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Kein Ärger mit dem Berger

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Neben vielen Geschichten und Anekdoten bekamen die Zuhörer in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS auch viel Musik serviert. (Foto: Heel)

Auf ein ungewöhnliches Konzerterlebnis können die zahlreichen Besucher der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS zurückblicken, die zu Schorsch Bergers CD-Präsentation erschienen waren.


Denn statt Musik gab es zunächst einen kurzen, recht spaßigen Film zu sehen, projiziert auf großer Leinwand, in dem Berger per Fahrrad beim NUTS ankommt und sich um Zutritt bemüht. Doch gleich darauf stand er persönlich auf der Bühne, sichtlich gerührt von dem herzlichen Empfang, der ihm von seinen Fans bereitet wurde. Nur die Musik ließ weiter auf sich warten, denn Berger hielt erst einmal ausführlich Rückschau, launig und anekdotenreich.

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Immerhin macht der heute 61-Jährige aus Mietenkam bei Grassau seit über 40 Jahren Musik, und da gab es einiges zu erzählen. So war er von 1978 bis 1982 Bandleader der legendären Band »Häppie Donnaboik’n« und von 1997 bis 2008 Chef der »Schorsch-Berger-Band.« 2011 dann – inspiriert durch das Debütalbum vom Keller Steff – bekam er erneut Lust, wieder auf der Bühne zu stehen und schrieb (unter vielem anderen) die 11 Lieder, die nun auf seiner CD »Schorsch« zu finden sind, eingespielt mit Dusan Pavlak (Gitarre), Beli Lichtenstein (Bass) und Julian Steffl (Schlagzeug).

Die ließen sich dann auch blicken, aber erst, nachdem wiederum ein kurzer, ebenfalls sehr lustiger Film vorgeführt worden war, der zeigte, wie die drei in einer schmucken, alten Limousine vorfahren und sich mit gravitätischer Pose auf den Weg ins NUTS machen. Ein wirklich witziger Einfall, der die Stimmung weiter anheizte und gespannt machte, was die vier »Filmstars« nun musikalisch anstellen würden. Um es gleich zu sagen: Man wurde nicht enttäuscht. Bereits mit ihrem ersten Stück »Clever & Smart«, das die Auswüchse der Ellbogen- und Statussymbole-Gesellschaft thematisierte, gewannen sie das Publikum für sich, woran sich bis zum Ende des Konzerts nichts mehr änderte. Denn auch viele der folgenden Lieder hatten eine klare Aussage, ohne deswegen aufdringlich oder platt zu wirken, sei es »Host du koan Guru« oder »Roboter«. Mundart-Rock für Seele, Herz und Hirn, von Berger & Co. souverän, wuchtig und mit spürbar ehrlicher Überzeugung dargeboten.

Grandios war auch seine selbstironische Country-Ballade »Ärger mitm Berger«, und bei seinem »Bayern«-Lied jodelte er sogar. Besinnlich wurde es dagegen zum Konzertende, als Berger das Lied »Hey Oida« ankündigte, das er für seinen viel zu früh verstorbenen Sohn geschrieben hat: »Hey Oida, des war unser Gruß und des wird er wieder sein, wenn wir uns wiedersehen«, so der Schorsch. Ein sehr anrührender Song, der trotz aller Trauer und Wehmut auch Hoffnung ausdrückte.

Als Zugabe präsentierten Berger & Co. dann noch zwei Lieder, die sie als knallharte Hardrocker auswiesen, wobei speziell Dusan an der Gitarre nochmals so richtig aufdrehte und mit brillanten Soli das begeisterte Publikum verwöhnte. Wolfgang Schweiger