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Keine Chance beim letzten Saisonkampf

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Harte Arbeit für den deutschen Freistil-Vizemeister bei den Herren, Benedikt Argstatter (oben), in der Kategorie bis 86 Kilo gegen Berchtesgadens Andreas Rühle. (Foto: Bittner)

Zum zweiten Duell des TSV Berchtesgaden gegen den SC Anger in dieser Saison kam es am Samstag in Anger – gut 500 Zuschauer sorgten rein von der Kulisse her für einen würdigen Schlussstrich unter eine lange und turbulente Bayernliga-Saison. Das angekündigte Highlight zum Jahresfinale blieb allerdings aus.


Dem SC Anger wurden nach netto nicht einmal 30 Minuten Kampfzeit insgesamt keine Vorwürfe gemacht. Die Berchtesgadener brachten jedoch keine allzu große Gegenwehr zustande. Anger gewann 32:0. In allen zehn Duellen zusammengerechnet kam Berchtesgaden gerade mal auf acht Wertungszähler. Anger freute sich damit über Tabellenplatz drei, drei Punkte vor dem TSV Berchtesgaden, der Vierter wurde.

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Schultersiege für Anger

Die von Mike Günther und Uwe Petersen gecoachten Gäste verweigerten das öffentliche Wiegen und verzichteten im Vergleich zum Hinkampf auf vier damals eingesetzte Ringer. Die Hausherren veränderten ihr Team sogar an fünf Positionen – und gewannen am Ende noch deutlicher. Ein Achselwurf brachte Andreas Bauer in der Klasse bis 57 Kilo griechisch-römisch nach wenigen Augenblicken 4:0 in Front. Weitere Zweier-Wertungen ließen ihn Stück für Stück auf 10:0 davonziehen, ehe ein abschließender Schultersieg die volle Vier-Punkte-Ausbeute für den SCler bedeutete. 35 Sekunden ließ im Anschluss Mihaly Szabo (130 Kilo Freistil) seinen Berchtesgadener Kontrahenten Hans Preinfalk mitmachen, ehe er ihn ebenfalls auf beide Schulterblätter beförderte. Auf 12:0 gesamt baute Richard Magnucz den Angerer-Vorsprung aus. Schultersieg nach 3:42 Minuten und immerhin vier Wertungszählern für Sebastian Hillebrand bis 61 Kilo Freistil. Der Pausengong hatte den in der bedrohlichen Brücke befindlichen Berchtesgadener vor einer Niederlage bereits nach den ersten drei Minuten Kampfzeit gerettet. Kurz danach hatte Hillebrand den Angerer sogar selbst in die Bredouille gebracht, musste sich aber schließlich auskontern lassen.

Der 12:2-Endstand schmeichelte Mathias Edfelder im Anschluss etwas, denn mit Lukas Gruber hatte er weitaus mehr Arbeit, als es das Resultat auszusagen vermochte. Am Ende musste Edfelder zwei berechtigte Passivitätspfiffe von Souverän-Mattenleiter Mario Baumeister aus Nürnberg hinnehmen, rettete sich aber gerade so geschickt vor der dritten Verwarnung ins Ziel. Anger führte 15:0 und gleich drauf 19:0, weil Korbinian Hillebrand zweieinhalb Kilo über dem erlaubten Gewichtslimit bis 66 Kilo Greco lag und den Vierer somit herschenkte. Der TSVler trat Felix Baumgartner dennoch gegenüber, der Angerer wuchtete Hillebrand mit einem Armzug »Salto Mortale« über sich hinweg. Nach sieben Sekunden lag der Berchtesgadener im griechisch-römischen Stil auf den Schultern.

Auf der Matte ging es nach der Pause in der gleichen Tonart weiter. Andreas Rühle bereitete dem amtierenden deutschen Freistil-Meister bei den Herren, Benedikt Argstatter, zunächst einige Mühe in der 86-Kilo-Klasse. Der Sportclub-Athlet musste sich gegen den zwei Kilo leichteren TSVler ordentlich anstrengen, um am Ende ein 8:2 einzufahren. Berchtesgaden lag nun bereits mit 0:21 aussichtslos hinten.

Den härtesten Fight des Abends lieferten sich Lukas Laue und Matthias Eckart (71 Kilo Freistil). Laue wollte den TSV-Ehrenpunkt unbedingt, fand jedoch kein Mittel, um dem Angerer ein Bein zu stellen – 0:2. Völlig ausgepumpt gingen beide nach sechs ausgeglichenen Minuten von der Matte.

Keine Gegenwehr

Der 22:0-Führung setzte Dennis Baumgartner einen weiteren Vierer oben drauf, Schultersieg gegen Stefan Rieder (80 Kilo griechisch-römisch) nach nur 22 Sekunden. Keinerlei Anstrengungen brachte im Anschluss Alexander Petersen bis 75 Greco-Kilo gegen Sebastian Bethke auf, der verdutzt schaute, als sich sein Gegner nach sechs Sekunden freiwillig hinlegte und mit einem Schmunzeln von dannen zog.

Im zehnten und letzten Kampf der Saison ging es noch einmal über die volle Sechs-Minuten-Distanz: Andreas Hillebrand kämpfte, doch Maxi Pöschl rang den Berchtesgadener in der Klasse bis 75 Kilo Freistil nieder. Der Endstand lautete somit 32:0 für den SC Anger. Hans-Joachim Bittner