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Kein Fußgängerüberweg an Traunerstraße

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Für eine Verkehrsinsel ist die Traunerstraße auf Höhe des Sparzer Stegs zu schmal. Aber wegen der parkenden Autos sei die Geschwindigkeit ohnehin geringer als an anderen Straßen im Stadtgebiet, hieß es in der Sitzung des Planungsausschusses. (Foto: Hohler)

Traunstein – An der Rechtslage scheiterte letztlich die Zustimmung des Planungsausschusses zu dem Vorschlag der CSU-Stadtratsfraktion, an der Traunerstraße auf Höhe des Sparzer Stegs einen Fußgängerüberweg zu errichten.


»Wir sind da von Anwohnern angesprochen worden«, sagte Fraktionssprecher Dr. Christian Hümmer dazu. Inzwischen hätten sich beiderseits der Straße viele Familien angesiedelt, die Straße sei viel befahren. »Sie ist für Kinder schwer zu queren«, so Hümmer.

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Bei der Überprüfung seien die Voraussetzungen für einen Fußgängerüberweg nicht erfüllt gewesen. Möglich sei ein Fußgängerüberweg ab 50 Fußgängern und mindestens 200 Fahrzeugen in der verkehrsstärksten Stunde, empfohlen werde er aber erst bei 450 bis 600 Fahrzeugen. Außerdem müsste der Überweg aus 100 Metern Entfernung erkennbar sein.

Die Erkennbarkeit sei aber in Richtung Salinenstraße durch eine Hecke, in der Gegenrichtung gegenüber der Einmündung des Seehuber Wegs durch abgestellte Fahrzeuge beeinträchtigt. Ein Querungsschwerpunkt könnte bei ähnlich geringem Fußgängeraufkommen auch an anderen Stellen in der Nähe des gewünschten Fußgängerüberwegs angenommen werden.

Zwischen 7 und 8 Uhr seien sechs Erwachsene und fünf Schüler bei 211 Autos gezählt worden, zwischen 12 und 13 Uhr zehn Erwachsene und sieben Schüler bei 126 Fahrzeugen. Eine – ebenfalls erforderliche – Beleuchtung wäre für 12 500 Euro machbar.

Die Verwaltung kommt zu dem Schluss, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen einen Fußgängerüberweg nicht zuließen. Auch die polizeiliche Stellungnahme beinhalte die Befürchtung. dass die Verkehrssicherheit nicht verbessert, sondern die Unfallgefahr im Gegenteil durch eine sogenannte »Scheinsicherheit« sogar noch erhöht würde.

Auch das geforderte Entfernen der parkenden Autos auf Höhe des Seehuber Weges werde nicht empfohlen, so die Verwaltung weiter. Denn tatsächlich dienten sie der Reduzierung der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten ebenso wie den Belangen der Anlieger, die ja Parkplätze bräuchten. Auf Höhe des Seehuber Weges seien in der Früh zehn Erwachsene und ein Schulkind, mittags sechs Erwachsene und gar kein Kind registriert worden. Auch Unfälle seien nicht bekannt.

Auf Höhe des Waldorfkindergartens seien nur 15 Prozent der gemessenen Fahrzeuge schneller gewesen als die anderen 85 Prozent mit 39 km/h.

»Laut Polizei wäre ein Fußgängerüberweg nicht gerechtfertigt«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel dazu. »Wer das unsicher findet, wird sich davon sicher nicht überzeugen lassen. Aber wir müssen auch an die Bezugsfälle denken, die wir schaffen würden.«

Laut Manfred Bulka helfe man sich andernorts im Stadtgebiet mit Verkehrsinseln, etwa an der Chiemseestraße oder an der Wasserburger Straße. »Aber das geht da nicht, dazu ist die Straße zu schmal. Aber wir versuchen mal zu eruieren, ob vielleicht die Ausweitung von Tempo 30 sinnvoll wäre.«

Letztlich beschloss der Ausschuss, dass es an der Traunerstraße aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei, einen Fußgängerüberweg zu schaffen. Aber im Sinne der Fußgänger-Sicherheit würden natürlich weitere Möglichkeiten geprüft. coho

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