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Kerosinstarkes Luftgetöse für eine stille Nacht

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Die Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf: Dort findet am Heiligen Abend um 17 Uhr vor der Kapelle eine Gedenkfeier zu Ehren von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr statt. (Foto: Tourismusverband Oberndorf)

In Salzburg bekam vor wenigen Tagen ein Flugzeug der AUA den Namen »Silent Night« verpasst. Der Salzburger Erzbischof rückte persönlich aus zur Segnung. Kerosinstarkes Luftgetöse künftig für »Stille Nacht« also. Wer misstrauisch ist gegen zu viel Dezibel am Firmament, dem sei gesagt, dass auch in den Bodenstationen nicht wenig Lärm herrscht. Und Betriebsamkeit in Tagen wie diesen sowieso. »Die Stille Nacht-Gemeinden rüsten sich für das Jubiläumsjahr«, verkündet die Salzburger Landeskorrespondenz.


Die neu gegründete »Stille Nacht 2018 GmbH«, eine gemeinnützige Gesellschaft des Landes Salzburg, ist dieser Tage in ein neues Büro gezogen. In jenem historischen Gebäude neben dem Orchesterhaus und dem Schauspielhaus (im Nonntal), wo bisher die Volkskultur-Einrichtungen residierten, bringt man ab sofort »Stille Nacht« auf Hochtouren.

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Aber was tut sich gerade in den Salzburger Stille-Nacht-Gemeinden? Es gibt deren sieben im Bundesland: Arnsdorf, Hallein, Hintersee, Mariapfarr, Oberndorf, Stadt Salzburg und Wagrain. Manches sei schon fertig, »da und dort« seien die Arbeiten noch im Gange, weiß die Landeskorrespondenz. So werde beispielsweise in Arnsdorf derzeit die Wallfahrtskirche »Maria im Mösl« saniert. In Hallein wird das Stille-Nacht-Museum im ehemaligen Wohnhaus Grubers für das Jubiläumsjahr neu gestaltet und im September 2018 eröffnet. Darüber hinaus wird derzeit auch die Gruber-Orgel in der Stadtpfarrkirche generalsaniert.

In Hintersee steht seit etwas mehr als einem Jahr die neue Joseph-Mohr-Kapelle. Im Sommer 2018 soll hier auch noch ein Themenweg entstehen. Bereits im Vorjahr abgeschlossen wurde die Renovierung der Kirche in Mariapfarr, einer der größten Pfarrkirchen des Landes. In Oberndorf wurden ebenfalls 2016 der Stille-Nacht-Bezirk neu gestaltet und im alten Pfarrhof das neue Stille Nacht-Museum eingerichtet. Und in Wagrain wurde erst kürzlich das neue Stille-Nacht-Museum im Pflegerschlössl offiziell eröffnet.

Mit Museums-Hardware ist es freilich nicht getan. In einem gemeinsamen Projekt der Stille-Nacht-Gesellschaft in Kooperation mit der Stille Nacht 2018 GmbH, der SalzburgerLand Tourismus GmbH, der ARGE Stille Nacht Land Salzburg und dem Referat Volkskultur werden gerade »Stille Nacht Scouts« ausgebildet. Mit Zertifikat ist man dann so etwas wie ein Nationalpark-Ranger, aber eben ganzjähriger Weihnachtsbesinnungs-Junkie. Die Ausbildung richte sich vor allem an Leute, die in Museen und im Tourismus tätig sind, an Fremdenführerinnen und Fremdenführer und an Lehrerinnen und Lehrer, heißt es.

Neun Museen und Orte in Salzburg, Oberösterreich und Tirol schließen sich im nächsten Jahr zu einer dezentralen Landesausstellung »Stille Nacht« zusammen (29. September 2018 bis 3. Februar 2019). Mit dabei logischerweise auch die Museen in den Salzburger Stille-Nacht-Gemeinden. Wer allerdings schon in den nächsten Tagen Zeit und Lust für einen Museumsbesuch hat, kann sich bereits jetzt in den Stille-Nacht-Museen in Arnsdorf, Oberndorf, Mariapfarr und Wagrain schlau machen. Wenn man das hinter sich hat, kann man quasi vierfach entspannt ins Jubeljahr des Weihnachtsliedes gehen. 1818 ist es in Oberndorf das erste Mal erklungen. Der Text  ist  zwei Jahre älter, Joseph Mohr  hat ihn im Lungauer Mariapfarr geschrieben.

Was sich noch anbietet in den nächsten Tagen: Im nördlichen Flachgau wird seit Jahren der Gruber-Mohr-Gedenkgang als Fackelwanderung von Arnsdorf nach Oberndorf am Nachmittag des 24. Dezember veranstaltet. In Oberndorf findet dann traditionellerweise am 24. Dezember um 17 Uhr vor der Stille Nacht-Kapelle eine Gedenkfeier zu Ehren von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr statt. In Wagrain wird am Stefanitag, am 26. Dezember, um 17 Uhr in der Pfarrkirche das Joseph Mohr Gedächtnissingen stattfinden, zum 57. Mal schon. Reinhard Kriechbaum