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Kinder legen sich mit vier auf Schreibhand fest

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Linkshänder
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In der Schule kann eine unentschiedene Händigkeit Probleme bereiten. Foto: Sebastian Kahnert Foto: dpa

Rechte oder linke Hand: Viele Kinder können sich in frühen Jahren nicht entscheiden. Mit vier legen sie sich meistens fest. Wenn nicht, sollte es bis zur Einschulung erfolgen.


München (dpa/tmn) - Bei manchen Kindern wird es früh deutlich, ob sie eher die linke oder die rechte Hand bevorzugen. Die meisten wechseln eine Zeit lang hin und her und legen ihre Präferenz erst mit vier Jahren fest.

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Spätestens mit der Einschulung sollte die Händigkeit entschieden sein. Ist das nicht der Fall, können Eltern den Kinderarzt oder speziell geschulte Berater ansprechen. Darauf weist Johanna Barbara Sattler mit Blick auf den Internationalen Linkshändertag (13. August) hin. Sattler leitet eine Beratungsstelle für linkshändige Kinder in München.

In der Schule kann eine unentschiedene Händigkeit Probleme bereiten: Ein mehrmaliges Umstellen der Schreibhand ist eventuell für die Entwicklung des Kindes nachteilig.

Vermuten Eltern, dass ihr Kind Linkshänder ist, platzieren sie bestimmte Sachen am besten mittig: etwa, indem sie den Löffel mittig in den Teller legen, oder die Malstifte in die Mitte des Blattes legen. So haben Mädchen und Jungen die freie Wahl.

Auf keinen Fall sollten Eltern ihr Kind im Gebrauch der Hand umschulen. Daraus können Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten entstehen bis hin zu feinmotorischen Defiziten.

Linkshänder haben Nachteile

Von Haushaltsgeräten wie Scheren bis zu Musik- und Sportgeräten - fast alle Alltagsgegenstände werden für Rechtshänder entwickelt. Rechts gilt in vielen Kulturen als «normal». Generationen von kleinen Linkshändern wurden darum gedrillt, das «schöne Händchen» rechts zu nutzen und sich der Mehrheit anzupassen. Die Schätzungen zur Zahl der Linkshänder schwanken erheblich: Zwischen 5 und 25 Prozent könnten es nach Ansicht von Forschern sein.