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Keine Panik : Watzke sagt 50-Millionen-Investition zu

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BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke will noch neue Spieler verpflichten. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa
Verstärkung
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Pierre-Emerick Aubameyang steht vor einem Wechsel zum BVB. Foto: Etienne Laurent Foto: dpa

Dortmund (dpa) - Während die Rivalen aus München, Gelsenkirchen und Leverkusen in ihrer Kaderplanung schon sehr weit sind oder sie gar schon abgeschlossen haben, warten die BVB-Fans sehnsüchtig auf positive Nachrichten aus der Manager-Abteilung.


Immerhin scheint kurz vor dem Start ins Trainingslager an diesem Mittwoch noch der Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang von französischem Erstligisten St. Etienne verpflichtet worden zu sein. Zuvor war der griechischen Innenverteidigers Sokratis, der den Weggang von Santana zum ungeliebten Nachbarn Schalke 04 kompensieren soll, geholt worden.

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«Man darf sich nur nicht von zum Teil unsinnigen Gerüchten und anonymer Panikmache in Internetforen verrückt machen lassen», beruhigt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im «Bild»-Interview. «Unsere Fans können sich darauf verlassen, dass wir mit einer schlagkräftigen Truppe wieder angreifen werden.»

Vollmundig kündigte der BVB-Boss zum wiederholten Mal «deutliche Investitionen» an und nannte die Zahl von 50 Millionen Euro (Sokratis inklusive), die man für Verstärkungen ausgeben könne. Abzüglich der kolportierten acht Millionen Euro, mit denen man Sokratis bei Werder Bremen loseiste, und den von bild.de geschätzten 13 Millionen für Stürmer Aubameyang blieben noch 29 Millionen Euro. Ein ordentlicher Batzen Geld. Dennoch geistern seit Wochen Worte wie «Investitionsstau» durch die Medien, das Fachmagazin «Kicker» titelte am Montag ebenso plakativ wie nachvollziehbar: «Aktenzeichen BVB 09 ungelöst».

Noch kennt Cheftrainer Jürgen Klopp jedes Gesicht, wenn er am Mittwoch das Flugzeug besteigt, welches das Team zum ersten Trainingslager nach Kirchberg in Tirol bringt. Wie der an der Hüfte operierte Lukasz Piszczek und die Nationalspieler Robert Lewandowski, Jakub Blaszczykowski und Mitch Langerak hat auch Sokratis noch Urlaub. Aubameyang soll schon auf der Geschäftsstelle gesehen worden sein. Watzke und BVB-Manager Michael Zorc waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Watzke bestätigte, dass man seit langem eine «kurze Liste» habe «mit einigen wenigen Namen, die wir verpflichten wollen. Wir sind unverändert dran!» Weil sich der Transfer von Kevin de Bruyne (FC Chelsea) nicht realisieren ließ, werden derzeit viele andere Namen gehandelt. Jüngster Topkandidat soll der armenische Mittelfeldstar Henrich Mchitarjan von Schachtjor Donezk sein - Aubameyang war nicht dabei. Das generelle Problem für BVB-Sportdirektor Michael Zorc, dem Watzke die «Federführung» bei der Transferpolitik überlässt, ist: Die ganze Welt glaubt, der Champions-League-Finalist schwimme im Geld. Und so schnellen die Preise in die Höhe, sobald der BVB auf den Plan tritt.

Watzke verwies auf diese Schwierigkeit. «Mit Geld können wir in Verhandlungen mit abgebenden Clubs alles schnell lösen. Aber wir sind nicht nur der sportlichen Ambition verpflichtet, sondern wollen auch wirtschaftlich weiter sinnvoll handeln.» Übersetzt heißt das: Der BVB will sich bei den Transfergeschäften nicht über den Tisch ziehen lassen und Fantasiepreise bezahlen. Vor allem das sei der Grund, warum die avisierten Neuverpflichtungen noch auf sich warten ließen, bestätigte Watzke. «Deshalb dauert es in diesem Sommer etwas länger. Wir haben aber eben auch nicht das Geld, um 22 Nationalspieler zu verpflichten und mit Gehalt bei Laune zu halten», sagte er mit Blick auf europäische Großclubs wie Bayern München, Real Madrid oder englische Vereine.

«Ich verstehe die ganze Aufregung nicht», betonte unlängst Manager Zorc. Schließlich sei noch genügend Zeit, die durch Mario Götzes Abgang nach München entstandene Lücke zu schließen und den Kader auch in der Breite zu verstärken. Das Transferfenster schließt erst am 31. August, allerdings drängt die Zeit schon ein wenig, denn bis zum ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal am 3. August beim SV Wilhelmshaven ist es nur noch genau einen Monat. Gleichwohl bleibt auch Kapitän Sebastian Kehl optimistisch: «Unser Team wird sicher nicht schlechter sein als letztes Jahr. Ich glaube sogar, dass wir besser werden.»