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Als Ersatz für den maroden Erdbehälter der Trinkwasserversorgung in der Gemeinde Seeon-Seebruck, wurden in Waltenberg zwei neue Hochbehälter aus Edelstahl errichtet. Die beiden Behälter mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 1000 Kubikmeter Trinkwasser befinden sich in einem Gebäude in Holzständerbauweise. (Archiv: Rasch)

Kiesabbau und PV-Freiflächen werden Rat weiter beschäftigen

Seeon-Seebruck – Emotional umstrittene Themen wie Kiesabbau oder Photovoltaik (PV)–Freiflächenanlagen werden den Seeon-Seebrucker Gemeinderat auch heuer beschäftigen. Wie mehrfach berichtet, will die Chiemsee-Gemeinde künftig konkrete Flächen für den Kiesabbau bestimmen. Ähnlich verhält es sich mit der Ausweisung von PV-Freiflächen. Auch hier will die Gemeinde künftig ein Auge darauf werfen, welche Flächen in Betracht gezogen werden. Diese und weitere Themen schnitt Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) in seinem verspäteten Jahresrückblick 2021 in der Gemeinderatssitzung an. Dieser war in der Weihnachtssitzung aus Zeitgründen in das neue Jahr verschoben worden.


Zum laufenden Verfahren für die Ausweisung von Kiesabbau-Konzentrationszonen teilte Bartweber auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts mit, dass aktuell die Einwände der zweiten Auslegung des Bebauungsplans ausgearbeitet werden. Spätestens im April würden die Ergebnisse dann demGemeinderat zur weiteren Beratung vorgelegt. Bei den PV-Freiflächen rechne er bis Mitte März mit einem Ergebnis, welche Flächen in Betracht gezogen werden. Diese müssten dann aber noch auf ihre Machbarkeit geprüft werden. Aber nicht nur diese zwei umstrittenen Themen beschäftigten das Ratsgremium im vergangenen Jahr. In den über 40 Stunden, in denen der Gemeinderat beisammengesessen sei – die Sitzungen des Bau- und Entwicklungsausschusses sind hier nicht eingerechnet – sei einiges mehr los gewesen, sagte Bartlweber.

Unter anderem erinnerte er an die Ausweisung eines Ausweichparkplatzes für Tagesausflügler und Radfahrer am Ortsende von Seebruck und an den ersten Bauabschnitt des Ausbaus der Pattenhamer Straße in Truchtlaching. Der erste Bauabschnitt der 1,5-Millionen-Euro-Maßnahme konnte zeitnah abgeschlossen werden. Seinen Aussagen zufolge, sei im Zuge des ersten Ausbauteilstücks auch die Entwässerung des Mühlenwegs erneuert worden. Im Laufe des kommenden Frühjahrs soll dann mit dem Ausbau des zweiten Streckenabschnitts begonnen werden. In Betrieb genommen werden konnte laut des Bürgermeisters der neue Hochbehälter in Waltenberg. Hier wurden als Ersatz für den maroden Erdbehälter zwei Edelstahlbehälter mit einem Fassungsvermögen von jeweils 500 Kubikmeter Trinkwasser errichtet. Die beiden Behälter befinden sich in einem 24 mal 13 Meter großen Gebäude in Holzständerbauweise. In den Kosten in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro ist auch der Rückbau des maroden Erdbehälters enthalten. Der mittlerweile stillgelegte Behälter soll laut Bartlweber zeitnah ausgebaut werden. Nachdem die Gemeinde in der Vergangenheit kontinuierlich in ihr Leitungsnetz investiert hat, wurde ihr für die neue Baumaßnahme eine Förderung von rund 500.000 Euro in Aussicht gestellt.

Vorangetrieben worden sei auch das Wohnprojekt Ischl. Die Gemeinde habe vor Jahren das sogenannte »Harrecker-Anwesen« in Ischl bei Seeon erworben und möchte dort neuen Wohnraum schaffen. Das Wohnhaus soll nur saniert werden und das Gewölbe des Stalls, das bereits abgebrochen wurde, muss neu aufgebaut werden. Insgesamt werden dort 11 Wohnungen entstehen, die ausschließlich an Einheimische vermietet werden sollen. – Nach den Worten des Bürgermeisters habe heuer die Planung für ein neues Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Seeon oberste Priorität. Die verschobene Baumaßnahme habe mehr oder weniger Planreife, sodass noch heuer die Ausschreibungen der Gewerke auf den Weg gebracht werden könnten. Das neue Gebäude soll 2024 bezugsfertig sein. – Über weitere Punkte aus der jüngsten Gemeinderatssitzung wird gesondert berichtet.

ga