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Kein Königstransfer: Frankfurt sagt Bendtner ab

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Nicklas Bendtner wird nicht nach Frankfurt wechseln. Foto: Thomas Eisenhuth Foto: dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Nach wochenlangem Werben um Nicklas Bendtner hat sich Eintracht Frankfurt doch nicht zum Königstransfer des dänischen Nationalspielers durchringen können.


Der hessische Fußball-Bundesligist nahm nach reiflichen Überlegungen Abstand von einer Verpflichtung des Enfant terrible vom FC Arsenal genommen. «Es hat sich in der Gesamtbetrachtung nicht ergeben», bestätigte Vorstandschef Heribert Bruchhagen der Nachrichtenagentur dpa einen entsprechenden Bericht des Fachmagazins «kicker». «Nach Abwägung aller Argumente hat sich eine Verpflichtung von Bendtner als nicht realistisch herausgestellt», sagte Bruchhagen.

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Am Mittwochabend informierte Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner Arsenal-Coach Arsene Wenger in einem Telefonat über die Absage. Eintracht-Boss Bruchhagen wollte sich zu den Gründen nicht näher äußern. «Es macht keinen Sinn, eine Begründung zu geben», betonte Bruchhagen. Am Ende dürften etliche Faktoren gegen den Dänen gesprochen haben: Zu teuer, zu extravagant und sportlich zu instabil.

Der 25-Jährige hatte in der vergangenen Saison auf Leihbasis für Juventus Turin gespielt, kam beim italienischen Meister verletzungsbedingt aber kaum zum Einsatz. Bei Arsenal stand Bendtner zuvor auf dem Abstellgleis, weshalb der Premier-League-Club aus London den EM-Teilnehmer von 2012 verkaufen will. Die Frankfurter hätten sich allerdings nur eine Ausleihe leisten wollen und können.

Zudem hätte der 1,94 Meter große Stürmer, der mit seinen Berater bereits eigens nach Frankfurt gejettet war, das Gehaltsgefüge bei den Hessen mächtig durcheinandergewirbelt. Bei Arsenal soll er drei bis vier Millionen Euro im Jahr verdient haben. In Frankfurt hätte er sich angeblich zwar mit 2,8 Millionen Euro zufriedengegeben, damit aber weit mehr eingestrichen als die Top-Verdiener Pirmin Schwegler und Alexander Meier (rund 1,8 Millionen).

Und dann ist da noch Bendtners Image als Bad Boy. So war der Däne im März alkoholisiert durch Kopenhagen gerauscht und hatte danach seinen Führerschein abgeben müssen. Trainer Armin Veh hatte erst unlängst erklärt, bei Neuverpflichtungen ganz besonders auf den Charakter der Spieler zu achten. «Mentalität schlägt Talent», lautet seine Maxime.

Bei der Eintracht konzentriert sich nun alles auf die seit Wochen angestrebte Verpflichtung des tschechischen Nationalstürmers Vaclav Kadlec von Sparta Prag. Allerdings ist ein Last-Minute-Deal nicht ausgeschlossen, weil die Tschechen Kadlec gerne noch in der Europa-League-Qualifikation am 22. und 29. August einsetzen würden. Die Transferperiode endet am 31. August.

«Wir sitzen jeden Tag zusammen und suchen nach der besten Lösung für beide Seiten», sagte Prags Vorstandsmitglied Jakub Otava. Für den bis 2014 an Prag gebundenen Kadlec müsste die Eintracht wohl mindestens drei Millionen Euro berappen. Bruchhagen kündigte an: «Wir werden die Stürmersuche noch einmal intensivieren.»