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Kim Ki-duk trotz Vorwürfen bei Berlinale

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Kim Ki-duk
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Kim Ki-duk will sich der Debatte stellen. Foto: Claudio Onorati/ANSA Foto: dpa

Die Berlinale will sich der Debatte um Missbrauch in der Filmbranche stellen. Das haben die Verantwortlichen von Anfang an betont. Offenbar gehört dazu auch die Einladung an einen beschuldigten Filmemacher.


Berlinale (dpa) - Die Berlinale hat den mit Gewaltvorwürfen konfrontierten südkoreanischen Regisseur Kim Ki-duk bewusst zum diesjährigen Festival eingeladen.

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Man wolle damit einen Beitrag zu diesem schwierigen, aber wichtigen Thema leisten, erklärte Paz Lazaro, Leiterin der Sektion Panorama, am Montag auf dpa-Anfrage.

»Kim Ki-duk hat uns zugesagt, sich dieser Debatte, die über seinen Film hinausgehen mag, zu stellen«, so Lazaro. Es sei eine bewusste kuratorische Entscheidung gewesen. Drei Tage vor Beginn des Festivals begann unterdessen der Ticketvorverkauf unter großem Publikumsinteresse.

Eine südkoreanische Schauspielerin hatte dem Regisseur vorgeworfen, sie bei den Dreharbeiten zu seinem Film »Moebius« 2013 mit Gewalt zu nicht im Drehbuch enthaltenen Sex- und Nacktszenen gezwungen zu haben.

Festivaldirektor Dieter Kosslick betonte, ein koreanisches Gericht habe den Vorwurf der sexuellen Nötigung im vergangenen Jahr mangels Beweisen zurückgewiesen. Deshalb habe die Sektion Panorama sich entschieden, nicht in eine Vorverurteilung zu gehen, sondern Kim Ki-duks aktuellen Film »Human, Space, Time and Human« zu zeigen.

»Selbstverständlich verurteilen wir jegliche Gewalt am Set, egal ob sexueller oder anderer Natur«, betonte der Berlinale-Direktor erneut. Andere Filme hat Kosslick nach eigenen Angaben wegen laufender Missbrauchsvorwürfe zurückgewiesen. Titel und Namen nannte er nicht.