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Karibik-Polka in Berchtesgaden

Berchtesgaden - Ein paar oberbayerische Dorfmusikanten wollten auf Kuba nur Urlaub machen. Daraus wurde dann ein bayerisch-lateinamerikanischer Hogoascht. Und seitdem ist die Truppe als »Die CubaBoarischen« unterwegs. Mit Erfolg, wie der Besuch in Berchtesgaden bewies. Über 600 Musik-Freunde kamen im Großen Saal des Kongresshauses bei Jodlern im cubaboarischen Sound auf ihre Kosten.

Aus dem Mangfalltal ins Kongresshaus Berchtesgaden: die CubaBoarischen. Fotos: Anzeiger/kp
Akustische und optische Verstärkung direkt aus Kuba.

Bayern und Kuba? Passt das überhaupt zusammen? »Die sind unglaublich gut«, so ein Herr mittleren Alters aus Hallein. Wegen der Musiker war er in das Kongresshaus gekommen und dort zeigte sich, dass das, was im Jahr 2000 als Experiment auf Kuba begonnen hatte, bestens funktioniert. Eine Vermählung zweier Musikstile, bayerisch-lateinamerikanisch, vorgetragen von Musikanten aus dem Mangfalltal.

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»Wir freuen uns, dass die Resonanz so groß ist« - so begrüßte Hubert Meixner mit seinen sechs Kollegen das begeisterte Publikum. Die Musiker beherrschen neben dem Instrument auch den kubanischen Hüftschwung. »Wir fahren einmal im Jahr nach Kuba - ganz ohne Ehefrauen«. Vor zwölf Jahren das erste Mal. »Wir wollten nur Urlaub machen«, erzählte Meixner. Ein bisschen Sonne, ein bisschen Meer, ein paar Blicke riskieren auf jene kubanischen Schönheiten, von denen immer wieder die Rede ist.

Doch schon in der ersten Nacht traf man sich mit einheimischen Musikern an der Hotelbar. Die Rhythmen, die dort entstanden, ließen die bayerischen Urlauber nicht mehr los. Ob Salsa mit Polka oder Cha Cha Cha mit einem waschechten Hochzeitsmarsch Marke Alpenland - »es funktionierte«.

»Die kubanische Lebensfreude versteht sich exzellent mit dem bayerischen Humor«, wissen die CubaBoarischen. Da ist es dann auch schon wurscht, ob das, was die Musiker auf der Bühne von sich geben, Spanisch oder Bairisch ist. Die Sprache wird ähnlich oft gewechselt wie das Musikinstrument. Solange das Publikum mitmacht, mitsingt und mitklatscht, ist die Stimmung bestens. Und die Zuhörer sind von den außergewöhnlichen Bildern auf der Leinwand gefesselt. Da trifft die schneebedeckte Bergspitze auf schneeweißen Sandstrand, der Bayer auf den Kubaner, die Posaune auf das Bongo.

Und dann präsentierten die CubaBoarischen als Überraschungsgast eine kubanische Combo, die »Nueva Imagen«. Einen Monat lang touren die kubanischen Vollblut-Musiker mit den waschechten Bayern durch die Lande. Und verzücken das Publikum mit ihrem kubanischen Lebensgefühl, den heißen Rhythmen, den karibischen Congas.

Kuba ist für die bayerische Truppe inzwischen zur zweiten Heimat geworden. Der Besuch tausende Kilometer entfernt findet weiterhin einmal im Jahr statt.

Die Fan-Gemeinde der CubaBoarischen wächst derweil. kp