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Jugendarbeit in Marquartstein soll ausgeweitet werden

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Marquartstein: Jugendarbeit soll ausgeweitet werden – Jugendpfleger gesucht
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Der Jugendtreff in Marquartstein ist geschlossen, da die Stelle des Jugendreferenten nicht besetzt ist. Doch das könnte sich bald ändern. (Foto: Peter)

Marquartstein – Der Gemeinderat setzte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Entscheidung auseinander, ob das Tätigkeitsfeld der Jugendarbeit erweitert werden und somit auch mehr Geld dafür in die Hand genommen werden soll; oder ob sich die Jugendarbeit im Wesentlichen weiterhin auf die Öffnung des Jugendtreffs beschränken sollte.


Einstimmig war sich das Gremium einig, die Jugendarbeit zu erweitern. Die erweiterte Jugendarbeit mit einem Jugendreferenten soll nicht als Konkurrenz zur Jugendarbeit in den Vereinen gesehen werden, sondern als Ergänzung, stellten die verschiedenen Gemeinderatsmitglieder in ihren Beiträgen klar. Bürgermeister Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein) fügte hier noch an, dass er immer wieder Gruppen von Jugendlichen erlebe, mit denen geredet werden solle und die eben nicht in Vereinen beheimatet seien.

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Aktuell ist die Stelle des Jugendpflegers/der Jugendpflegerin unbesetzt und nachdem nur zehn Stunden Arbeitszeit dafür veranschlagt sind, gestaltet sich die Neubesetzung schwierig. Die geringe Stundenzahl hatte auch zur Folge, dass sich die Jugendarbeit in Marquartstein auf die Öffnung des Jugendtreffs beschränkte und diese für die Gemeinde als unzureichend angesehen wurde und wird. Der Jugendtreff ist im Moment eben auch geschlossen, da keine Betreuung vorhanden ist.

Die Bürgermeister Scheck und Claudia Kraus (Die Grünen/Offene Liste) haben deshalb aus Gespräche mit der Diakonie, der Kreisjugendpflegerin und anderen Gemeinden ein mögliches erweitertes Tätigkeitsprofil für die zukünftige Jugendarbeit in Marquartstein ausgearbeitet. Zusätzlich wurden Gespräche mit der Gemeinde Schleching über eine eventuelle gemeinsame Stelle und dem Landkreis über eine mögliche Bezuschussung einer solchen Stelle geführt.

Für die jetzige Stelle fallen bei den angesetzten zehn Arbeitsstunden rund 15 000 Euro Personalkosten im Jahr an. Sollten die Stundenzahl verdoppelt werden, würde eben rund das Doppelte an Aufwand für die Stelle anfallen, sagte Scheck. Bei 20 Stunden könnte eine Bezuschussung von 25 Prozent der Personalkosten durch den Landkreis in Aussicht stehen.

In der neuen Tätigkeitsbeschreibung sind mitunter die Gesamtleitung und Konzeption des Jugendtreffs sowie die Beaufsichtigung der anvertrauten Kinder und Jugendlichen vorgesehen. Aber sollte auch die Selbstorganisation des Jugendtreffs durch die Anleitung gefördert werden. Der neue Jugendreferent/die neue Jugendreferentin soll zusätzlich den Skaterplatz mitbetreuen, eng mit dem Bürgermeister und dem Gemeinderat zusammenarbeiten, die Vereine bei eventuellen Zuschussanträgen für ihre Jugendarbeit unterstützen oder auch als Informationsstelle für die Jugendleiter fungieren. Neben der Öffentlichkeitsarbeit fällt die Unterstützung des Stoamandl-Vereins beim Ferienprogramm in das Aufgabenfeld.

Besonders entscheidend war nicht nur für Peter Lloyd (Die Grünen/Offene Liste) der Bereich, der mit »aufsuchende Jugendarbeit« überschrieben war. Sondern auch für Roland Polleichtner (CSU/Freie Bürger). Der vorab erstmal den Bedarf eines Jugendreferenten in Frage stellte, jedoch den Punkt der aufsuchenden Jugendarbeit als so wichtig ansah, dass er das Thema voll und ganz unterstützte. Die aufsuchende Jugendarbeit, bei der der Jugendreferent mit den Jugendlichen an sogenannten Brennpunkten Kontakt aufnehme, sei für ihn schon immer ein wesentlichen Punkt gewesen und er hätte somit mit einer Aufstockung auf 25 Stunden auch kein Problem, wenn dieser Punkt umgesetzt werde, sagte Gemeinderat Klaus Hell (Bürger für Marquartstein).

Gemeinderat Michael Elgass (Die Grünen/Offene Liste) erinnerte daran, dass damals bei der Installation der Stelle schon ersichtlich gewesen sei, dass die zehn Stunden für eine kontinuierliche Jugendarbeit zu gering gewesen seien. Für zweite Bürgermeisterin Kraus sei die Jugendarbeit, wie sie bis jetzt gelaufen sei, eher nur eine Alibifunktion gewesen, fügte sie kritisch an. Sie forderte einen festen Ansprechpartner im Gemeinderat für den künftigen Jugendreferenten und fügte an, dass Jugendarbeit immer präventiv sei.

Dass der Jugendreferent als Ergänzung zur Jugendarbeit in den Vereinen gesehen wird, kam unisono bei den verschiedenen Beiträgen heraus. Rätin Dagmar Netzer (Bürger für Marquartstein) führte noch an, dass in den Vereinen immer mehr Nachfolger für die Jugendarbeit gesuchten würden und die Vereine durch einen Jugendreferenten in diesen Bereich Unterstützung erfahren könnten. Für Gemeinderat Toni Entfellner (Die Grünen/Offene Liste) ist die Integration der Person, die die Jugendarbeit ausführt, entscheidend. Und darum solle diese Person von der Gemeinde angestellt werden. Hierzu meinte Gemeinderat Hubert Götschl (Bürger für Marquartstein), dass der Referent aus der Region kommen solle, damit sie oder er mit dem Vereinsleben in der Region vertraut sei.

Für Bürgermeister Andreas Scheck gibt es bei einer Anstellung des Jugendreferenten durch die Gemeinde Vor- und Nachteile. Wenn der Jugendreferent bei einem Träger an

gestellt sei, würde es für ihn mehr Möglichkeiten der Fortbildung geben und es würde auch die Möglichkeit geben, dass es bei Urlaub oder Krankheit eine Vertretung gebe. Letztlich gab es ein einstimmiges Votum für die Erweiterung der Jugendarbeit. MP