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Kabarett-Brettl mit Michael Altinger und Freunden im Traunsteiner NUTS

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Michael Altinger (von links) sorgte mit seinen Gästen Sia Korthaus, Michi Marchner und Volker Weininger für einen unterhaltsamen Abend im NUTS. (Foto: Heel)

Wieder einmal hat der Kabarettist Michael Altinger mit seinen Gästen für beste Unterhaltung in der ausverkauften Traunsteiner Kulturfabrik NUTS gesorgt.


Wobei Altinger natürlich sofort auf das Thema zu sprechen kam, das alle seit Wochen beschäftigt: der Schulanfang und das damit verbundene Verkehrschaos. Einfach unglaublich, so Altinger, was diese »Helikopter-Eltern« mit ihren protzigen SUVs da treiben. Unglaublich aber auch, was die Kleinen heutzutage alles in die Schule mitschleppen müssen. Ihm selbst habe ein Füller genügt. Die Frage war nur: Geha oder Pelikan?

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Sein erster Gast war die Kabarettistin Sia Korthaus aus Köln, die mit Ausschnitten aus ihrem Programm »Sorgen? Mache ich mir morgen!« das Publikum auf eine Zeitreise in die 70er Jahre mitnahm, amüsant und temporeich. »Da konnte man sich auf VW noch verlassen«, erklärte sie und beschrieb höchst anschaulich, wie sie als Kind im VW-Käfer vom Sauerland an die Adria gereist war, ohne Klimaanlage, aber mit kettenrauchendem Vater und leicht verwirrtem Opa, der sich auf dem Weg nach Stalingrad wähnte. Kein Wunder also, dass ihr ständig kotzübel war.

Der Zweite im Bunde war der Münchner Michi Marchner, der Kostproben aus seinem Programm »Die Besten sterben jung« gab. Der Kabarettist, der auch als Musiker (»Les Derhosn«) unterwegs ist, entpuppte sich an diesem Abend als so mitreißender wie vielseitiger Sänger und Entertainer. So servierte er eine ungemein fetzige, mit bayerischem Text versehene Version des AC/DC-Hits »Highway to Hell«, sang ein freches Lied über Zifern (alter bayerischer Ausdruck für meist blonde Zicken), und dass er auch leisere Töne draufhat, bewies er mit der wunderschönen Ballade »Baby, mia wern oid«.

Daneben beklagte die zunehmende Technisierung der Welt, in der sein Handy einen höheren Intelligenzquotienten habe als er selbst – und gab zu, dass er heute den Rasen des Nachbarn mähen müsse, damit der zwölfjährige Nachbarsjunge ihm die neuesten Updates auf seinem Computer installiere.

»Das Leben ist ein kompliziertes Kerlchen«, meinte zu guter Letzt Volker Weininger, der Auszüge aus seinem Programm »Euer Senf in meinem Leben« zu präsentierte.

Der Rheinländer, der beinahe Deutsch- und Englischlehrer geworden wäre, erheiterte das Publikum mit seinen Parodien zum Expertentum, nicht nur in der Werbung: »Früher hat es nur zwei Experten gegeben: Peter Scholl-Latour und die Zahnarztfrau aus der Perlweiß-Werbung mit ihrer angeheirateten Fachkompetenz.«

Sehr lustig, aber irgendwie auch erschreckend waren auch die Schülerzitate, die er zum Abschluss brachte. So hatte einer auf die Frage nach dem Kastenwesen in Indien geantwortet: »Das Kastenwesen ist ein Fabeltier, halb Mensch, halb Kasten.« Wolfgang Schweiger

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