weather-image
10°
Das Bayernwerk investiert über 1,6 Millionen Euro in die Erneuerung des Schönauer Stromnetzes

Kabel für die Jennerbahn

Schönau am Königssee – Mit dem Jennerbahnneubau muss auch das Stromnetz in Schönau am Königssee grunderneuert werden.

Mit erheblichem Aufwand wurden Straßen in der kompletten Gemeinde Schönau am Königssee aufgerissen. (Fotos: Pfeiffer)

Das Bayernwerk investiert derzeit 1,6 Millionen Euro in zwei Schaltstationen im Dorf Königssee und an der Jennerbahn Mittelstation. Begleitet wird der Ausbau von umfangreichen Grabungsarbeiten in der Gemeinde.

Anzeige

Liftanlagen, Technik – und jede Menge Strombedarf. Dass die neue Jennerbahn ein Mammutprojekt ist, das nicht nur hinsichtlich der Investitionskosten Maßstäbe setzt, hatte sich abgezeichnet. Nun muss auch der örtliche Stromanbieter, das Bayernwerk, tief in die Tasche greifen. Pressesprecher Manuel Köppl sagt, dass die Erneuerung der Versorgung maßgeblich sei, um die Jennerbahn künftig mit Strom zu beliefern. »Die Seilbahn hat hohe Anforderungen, der Leistungsanspruch ist enorm.«

Die Kosten für die Baumaßnahme trägt das Bayernwerk selbst – man wolle insgesamt »die Netz- und Versorgungssicherheit in der Region stärken«, heißt es von dort. Somit soll die Investition nicht nur den Fahrgästen der neuen Jennerbahn zugute kommen, sondern auch allen Haushalten und Betrieben in deren Umfeld.

Die Arbeiten ziehen sich durch ganz Schönau:

Geplant ist der Neubau einer Zehn-Kilovolt-Schaltanlage im Gebäude der Talstation. Dies war notwendig geworden, da die Berchtesgadener Bergbahn AG die Talstation rückgebaut hatte und dadurch die dort vorhandene Schaltanlage für das Dorf Königssee nicht mehr genutzt werden konnte.

Bei der Zehn-Kilovolt-Schaltstation Königssee Dorf handelt es sich um einen wichtigen Netzknoten des Stromnetzes des Bayernwerks. Von hier aus werden zahlreiche Ortsnetztrafostationen angebunden. Deshalb erhält der Netzknoten eine neue, stärkere Verbindung in Form einer Doppelleitung, die bis nach Bischofswiesen in den Stangenwald verlegt wird. Dort befindet sich das 30-Kilovolt-zehn-Kilovolt-Umspannwerk, welches das Gemeindegebiet Schönau am Königssee, und damit unter anderem auch die Jennerbahn, die Rodelbahn und St. Bartholomä am Königssee, mit Elektrizität versorgt.

Hierfür mussten zwischenzeitlich durch das zuständige Bayernwerk-Netzcenter in Freilassing Provisorien im Mittelspannungsnetz aufgebaut werden. Kilometerlang werden also Kabel neu verlegt, die Schönau am Königssee mit Bischofswiesen verbinden. Im Zuge der Arbeiten mussten weite Teile der Gemeindestraßen aufgegraben werden, um die neuen Stromkabel verlegen zu können. Hunderte Meter Gehsteig wurden entfernt und erneuert. »Das ist ein positiver Nebeneffekt der aufwendigen Arbeiten«, sagt ein Verantwortlicher einer beteiligten Baufirma.

Gemäß Planung ist neben der Schaltstation Königssee Dorf eine weitere, zusätzliche Schaltstation an der Jennerbahn Mittelstation erforderlich. Veranschlagt wird diese mit 400 000 Euro. Deshalb wird im Bereich der Seilbahn-Mittelstation eine entsprechende Schaltanlage errichtet. Sie soll Mitte September geliefert werden. Der Schaltanlagenraum wird von der Jennerbahn zur Verfügung gestellt.

Gemäß Netzkonzept werden insgesamt sechs Ausleitungen benötigt, weitere 400 000 Euro teuer. »Das ist ein großer Akt, den selbst wir nicht alle Tage durchführen«, sagt Manuel Köppl vom Bayernwerk. Zumal die Schaltstation sowie die benötigten Mittelspannungsschaltfelder groß dimensioniert sind und erst einmal bis zur Jennerbahn-Mittelstation transportiert werden müssen. Beide Zehn-Kilovolt-Schaltanlagen werden von der Firma Schneider Electric vom Werk in Regensburg aus geliefert.

Die Gesamtinvestition für das Bayernwerk beträgt rund 1,6 Millionen Euro. Hinzu kommen noch »erhebliche«, nicht näher bezifferte Kosten für die Doppelleitung. In rund sechs Wochen soll die Verlegung der Stromkabel abgeschlossen sein. Schönau am Königssee wird dann an das Umspannwerk in Bischofswiesen angeschlossen sein. Für den Betrieb der Jennerbahn ab kommendem Jahr ist die Berchtesgadener Bergbahn AG dann gerüstet. Kilian Pfeiffer