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Kältester März seit 130 Jahren im Norden

Offenbach (dpa) - Ostereiersuchen im Freien - dafür sind diesmal Mantel, Stiefel, Mütze und Schal angesagt. Blühende Sträucher, bunte Blumen, frisches Grün - Fehlanzeige.

Eiskalter März
Im Nordosten Deutschlands geht der kälteste März seit mindestens 130 Jahren zu Ende. Foto: Martin Schutt Foto: dpa

Hartnäckig hält sich die Kälte in Deutschland - von null Grad im Nordosten bis zehn Grad im Süden reicht die Palette während der Ostertage.

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«Hoch "Jill" über Südskandinavien lässt einfach nicht locker und schickt uns weiterhin permanent kalte Luft aus russischen oder polaren Gefilden», sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch. Ein Frühlingsdurchbruch ist nicht in Sicht.

Auch Tief «Dieter», das bis Samstag Deutschland von West nach Ost überquert, werde es auch nicht wärmer machen, sondern Regen und Schnee bringen. Und danach dominiere wieder die Ostströmung: «Das garantiert die Fortdauer der zu kalten Witterung bis über Ostern hinaus», sagte Trippler.

Im Nordosten Deutschlands geht der kälteste März seit mindestens 130 Jahren zu Ende. Für Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin ermittelte der DWD Durchschnittstemperaturen bis zu knapp minus zwei Grad, die ganz dicht am bisherigen März-Kälterekord aus dem Jahr 1883 liegen. In den letzten vier Tagen des Monats entscheidet sich, ob es dort sogar einen Rekord gibt. Es wäre dann der kälteste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881.

Minus 1,72 Grad - das ist laut DWD die März-Durchschnittstemperatur dieses Jahres in Sachsen-Anhalt. Für diesen Mittelwert werden für jeden Tag die stündlich gemessenen Temperaturen addiert und die Summe durch 24 geteilt. Die Tages-Mittelwerte für jeden Tag des Monats werden dann addiert und durch die Zahl der Monatstage dividiert. Der bisher kälteste März in Sachsen-Anhalt hatte eine Durchschnittstemperatur von minus 1,74 Grad.

In Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern werde es definitiv nicht kälter als 1883, sagte DWD-Meteorologe Simon Trippler am Mittwoch.

«Im Süden geht es etwas gemäßigter zu.» Deshalb werde die Deutschlandbilanz, in die Werte aus allen Bundesländern einfließen, keinen Rekord-März ausweisen. «Bundesweit ist es "nur" der kälteste März seit 25 Jahren», sagte Trippler. Seit Beginn der Messungen 1881 sei der März in mindestens fünf Jahren kälter gewesen.