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Keine Gastgeschenke: Vettel will Heimfluch beenden

Hockenheim (dpa) - Weg mit dem Juli-Fluch, her mit dem ersten Heimsieg in der Formel-1-Karriere von Sebastian Vettel. Allerdings muss der Doppelweltmeister auch die Mercedes-Konkurrenten Michael Schumacher und Nico Rosberg auf dem Hockenheimring fürchten.

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Sebastian Vettel will beim Heim-Grand-Prix gewinnen. Foto: Gerry Penny Foto: dpa

Mit der nötigen Unterstützung soll es für Vettel aber im fünften Anlauf endlich zum ersten Mal klappen. «Es werden viele Freunde da sein und meine Familie. Natürlich würde ich gern gewinnen, nachdem es mir bislang beim Großen Preis von Deutschland noch nicht gelungen ist», sagte der Red-Bull-Pilot, der generell im Juli noch nie triumphiert hat.

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Hockenheim-Chef Georg Seiler prophezeite indes, dass drei der fünf deutschen Piloten - zu den Podestkandidaten gesellen sich noch Nico Hülkenberg und Timo Glock - am Ende vorne liegen würden. «Nachdem es in diesem Jahr schon so viele Sieger gab, bin ich jedoch überzeugt, dass beim Deutschland-Grand-Prix drei Deutsche auf dem Podium stehen», sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Für Vettel, der im knapp 50 Kilometer entfernten Heppenheim aufgewachsen ist, wird der zehnte Saisonlauf von insgesamt 20 Rennen zwar auch eine Frage der Heim-Ehre. «Wir sind vielleicht nicht für unsere Strände und Meere berühmt, aber ich weiß jetzt schon, dass die Fans und die Stimmung wieder genial sein werden», meinte er. Der Titelverteidiger muss im Kampf um seinen historischen WM-Hattrick gegen Spitzenreiter Fernando Alonso und seinen Teamkollegen Mark Webber aber dringend mal wieder zurückschlagen.

Insbesondere nachdem Webber zuletzt in Silverstone seinen zweiten Saisonsieg feierte und wenige Tage danach seinen Vertrag bei Red Bull bis Ende 2013 verlängerte. Viele Chancen auf seinen ersten WM-Titel wird der bald 36 Jahre alte Australier nicht mehr bekommen. Und wie man in Deutschland vor dem eigenen Teamkollegen gewinnt, weiß Webber: 2009 verwies er Vettel auf dem Nürburgring auf den zweiten Platz. Und über den Hockenheimring, auf dem Webber vor acht Jahren einmal vom 13. Startplatz bis auf Rang zwei gerast war, sagte er: «Es ist eine Strecke, auf der Du attackieren kannst.»

In der WM-Wertung liegt Webber (116) auf Rang zwei mit 13 Punkten Rückstand auf Ferrari-Star Alonso (129). Vettel (100) hat 29 Zähler weniger als der spanische Spitzenreiter und kann daher selbst mit einem Sieg (25 Punkte) AM Sonntag auf dem 4,574 Kilometer langen Hockenheimring nicht die WM-Führung zurückerobern. Womöglich aber eine Woche später, wenn es in Ungarn zum letzten Lauf vor der Sommerpause kommt.

Die WM-Spitze ist für Schumacher kein Thema. Selbst nach bald 300 Rennen ist der Auftritt vor den heimischen Fans aber auch für den siebenmaligen Weltmeister etwas besonderes. «Heimvorteil vielleicht nicht, aber Heimatgefühle schon», sagte der Wahl-Schweizer Schumacher, der sich am Mittwochabend mit Vettel bei einem Benefiz-Fußballspiel im Stadion von Eintracht Frankfurt noch auf das Rennen einstimmen wollte.

Neun seiner 91 Siege feierte Schumacher vor heimischer Kulisse, zuletzt 2006 mit den Erfolgen auf dem Hockenheim- und dem Nürburgring. «Natürlich fühlt man als deutscher Fahrer eine andere Vorfreude, wenn man zum Grand Prix von Deutschland antritt und weiß, dass alle Zuschauer auf den Tribünen hinter dir stehen. Das macht einen stolz, und es puscht die Motivation automatisch noch etwas höher». So hoch, dass der 43-Jährige den Mercedes-Anhängern einen Anlass zum Feiern prophezeite.

Den könnte aber auch Teamkollege Nico Rosberg liefern. Nach seinem Sieg in China schwächelte er zuletzt mit Platz 15 in Silverstone. In der WM-Wertung verlor Rosberg als Sechster mit 75 Punkten etwas den Kontakt zur Spitze. «In Hockenheim gibt es lange Geraden und kurze Kurven - das sollte dem Silberpfeil liegen», meinte der gebürtige Wiesbadener aber zuversichtlich.

Allerdings zeigte sich vor allem Webbers und Vettels Red Bull zuletzt noch einmal deutlich verbessert. Und im Gegensatz zu McLaren, das mit den Ex-Champions Lewis Hamilton und Jenson Button lediglich zum Top-Ten-Kandidaten avancierte, bekam Ferrari seinen Wagen immer besser in Fahrt. Zudem kommt Alonso mit guten Erinnerungen nach Hockenheim: 2010 gewann der Spanier den Deutschland-Grand-Prix. Diesmal soll es jedoch keine Gastgeschenke geben.

Daten und Fakten zum Hockenheimring