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Karl Ittameier im Alter von 86 Jahren gestorben

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Karl Ittameier war von 1967 bis 1978 evangelischer Pfarrer in Traunreut, von 1978 bis 1996 Dekan im evangelisch-lutherischen Dekanat Traunstein. (Foto: Eder)

Traunreut – Karl Ittameier ist tot: Er starb im Alter von 86 Jahren im Klinikum Traunstein – im Kreise enger Bekannter und in Anwesenheit des Krankenhausseelsorgers.


Gut zehn Jahre lang war er evangelischer Pfarrer in Traunreut gewesen, danach von 1978 bis 1996 Dekan im evangelisch-lutherischen Dekanat Traunstein. Die Beerdigung auf dem Waldfriedhof Traunreut findet am Donnerstag um 14.30 Uhr statt.

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Ittameier hat die ersten sieben Jahre seines Lebens mit seinen Eltern, einem Missionarsehepaar, in Tansania gelebt und danach seine Jugend in Franken verbracht. 1967 wurde er evangelischer Pfarrer in Traunreut, gut zehn Jahre war er Dekan. Nach Ende seiner Berufstätigkeit war er mit seiner Frau, die im vorigen Jahr verstorben ist, wieder nach Traunreut zurückgekehrt.

Blühendes Gemeindeleben mit vielen engagierten Menschen

In einem Gespräch mit unserer Zeitung hatte Ittameier aus Anlass seine 85. Geburtstages im Januar des vergangenen Jahres im Rückblick festgestellt, dass sich in seiner Zeit in Traunreut mit Hilfe vieler engagierter Menschen ein prosperierendes Gemeindeleben habe entwickeln können. Das sei eine sehr spannende Zeit gewesen. Und er erinnert sich auch noch an die vielen damals neu in Traunreut angekommenen Siebenbürger und wie die Menschen in der Stadt es geschafft haben, mit einer solchen Menge von Neuankömmlingen ohne große Konflikte auszukommen. Als Dekan – ein Amt, das er als »die schwierigste Zeit in meinem Leben« bezeichnete,  war Ittameier auch Vorsitzender des Diakonischen Werks. Schon in Traunreut hatte er kennenlernen dürfen, wie diakonische Einrichtungen – vor allem das Wilhelm-Löhe-Zentrum – in die Kirchengemeinde hineinwirken. Von daher habe sich in Ittameier die feste Einsicht entwickelt, dass es »keine Kirche gibt, ohne dass Gemeinde und Diakonie beisammen sind«.

Auch war er Mitglied der evangelisch-lutherischen Landessynode: Dort gehörte er unter anderem verschiedenen Arbeitskreisen an, war Mitglied bei der Prüfungskommission für das zweite theologische Examen, im Ausschuss für Fragen der Taufe und der Konfirmation, im Lehrplanausschuss für die Grund- und Hauptschulen und nicht zuletzt im gemeinsamen Arbeitskreis dreier Landeskirchen zum Thema »Glaube und Naturwissenschaften«, das Ittameier sein ganzes Leben lang sehr interessiert und das ihn auf vielerlei Weise begleitet habe. Der Einsatz von Karl Ittameier auf so vielen Ebenen wurde zum Abschluss seines Berufslebens mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt.

Über 40 Jahre Stiftungsbeirat in der Heidenhain-Stiftung

1996 ging Ittameier in den Ruhestand und setzte in Traunreut seine Mitarbeit in der Heidenhain-Stiftung fort: Über 40 Jahre war er Stiftungsbeirat, und zwölf Jahre lang saß er im Aufsichtsrat der Firma. Mit Dr. Johannes Heidenhain verband Ittameier eine vertrauensvolle Freundschaft. Als Heidenhain die Zukunft seiner Firma auf solide Beine stellen wollte, hätten er und Ittameier nächtelang über die richtige Vorgehensweise diskutiert. In seiner Zeit im Heidenhain-Aufsichtsrat, so erzählte Ittameier, seien ihm vor allem die Rechte der Belegschaft ein Anliegen gewesen.

In den letzten Jahren ließ seine Gesundheit mehr und mehr zu wünschen übrig. Vor vier Jahren erlitt Ittameier einen Herzinfarkt und musste sich einer schweren Operation unterziehen. Danach konnte er nur noch wenige Schritte frei gehen, zuletzt konnte er sein Bett gar nicht mehr verlassen. Zudem musste er regelmäßig ins Klinikum Traunstein, um sich einer Dialysebehandlung zu unterziehen.

Wie Tochter Doris schildert, hat er trotz des insgesamt immer schlechter werdenden Gesamtzustandes das ganze letzte Jahr noch in seiner Wohnung in Traunreut verbringen können, von Pflegekräften umsorgt. Er musste keinen einzigen Tag im Krankenhaus verbringen – mit einer Ausnahme in der vergangenen Woche, als er etliche Tage in Trostberg zur Beobachtung war.

Dort hat man ihn dann wieder entlassen. Aber ein paar Tage später, als er in Traunstein wieder zur Dialyse war, hat ihn das so geschwächt, dass er nur wenige Stunden später friedlich eingeschlafen ist in einer ruhigen und schönen Atmosphäre, wie Tochter Doris noch anmerkt. he