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Kein Kimi-Kurzzeitersatz - Hülkenberg setzt auf Sauber

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Stuttgart (dpa) - Kein Kimi-Ersatz, kein Lotus-Kurzarbeiter - für Nico Hülkenberg läuft im Rennen um ein Cockpit für 2014 wieder vieles auf eine weitere Saison bei Sauber hinaus.


Ausgerechnet dem Formel-1-Rennstall, bei dem er seinen Vertrag wegen ausstehender Gehaltszahlung vor Monaten schon gekündigt haben soll. Der 26 Jahre alte Emmericher entschied sich aber gegen einen vorzeitigen Wechsel zu Lotus als Ersatz für Räikkönen. Hülkenberg, dessen Karriere vor seinem Wechsel in die Formel 1 zur Saison 2010 geradezu optimal verlaufen war, bleibt Sauber treu.

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Auf jeden Fall für die letzten beiden Rennen in diesem Jahr am Wochenende in Austin und sieben Tage später in Interlagos. «Wir hatten ein Angebot von Lotus vorliegen und haben darüber beraten. Aber wir haben uns entschieden, dass Nico die letzten beiden Rennen bei Sauber fahren wird», sagte Hülkenbergs Manager Werner Heinz bild.de. Er beendete damit vorerst das Hin-und-Her um einen vorzeitigen Abschied vom Schweizer Rennstall.

Grundsätzlich habe die Entscheidung aber keinen Einfluss auf den im Raum stehenden Wechsel. «Das hat damit nichts zu tun», sagte Heinz der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch. «Die haben gefragt, wir haben Nein gesagt.»

Der Emmericher hätte bei Lotus Ex-Weltmeister Räikkönen ersetzen sollen, weil der sich einer Rückenoperation unterziehen muss. Zudem wechselt der Finne in der kommenden Saison zu Ferrari und bekam damit genau jenen Platz, auf den sich Hülkenberg auch große Hoffnungen gemacht hatte. Angeblich kam die Absage aus Maranello nach wochenlangen Verhandlungen seinerzeit per SMS.

Es ist nicht das erste Mal, dass der geradlinige Rheinländer in der Formel 1 vom Karriereplan etwas abkam und sich ein bisschen zum Gegenpol zum beständigen Erfolgslandsmann Sebastian Vettel von Red Bull entwickelt. Nach seinem starken Premierenjahr und einer Pole in Sao Paulo setzte Williams Ende 2010 Hülkenberg wieder vor die Tür. Für ihn kam Pastor Maldonado. Er brachte und bringt reichlich Sponsorengelder aus seiner Heimat Venezuela mit - und ist nun wohl der Top-Anwärter auf den Lotus-Sitz für Räikkönen.

Denn bei Williams musste Maldonado dem routinierten Brasilianer Felipe Massa weichen. Ja, genau der, dessen Cockpit Räikkönen bei Ferrari übernimmt; als Grund für seinen Weggang hatte der Finne übrigens ausstehende Gehaltszahlungen bei Lotus angegeben.

Zurück zu Hülkenberg: Der ehemalige GP2-Champion machte sich 2011 als TV-Experte und Ersatzpilot für Force India verdient. 2012 stieg er zum Stammpiloten auf, Landsmann Adrian Sutil musste weichen. Dann der Wechsel zu Sauber. Die Ambitionen zu Beginn waren groß, die Enttäuschung nach einer verkorksten ersten Hälfte riesig. Dennoch fuhr Hülkenberg dank starker Vorstellungen in den vergangenen Wochen 39 Zähler ein. Offensichtlich genügte die Lotus-Offerte dem Emmericher und seinem Management aber nicht. Möglicherweise scheuten sie auch die weiter unsichere Zukunft des Teams - ungeachtet der Beteuerungen einer Investmentgruppe namens Quantum. Auch sie wollte Hülkenberg.

Nun rückt Sauber aber als künftiger Arbeitgeber wieder in den Fokus. Eigentlich endet Hülkenbergs Vertrag bei den finanziell angeschlagenen Schweizern Ende dieser Saison. Doch weder ist der Mexikaner Esteban Gutiérrez für kommendes Jahr bestätigt, noch ist der Einsatz von Sergej Sirotkin für 2014 gesichert. Der 18-Jährige muss erst noch seine Fahrzulassung für die Formel 1 bekommen.

bild.de