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Keine Spielhalle im Bahnhof Berchtesgaden

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Im Bahnhof Berchtesgaden wird es nun doch keine Spielhalle geben. Der Mieter und Investor zog gestern seinen Bauantrag unmittelbar vor einem Gerichtstermin zurück. (Foto: Kastner)

Berchtesgaden – Erleichterung machte sich gestern im Berchtesgadener Rathaus breit. Denn im denkmalgeschützten Bahnhof soll nun offenbar doch keine Spielhalle errichtet werden. Investor Johannes Schöb aus Kempten zog unmittelbar vor dem Verhandlungstermin am Münchner Verwaltungsgericht seinen Bauantrag zurück. Die Marktgemeinde Berchtesgaden, die das Projekt von Anfang an abgelehnt hatte, hatte gegen die Genehmigung des Landratsamtes geklagt.


Die Projektentwicklung Schöb hatte noch vor dem Verkauf des Bahnhofs an die Imvest München GmbH von Ralph Müller einen Mietvertrag unterzeichnet, in dem der Betrieb einer Spielhalle auf rund 300 Quadratmetern enthalten war. Nach dem Grundsatz »Eigentumsrecht bricht nicht Mietrecht« hätte Ralph Müller nichts gegen eine Spielhalle unternehmen können, obwohl seine eigenen Pläne eigentlich den Einbau eines Irish Pubs vorsahen.

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Auch im Berchtesgadener Rathaus wollte man den Betrieb einer 23 Stunden am Tag geöffneten Spielhalle im Bahnhof Berchtesgaden unter allen Umständen vermeiden. Der Gemeinderat Berchtesgaden hatte sich einstimmig gegen das Projekt ausgesprochen. Man hält den Bahnhof, in dem es auch Wohnungen gibt, für Mischgebiet, das eine Nutzungsänderung für den Betrieb einer Vergnügungsstätte nicht zulässt.

Anders sah man die Angelegenheit im Landratsamt, das dem Bauantrag des Mieters die Genehmigung erteilte. Im Berchtesgadener Rathaus wollte man sich damit nicht abfinden und beschritt den Klageweg. Gestern hätte nun das Münchner Verwaltungsgericht entscheiden sollen, ob im Berchtesgadener Bahnhof ein Freizeit- und Eventcenter mit insgesamt zwei Spielhallen entstehen darf. Doch unmittelbar vor dem angesetzten Termin erfuhr der »Berchtesgadener Anzeiger« auf Nachfrage bei Geschäftsleiter Anton Kurz von der Marktgemeinde Berchtesgaden, dass Investor Schöb seinen Bauantrag zurückgezogen habe. Anton Kurz geht davon aus, dass das Thema »Spielhalle« jetzt ad acta gelegt werden kann. Stattdessen sollte Eigentümer Ralph Müller hier nun seine Pläne zur Errichtung eines Irish Pubs realisieren können. Geschäftsleiter Anton Kurz: »Das ist natürlich sehr erfreulich. Besser hätte es für uns nicht laufen können.« Ulli Kastner