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Verwaltungsgericht München verbietet Baubeginn – Rüge für Landratsamt

Kein Wasserkraftwerk am Felsentor?

Ramsau – Umweltschutz geht vor Energiegewinnung aus Wasserkraft: Das Verwaltungsgericht München hat dem Bau eines Wasserkraftwerks am Felsentor (wie mehrmals berichtet) einen Riegel vorgeschoben. Nach einer am Montag veröffentlichten Entscheidung untersagten die Richter den sofortigen Baubeginn, den der Energieversorger gegen den Willen des Landratsamtes durchsetzen wollte. Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) und der Landesfischereiverband klagen gegen das Vorhaben an der Ramsauer Ache.

Wenn es nach dem Verwaltungsgericht München geht, bleibt hier vorerst alles so, wie es ist. (Foto: Wechslinger)

Zwar hatte das Landratsamt Bau und Betrieb der Anlage im August genehmigt, den Sofortvollzug aber verwehrt. Dem schloss sich nun auch das Gericht an. Denn die Richter halten die Klage der Naturschützer und Fischer für erfolgversprechend. Die Ramsauer Ache stelle am sogenannten Felsentor auf etwa 300 Metern Länge einen naturnahen Bereich eines Fließgewässers dar, der dem gesetzlichen Biotopschutz unterliegt, heißt es zur Begründung. Daher sei die Wasserkraftanlage nur genehmigungsfähig, wenn ein überwiegendes öffentliches Interesse daran bestehe, sie gerade dort zu bauen. Hierin bestünden aber erhebliche Zweifel, so das Gericht in seiner Mitteilung.

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Es erteilt in seinem Beschluss auch dem Landratsamt einen Rüffel: Die Behörde hätte eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen müssen, bevor sie die Baugenehmigung erteilte, schreiben die Richter den Beamten ins Stammbuch. Gegen den Beschluss kann Beschwerde zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingelegt werden.

Der Unternehmer Josef Vollmer plant das moderne Wasserkraft am Felsentor seit über fünf Jahren. Kostenpunkt: mindestens 5 Millionen Euro. 3,5 Millionen Kilowattstunden Strom möchte er mit dem Kraftwerk erzeugen. 980 Haushalte könnten damit mit Elektrizität versorgt werden. dpa/cfs