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Der neue Vorstand des Südostbayerischen Verbands der Obst- und Kleinbrenner: Zweiter Vorsitzender Wolfgang Hillreiner (von links), Vorsitzender Kajetan Schnitzer, Geschäftsführerin Andrea Westenthanner und Kassier Christian Stocker.

Kajetan Schnitzer aus Traunstein ist neuer Vorstand beim Brennerverband

Einen Wechsel gab es an der Spitze des Südostbayerischen Verbandes der Obst- und Kleinbrenner bei der Jahreshauptversammlung im Trachtenheim in Irschenberg. Kajetan Schnitzer aus Kammer bei Traunstein löst Andreas Franzl aus Dorfen-Oberkorb (Landkreis Erding) ab, der zehn Jahre an der Spitze der Vereinigung stand. Auch zweite Vorsitzende Brigitte Schauer aus Wackersberg (Bad Tölz-Wolfratshausen) kandidierte nicht mehr für dieses Amt und wird künftig nur noch als Beisitzerin ihre Erfahrung in die Verbandsarbeit einbringen.


Zu ihrem Nachfolger wählten die Mitglieder Wolfgang Hillreiner aus Adelshofen (Fürstenfeldbruck). Aus dem engeren Vorstand stellte sich lediglich Kassier Christian Stocker aus Großkarolinenfeld (Rosenheim) zur Wiederwahl. Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt. Die Geschäftsführung des Verbands bleibt in den bewährten Händen von Andrea Westenthanner aus Burgkirchen (Altötting). Derzeit gehören dem Verband mehr als 600 Mitglieder an. Trotz Corona und 15 Austritten im vergangenen Jahr stieg die Mitgliederzahl erneut an. Professionelle Beratung und Betreuung in der Geschäftsstelle sowie Kurse und Lehrgänge zu allen Fragen der Brennerei würden seit Jahren für einen kaum für möglich gehaltenen Zulauf sorgen, sagte der scheidende Vorsitzende Andreas Franzl. Auch viele Branchenfremde, Liebhaber edler Destillate oder Menschen, die das Brennen als Hobby interessant finden, würden zu diesem erfreulichen Aufschwung beitragen.

Zurückblickend auf seine zehn Jahre als Vorsitzender sagte Franzl: »Es war eine bewegte Zeit mit vielen Veränderungen.« In diese Zeit fiel auch der Wegfall des über 100 Jahre gültigen deutschen Branntweinmonopols, das die südostbayerischen Brenner dank ihres hohen Selbstvermarktungsanteils ohne große Einbußen überstanden haben. Noch zu keinem erfolgreichen Abschluss bringen konnte man die erst vor kurzem gestartete Initiative, das Brennkontingent von derzeit 300 Liter Alkohol pro Jahr zu erhöhen.

Geschäftsführerin Andrea Westenthanner hob das umfangreiche Kursprogramm für dieses Jahr vor. Sie berichtete, dass zuletzt im Mai Brenner aus fünf Landkreisen am Stammtisch im Gasthaus zur Post in Traunstein-Kammer teilnahmen. Westenthanner ging auch auf die Prämierung ein. Viele renommierte Brenner aus der Region haben daran heuer nicht mehr teilgenommen. Man kann das auch als Fingerzeig werten, dass der Wunsch besteht, die Prämierung weiter auf hohen Niveau zu halten, die Fortbildung in Zusammenarbeit mit den Edelbrandsommeliers wieder zu aktivieren und keine Kompromisse bei Organisation und Verkostung einzugehen.

Dem neuen Vorsitzenden blieb es schließlich vorbehalten, seinen Vorgänger sowie die ausscheidenden Vorstandsmitglieder und Beisitzer zu verabschieden. Kajetan Schnitzer versprach, sich für den Verband zu engagieren und ihn im Sinne seines Vorgängers zum Wohl aller Mitglieder weiterführen und fortentwickeln zu wollen.

-K.O.-