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Karl Lauterbach: "Dritte Welle hat angefangen"

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Lauterbach vor Gespräch mit Flick
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Karl Lauterbach (SPD), Gesundheitspolitiker. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Laut Karl Lauterbach (SPD) lässt sich eine dritte Infektionswelle "nicht mehr aufhalten": Der Lockdown wirke nicht stark genug gegen die Mutationen aus Großbritannien und Südafrika. Inzwischen seien der Anteil der mutierten Varianten an den Neuinfektionen zu hoch, dass sich nun aus dem Lockdown heraus eine dritte Welle anbahne.


In einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" sagte der Gesundheitsexperte, dass er in der nächsten Zeit mit Ausbrüchen in Schulen und Kitas rechne: "Ich war auch dafür, die Schulen und Kitas wieder zu öffnen – aber unter der Voraussetzung, dass die Antigen-Tests für die Kinder zweimal pro Woche vorbereitet sind. Das ist jetzt nicht der Fall." Er drängt auf eine schnelle Zulassung der Tests, da er wisse, "dass die Unternehmen, die diese Produkte schon vorproduziert haben, sie sehr rasch an die Schulen ausliefern könnten."

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Eine Öffnung von Einzelhandel und Gastronomie ist für Lauterbach noch nicht in greifbarer Nähe: "Ich glaube, dass wir die Inzidenzzahl von 35, wenn wir jetzt schon so früh in die dritte Welle kommen, an vielen Orten nicht mehr erreichen können. Öffnungsschritte würden sich also nach hinten verschieben. Immer noch hoffen viele, dass die Mutationen mit ihrer höheren Gefährdung vor allem im Ausland wirken und nicht so sehr bei uns. Auch gibt es Experten, die ich gar nicht kenne, die glauben, dass die Gefährdung aus saisonalen Gründen abnimmt. Das wird alles nicht geschehen. Das Problem wird sich nicht durch das bessere Wetter lösen. Die britische Variante B 1.1.7 wird dadurch nicht zurückgedrängt. Die neuen Varianten des Virus werden sich durchsetzen."

Dass man sich an einem Inzidenzwert von 35 für die teilweise Aufhebung der Maßnahmen orientiert, hält Lauterbach jedoch nach wie vor für sinnvoll: "Das gilt allein schon, weil der vorherige maßgebliche Wert von 50 noch ausgerichtet war auf den Ursprungstyp des Virus mit seinen Infektions- und Sterblichkeitsziffern. Der Wert von 35 ist dagegen ausgerichtet auf die Mutation B 1.1.7. mit ihrer größeren Gefährlichkeit. Wenn man bei 50 geblieben wäre, hätte man der erheblich höheren Sterberate nicht Rechnung getragen."

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