfahrt zur Abfahrtsstelle antraten.