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Kick it like Papa: Söhne in den Fußstapfen ihrer Väter

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Die Gaudinos
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Wie der Vater, so der Sohn! Maurizio Gaudino (l) und sein Sohn Gianluca. Foto: Roland Weihrauch Foto: dpa

München (dpa) - Kaum erwarten konnte Maurizio Gaudino das Ende der Partie der Bayern gegen Wolfsburg. Zum Ende des Bundesligaauftakts stürmte der 47-Jährige auf den Rasen, um seinen Sohn zu beglückwünschen.


Gianluca, Sohn des Ex-Nationalspielers, hatte gerade als viertjüngster Bayern-Spieler in der Bundesliga debütiert - und damit bei den Verantwortlichen Lobeshymnen ausgelöst.

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«Ich bin erstaunt, dass ein 17-jähriger Bursche bei Bayern München in der ersten Mannschaft eine solche Leistung abliefert», lobte im Anschluss Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Und auch Trainer Pep Guardiola freute sich über Gaudinos Auftakt: «Es ist nicht einfach, mit 17 in der Allianz Arena zu spielen. Er hat ein paar sehr, sehr gute Pässe gespielt.»

Doch mehr als alle anderen freute sich Maurizio Gaudino über den Erfolg seines Sohnes: «Ich hoffe, das ist der Start in eine schöne Karriere für ihn», sagte er nach dem Spiel im Interview mit «Sport1».

Dass die Söhne bekannter Fußballer ihren Vätern nacheifern, kommt häufig vor - Mehmet Scholls Sohn Lucas lief bei der Vorbereitung des FCB beim Telekom-Cup in Hamburg auf, auch bei den beiden Testspielen gegen Memmingen (3:0) und Duisburg (1:1) kam er zu Einsätzen. Zum Saisonauftakt stand er im Kader der Bayern, durfte aber noch nicht spielen. Nur selten schaffen die Söhne es aber auch tatsächlich, aus dem Schatten der Väter zu treten. Häufig endet die Karriere, bevor die Erwartungen erfüllt sind.

«Ich konnte meinen Vater nicht mehr sehen», antwortete einst Stefan Beckenbauer auf die Frage, warum er nach zwei Spielzeiten beim FC Bayern zum lokalen Rivalen TSV 1860 München wechselte. An den Erfolg seines Vaters Franz Beckenbauer konnte der Sohn nicht anknüpfen. Zu groß waren die Fußstapfen, die der «Kaiser» hinterlassen hatte.

Von Beginn an wird die Leistung des Nachwuchses mit der des Vaters verglichen. Auch Gianluca Gaudino muss sich dem stellen. Mit exakt 17 Jahren, 9 Monaten und 11 Tagen war er bei seinem ersten Spiel in der Bundesliga zwar 13 Tage älter als sein Vater bei dessen Debüt 1984, hielt sich dafür aber deutlich länger auf dem Platz: Während Gianluca nach 90 Minuten ausgewechselt wurde, flog sein Vater nach einer halben Stunde mit einer Roten Karte vom Feld.

Maurizio Gaudino ist stolz auf die Leistung seines Sohnes. Dass dieser dabei vom großen Namen profitiert, schließt der Vater aus. «Er arbeitet sehr professionell. Er ist bodenständig, sehr ruhig, zielorientiert. Und er weiß, was er will», sagte er.

Gute Voraussetzungen also, um mit dem Vater gleichzuziehen - oder gar einer der wenigen Fußballersöhne zu werden, die Vaters Karriere sogar noch toppen. Das gelang bislang nur wenigen - doch wenn, dann richtig. Oliver Kahn beispielsweise überflügelte die Karriere seines Vaters, des Bundesligaspielers Rolf Kahn, um Längen.

Doch selbst wenn das nicht gelingt, schließen die Söhne irgendwann Frieden mit dem großen Namen. Stefan Beckenbauer hat dies bereits geschafft. Er sucht heute nach neuen Fußball-Talenten - für den FC Bayern.

Interview Maurizio Gaudino