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Jugendliches Musizieren auf hohem Niveau

Die städtische Sing- und Musikschule Traunwalchen zeigte mit ihren acht erfolgreichen Schülern beim diesjährigen Regionalwettbewerb »Jugend musiziert« in Waldkraiburg ihr hohes Ausbildungsniveau. Alle Schüler zeigten beachtliche Ergebnisse. Sowohl die zum Großteil noch sehr jungen Teilnehmer als auch ihre Lehrer waren sehr zufrieden.

Die Schüler der städtischen Sing- und Musikschule Traunwalchen erzielten beim Regionalwettbewerb »Jugend musiziert« ausgezeichnete Ergebnisse. (Foto: Dieter Roth)

Beim traditionellen Preisträgerkonzert spielten die erfolgreichen Teilnehmer Auszüge aus dem jeweiligen Wettbewerbsprogramm vor heimischem Publikum in der Carl-Orff-Volksschule Traunwalchen. Die junge ambitionierte Geigerin Anna Tersteegen aus Chieming eröffnete das Konzert mit dem Rag »The Strenuous Life« von Scott Joplin. Sofort war ihre rhythmische Sicherheit in den zahlreichen Melodiensynkopen zu spüren. Begleitet von ihrem Lehrer Alexander Krins am Klavier, spielte sie mit klarem und bemerkenswert starkem Ton sämtliche Teile des Rags, der damit zu einer langen Ausdauerübung wurde, stets mit rhythmischer Sicherheit und im fröhlich antreibenden Gestus, der für die Ragmusik so typisch ist.

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Der junge Nußdorfer Geiger Konstantin Mayer hatte Pech gehabt. Sein Lehrer und Klavierbegleiter Alexander Krins wurde am Wettbewerbstag krank. Deshalb konnte er zum Wettbewerb nicht antreten. Beim Preisträgerkonzert konnte er sein Stück – eine Sonate von Arcangelo Corelli, endlich vortragen. Besonders in der Giga glänzte er durch einen guten dynamischen Aufbau. Mit dieser Qualität hätte er sicher auch beim Wettbewerb ein hervorragendes Ergebnis erzielt.

Ein beachtliches Ergebnis erzielte auch Stefan Huber auf dem Cello. Sein Lehrer Simon Nagl erklärte, dass er als einziger in seiner Altersklasse zum Wettbewerb antrat. Sein Abschneiden ist daher sehr hoch einzuschätzen. Im Konzert zeigte er eine virtuose Allemand von Johann Sebastian Bach aus der Cellosuite Nr. 1 in G-Dur. Trotz seines schnell gewählten Tempos war jede einzelne Melodie sauber ausgespielt. In der Sarabande überzeugte er durch seine ausdrucksstarke Melodieführung mit sauberster Intonation.

Auch die Bratschistin Magdalena Paschke war äußerst erfolgreich. Im Konzert zeigte sie mit einem quirligen Allegro aus dem Konzert in Es-Dur von J. S. Bach unzählige Melodiekaskaden. Ihre Viola glänzte im satten Ton, virtuos begleitet auf dem Klavier von Brigitte Käfferbitz. Besonders das abwechslungsreiche und selten gespielte Programm zeigte ihre Vielseitigkeit auf hohem Niveau, meinte Lehrer Alexander Krins.

Das Traunwalchener Gitarrentrio mit Simone Feichtner, Yasmin Jackel und Lucia Sigrid Branilovic spielte den »Rosaroten Panther« und »Unterm Texas Mond«. Die Ensembleleistung zeigte sich vor allem durch die gute dynamische Abstimmung: Sowohl Melodie als auch Begleitung waren deutlich und gut hörbar. Die Rhythmus-Groove beim »Rosaroten Panther« regte zum Mitschnipsen an. Ihr Spiel war souverän, und die Stücke waren dynamisch sehr gut abgestuft. Auch dieses Trio von Lehrerin Brigitte Brüderl war mit seinem Wettbewerbsergebnis sehr zufrieden.

Ein Konzerthöhepunkt war der Auftritt der jungen Sängerin Sinem Saygi. Völlig ohne Verstärkung und begleitet von Oliver Wroblowski auf der akustischen Gitarre, zeigte sie ihre wunderbare Naturstimme in Leonard Cohens »Halleluja«. Mit ihren vielen kleine Melodievariationen und Nuancen gestaltete sie das Lied zu einer ständig interessanten und packenden Geschichte. Ihren rauen Ton brachte sie im darauf folgenden »Rolling into Deep« von Adele deutlich hörbar zur Geltung. Immer war sie jedoch auf die stimmliche und interpretatorische Sicherheit bedacht, sodass ihr Vortrag vor einem begeisterten Publikum als »wirklich authentisch« empfunden wurde.

Zum Abschluss spielte die Bratschistin Elisabeth Edtmayer Stücke von Händel und Kalliwoda. Während sie das Händel-Adagio mit langgezogenen ruhigen Melodien reif ausgestaltete, zeigte sie ihre musikalische Beweglichkeit und Reife im zweiten Stück: Nach einem dramatischen Beginn wechselt das Stück in einen walzerartigen tänzerischen Teil. Quasi in einem Zwiegespräch zwischen den einzelnen Teilmelodien wechselte sie rasant schnell und gekonnt die Stimmung mit sicherer Rhythmik. Begleitet von der Pianistin Theresa Meier, war daher ihr hervorragendes Abschneiden im Wettbewerb verständlich.

Am Ende des Konzertes ehrten die Bürgermeister Parzinger, Graf und Gemeinderat Mittermaier aus Nußdorf sowie der Vorsitzende des Fördervereins der Musikschule, Johann Jobst, die erfolgreichen Teilnehmer. Bürgermeister Franz Parzinger wies vor allem auf die vorhandenen hervorragenden Ausbildungsmöglichkeiten der städtischen Sing- und Musikschule Traunwalchen hin.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

1. Preis: Anna Tersteegen, Violine; Magdalena Paschke, Viola; Elisabeth Edtmayer, Viola (alle Alexander Krins); Sinem Saygi und Oliver Wroblowski (Brigitte Brüderl).

3. Preis: Gitarrentrio Simone Feichtner, Yasmin Jackel, Lucia Sigrid Branilovic (Brigitte Brüderl); Stefan Huber, Cello (Simon Nagl).