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Kein Poker: Heynckes lüftet Finalelf

München (dpa) - Erst die Schale - jetzt die Pokale. Nach zwei Tagen Erholung hat der FC Bayern seinen Countdown für das große deutsche Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund gestartet.

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Jupp Heynckes hat die Vorbereitung auf den Fußball-Höhepunkt des Jahres begonnen. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa

«Jetzt sind die Feierlichkeiten vorbei, jetzt wird im Training hart gearbeitet», verkündete Kapitän Philipp Lahm. Alkohol vom Wochenende musste beim ersten Training «gar nicht» mehr ausgeschwitzt werden, bemerkte Bastian Schweinsteiger, der als sechsmaliger Meister verschmitzt hinzufügte: «Ich habe mich eh zurückgehalten und die vorgelassen, die die Meisterschaft zum ersten Mal gefeiert haben.»

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Elf Tage vor dem heißen Kräftemessen präsentierte sich der deutsche Fußball-Meister bei seinem Medientag in der Münchner Arena vor 190 Reportern aus aller Welt entschlossen, die Wunden der Endspiel-Pleiten 2010 und 2012 am 25. Mai zu schließen. Trainer Jupp Heynckes pokerte nicht einmal - er präsentierte vor laufenden Kameras seine Finalelf für Wembley: «Beide Mannschaften kennen sich gut. Es gibt keine Geheimnisse», meinte er.

Der größere Siegeswille könnte den Ausschlag geben - zu einer dritten Finalpleite sagen die Münchner nein, danke! «Wir sind unheimlich stabil vom Mentalen her. Uns wirft überhaupt nichts um», versicherte Heynckes: «Wir haben ein klares Ziel, den Henkelpott zu gewinnen. Davon lassen wir uns auch nicht abbringen.»

Gerade das Final-Drama 2012 im eigenen Stadion gegen den FC Chelsea soll sogar zusätzliche Energien freisetzen, die schon zur Bundesliga-Dominanz beigetragen hätten. «Mich persönlich hat die Niederlage hier sehr motiviert», verkündete Schweinsteiger.

«Wenn man so aufsteht und so eine Saison spielt, aus solchem Holz sind besondere Menschen geschnitzt - und das sind meine Spieler», schwärmte Heynckes: «Spieler der Generation Lahm, Schweinsteiger haben die Motivation, die Gier, das i-Pünktchen zu setzen.» Dabeisein im Endspiel reiche keinem mehr, erklärte Arjen Robben: «Es ist schön, ein Finale zu spielen. Am Ende muss man auch eines gewinnen.»

Die «einzigartige Konstellation» (Heynckes) eines deutschen Endspiels wird zur besonderen Herausforderung mit einem Schuss Extramotivation. «Ich mag Würze, deswegen finde ich es gut, dass wir gegen Dortmund spielen, weil dann noch mehr Brisanz drin ist», sagte Nationalspieler Thomas Müller voller Vorfreude. Heynckes erwartet ein Duell mit offenem Visier: «Es gibt keine Geheimnisse.»

Als wenn der 68-Jährige das untermauern wollte, lüftete er vor den Augen der Welt seine Finalelf. Beim 20-minütigen Trainingsspiel ließ er Neuer, Lahm, Boateng, Dante, Alaba, Martínez, Schweinsteiger, Robben, Müller, Ribéry, Mandzukic als A-Team antreten, das gegen die Reserve 1:1 spielte; Torschützen Mario Mandzukic und Mario Gomez.

«Ich spüre bei den Spielern eine Stimmung, dass wir alle fokussiert sind», erklärte Heynckes, der den BVB als Gegner sehr ernst nimmt: «Es ist ein Club, der nicht einfach zu spielen ist - das sind wir aber auch nicht!» Schweinsteiger erwartet ein «enges Spiel».

Zum Warm-up für Wembley wird das letzte Ligaspiel am Samstag, das gerade für Heynckes «nicht unbedeutend» ist. In Mönchengladbach ist er vor 68 Jahren zur Welt gekommen und bei der Borussia als Spieler und Trainer groß geworden. «Es wird das letzte Bundesligaspiel für mich als Trainer», bekräftigte er. Zudem schloss er erstmals aus, nochmal einen Top-Club in Europa zu übernehmen.

«Wenn ich zehn, 15 Jahre jünger wäre, würde ich ganz profund an ein Engagement im Ausland denken.» Die Verkündung des Karriereendes rückt näher. Vielleicht äußere er sich «in der ersten Juni-Woche». Abhängig macht der Triple-Jäger Heynckes das auch vom Ausgang der Endspiele gegen Dortmund und im Pokal gegen den VfB Stuttgart: «Mal sehen, wie ich dann drauf bin, ob ich gut aufgelegt bin.»