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»Kasperltheater« in der II. Eishockey-Liga

Als »Kasperltheater« hat Karl Aicher, stellvertretender Vorstand des Eishockey-Zweitligisten Starbulls Rosenheim, die jüngsten Querelen nach der Tagung der Eishockeyspielbetriebsgesellschaft (ESBG) bezeichnet.

»Es war ausgemacht worden, außer der Pressemitteilung zur Gesellschafter-Tagung nichts anderes nach außen dringen zu lassen«, erklärte Aicher. Daran hielten sich allerdings Kaufbeurens Vorstand Andreas Settele und Rießersees Geschäftsführer Ralph Bader nicht und äußerten sich negativ über das Abstimmverhältnis auf der Sitzung. Deshalb drohten sie, von der II. Eishockey-Bundesliga in die Oberliga zurückzukehren. Wie sich zwei Tage später herausstellte alles nur heiße Luft: Rießersee und Kaufbeuren spielen kommende Saison doch in der II. Liga. Ausschlaggebend sei im »Fall Rießersee« die Meinung der Fans und Spieler, die dort zuschauen und spielen wollen, wofür sich der SCR sportlich qualifiziert hat, so die SCR GmbH in einer Pressemitteilung.

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Was Rosenheims Vorstandmitglied Karl Aicher fast noch mehr in Rage versetzt, ist ein Brief des ESBG-Aufsichtsrats. Den Dresdner Eislöwen wurde ein Ultimatum bis Mitte dieser Woche gestellt, um alle bestehenden Hallen-Probleme zu lösen. Andernfalls würde die schon erteilte Lizenz für den Spielbetrieb der II. Bundesliga für die Saison 2012/2013 wieder entzogen werden.

»Dieses Schreiben verwundert umso mehr, da auf der Gesellschaftertagung eine Woche zuvor mehrheitlich beschlossen wurde, die Dresdner Eislöwen als Sonderfall zu behandeln und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die Dresdner Eislöwen wehren sich gegen diesen unrealistischen Termin und haben einen Anwalt eingeschaltet«, so die Eislöwen in einer offiziellen Pressemitteilung.

»Alle Clubs zeigten Verständnis und diskutierten verschiedene Varianten. Von unserer Seite wurde beispielsweise vorgeschlagen, unsere Auswärtsspiele gegen Dresden in unserer Halle auszutragen oder in den ersten Wochen die Löwen nur auswärts antreten zu lassen«, bot Aicher Lösungen für Dresdens unverschuldete Probleme bei der Sanierung des Hallendachs (Fertigstellung eventuell bis Ende Oktober) an.

»Es scheint mir, als wolle der DEB durch die Hintertür wieder seine gewünschte Ligastärke von 12 Mannschaften durchzudrücken, obwohl mehrheitlich beschlossen wurde, in naher Zukunft die Liga wieder auf 14 Mannschaften aufzustocken«, so Dresdens Geschäftsführer Broda. Dann hätte der DEB mit seinen treuhänderisch gehaltenen Stimmrechten die qualifizierte Mehrheit von 76 Prozent und könnt alle anderen ESBG-Gesellschafter überstimmen. Dieser Fall würde eintreten, wenn der DEB die Rechtslage der jüngsten Sitzung im Bereich der Stimmrechte nicht anerkennt und Widerspruch einlegt.

»Wie es auch immer kommt, wir sollten dafür kämpfen, dass Dresden uns erhalten bleibt – als Gesellschafter und als Spielgegner«, sagte Aicher und hofft, dass das »Sommer- beziehungsweise Kasperltheater« in der II. Bundesliga ein Ende findet und statt der Anwälte wieder die Eishockeyspieler im Mittelpunkt stehen. bz