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Kein Holz für das Wemholz

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Die Mauer muss weg: Die defekte Holz-Lärmschutzwand der Wemholz-Siedlung wird durch Steingabionen ersetzt. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Es ist etwas faul in der Wemholz-Siedlung. Und zwar die Lärmschutzwand. Die Holzkonstruktion hat einen mächtigen Sturmschaden und muss dringend ersetzt werden. Der Berchtesgadener Gemeinderat plädierte in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend deshalb nach intensiver Prüfung der Alternativen für sogenannte Steingabionen.


Marktbürgermeister Franz Rasp (CSU) war nicht gerade begeistert von dem Tagesordnungspunkt. »Das ist sehr unerfreulich«, sagte er. Denn die Holz-Lärmschutzwand am Wemholz ist nach einem Sturm nicht mehr standsicher. Und das, obwohl die Wand dort noch nicht lange steht. Eine Enttäuschung für den Gemeinderat.

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Markt muss zahlen

Denn der Markt muss die Kosten für die neue Wand zu 100 Prozent übernehmen. Deshalb schaute sich das Gremium die verschiedenen Bauarten genau an. Zur Auswahl standen sogenannte Steingabionen, also Drahtschotterkörbe, Erdgabionen, Stahlträger mit Holzausfachung und Stahlträger mit Kokosbespannung.

Steine schlagen Kokos

Hinsichtlich Kosten und Haltbarkeit kristallisierten sich die Drahtschotterkörbe als beste Lösung heraus. Sie kosten 4 100 Euro pro Jahr, gerechnet bei einer geschätzten Lebensdauer von 75 Jahren. Die Kokoswand zum Beispiel würde knapp 6 000 Euro im Jahr kosten. Weil sie nur 25 Jahre hält. Ein weiterer Vorteil sei laut Rasp und Marktbaumeister Peter Hasenknopf, dass eine Steinwand den Schall absorbiere und nicht reflektiere.

Die beiden Experten – Franz Rasp ist studierter Bauingenieur – kritisierten die bisherige Schutzwand massiv. »Holz ist an dieser Stelle das falsche Material. Denn dort gibt es immer Schatten und damit immer Feuchtigkeit«, betonte der Marktbürgermeister. Außerdem müsse eine Lärmschutzwand frostsicher sein. Christian Fischer

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