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Judith Grassl holt Meistertitel am Hochgrat

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Die Ramsauer Skibergsteigerin Judith Grassl holte sich bei der Hochgrat-Rallye heuer schon ihren zweiten deutschen Meistertitel. Foto: DAV

Oberstaufen (DAV) - Über Schneemangel konnte sich in diesem Jahr bei der Hochgrat-Skirallye nun wirklich niemand beschweren: Die 8. Auflage des DAV-Klassikers im Allgäu war gleichzeitig auch die mit den besten Schneebedingungen, seitdem es den Wettkampf gibt. Da passte es perfekt, dass in diesem Jahr nicht nur die deutschen Läufer ihre Meister in der Disziplin Single am Hochgrat ermittelten, sondern auch die »berglosen« Verbände aus Belgien und den Niederlanden der Einladung des DAV gefolgt waren und jeweils ihre Meisterschaften im Skibergsteigen ausrichteten.


Insgesamt standen knapp 130 Läufer aus sechs Nationen am Start. Bei den Herren wurde Sprint-Weltmeister Sepp Rottmoser bereits in der Startphase seiner Favoritenrolle gerecht: Mit einem starken Antritt konnte sich der Rosenheimer schon früh etwas Luft verschaffen und ging fortan das Rennen von der Spitze an. Hinter ihm lieferten sich Konrad Lex (Peiting) und der Schweizer Alexander Hug ein Kopf-an-Kopf-Rennen, dass Hug am Hochgrat-Gipfel zuerst einmal für sich entscheiden konnte - hinter Rottmoser ging er als Zweiter in die erste Abfahrt.

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Während Rottmoser auch in der zweiten Runde ungefährdet an der Spitze lief und schließlich in 1:38:35 Stunden seinen zweiten deutschen Meistertitel in diesem Jahr einfuhr, konnte Lex noch einmal aufdrehen und an Hug vorbei- ziehen. Damit war ihm der Vizemeistertitel sicher - in 1:41:25 Stunden für 1 600 Höhenmeter auf elf Kilometer Strecke finishte er vor dem Schweizer Hug und dem stark auflaufenden Lokalmatador Philipp Schädler, der sich damit seine erste DM-Medaille umhängen durfte. Rang 4 ging an Altmeister Franz Grassl (SK Ramsau, 1:47:26) vor Thomas Trainer (Skizug 231, 1:47:43).

Die Damenkonkurrenz wurde bis zum Gipfel des Hochgrats vom österreichischen Bike-Ass Verena Krenslehner angeführt, die mit komfortablem Vorsprung vor den Verfolgerinnen um Judith Grassl (SK Ramsau) und Anna Mühlhuber (Montagne Sport Rosenheim) in die Abfahrt gehen konnte. Hier konnte aber die starke Abfahrerin Grassl wieder deutlich Boden gut machen, bis Krenslehner das Missgeschick passierte: Sturz, Bindungsbruch und keine Chance mehr, weiter abzufahren. Frustriert musste Krenslehner die Konkurrentinnen an sich vorbeiziehen lassen und sich zu Fuß mit geschulterten Skiern in Richtung Ziel aufmachen. Damit war der Weg frei für einen weiteren Meistertitel für Judith Grassl, die sich am Ende in 1:10:10 Stunden mit einer guten Minute Vorsprung nach dem Vertical-Meister beim »Jennerstier« (wir berichteten) nun auch den Single-Meistertitel holte. Und das, obwohl sie zuerst von den Streckenposten noch in die zweite Runde gewiesen worden war und nach Bemerken des Fehlers wieder einige Hundert Meter zurückskaten musste. Anna Mühlhuber folgte in 1:11:15 vor der Allgäuer Lokalmatadorin Susi van Borstel (TV Immenstadt, 1:13:15), die damit auch Dritte in der DM-Wertung wurde.

Und auch die deutschen Jugendmeister wurden am Hochgrat gekürt: Bei den männlichen Jugendlichen war Nationalkaderläufer Cornelius Unger (Rosenheim) sogar in der Spitzengruppe der Herren vertreten, bevor er auf dem vierten Platz liegend in Richtung Ziel abbiegen musste. In der Topzeit von 57:01 Minuten für 1 000 Höhenmeter holte er sich souverän den Jugendmeistertitel vor dem starken Newcomer Samuel Grill (Inzell, 1:06:17) und Johannes Wagner (Bergwacht Oberammergau, 1:06:42). Bei den weiblichen Jugendlichen war das Podium fest in der Hand des lokalen Teams von Allgäuspeed.de: Tessa Wötzel darf sich nach ihrem Sieg in 1:36:46 Stunden nun deutsche Jugendmeisterin nennen, zweite wurde Teamkollegin Anna-Sophie Seebeck (1:38:17) vor Annika Schlachter (2:03:31).

Die Altersklassensiege gingen an Sepp Rottmoser (Herren Senior), Anna Mühlhuber (Damen Senior) Franz Grassl (Herren Masters), Judith Grassl (Damen Masters), Marco Bühler (Herren Senior Hobby), Klaus von Borstel (Herren Hobby Masters), Maximilien Drion du Chapois (Belgien, Cadets männlich), Ina Forchthammer (Österreich, Cadets weiblich), Anna-Sophie Seebeck (Juniorinnen), Cornelius Unger (Junioren).