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Kindergarten St. Oswald bekommt eine vierte Gruppe

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Die Arbeiten am Kindergarten St. Oswald haben begonnen. Auf dem Gelände am Kellerweg stellt die Stadt Container auf. In dem Notquartier geht im nächsten Monat eine weitere, dann vierte Gruppe in Betrieb. (Foto: Monika Skolimowska/dpa)

Traunstein – Eine Notunterkunft am katholischen Kindergarten St. Oswald am Kellerweg errichtet die Stadt. Weil sie dringend weitere Plätze für die Betreuung benötigt, legt sie mit dem Aufstellen von Containern die Grundlage für eine weitere, dann vierte Gruppe. Bereitgestellt hat sie nun das Geld. Einstimmig hat der Ausschuss für Finanzen und Beteiligungen des Stadtrats außerplanmäßige Ausgaben, die bislang im städtischen Haushalt nicht vorgesehen waren, in Höhe von rund 70.000 Euro genehmigt.


Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) unterstrich den Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen für Mädchen und Buben im Kindergartenalter. Nach den Anmeldungen im Mai habe sich ein »erhebliches Defizit« ergeben. In der Zusammenarbeit mit dem Mütterzentrum und der Verwaltung des Kindergartens St. Oswald habe die Stadt diese Lücken dann in der Folgezeit schließen könne.

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Die Beratungen hätten zu dem Ergebnis geführt, im Kindergarten St. Oswald zu den drei bereits vorhandenen Gruppen kurzfristig und notdürftig eine vierte hinzuzufügen. Die Stadt gehe nun daran, Systemelemente – Container, die bislang an der Grundschule in Haslach stehen und dort nicht mehr gebraucht werden – am Kellerweg aufzubauen.

Hümmer meinte, dass die Betreuung in der vierten Gruppe nach den Herbstferien beginnt. »Wir können am Montag, 9. November, starten« – vorausgesetzt, das Infektionsgeschehen in der Corona-Krise wirbelt nicht noch einmal alles durcheinander.

Die Stadt sei zum Handeln gezwungen, so der Oberbürgermeister. Sie komme nicht umhin, 70.000 Euro in die Hand zu nehmen und eine weitere Gruppe im Kindergarten St. Oswald zu schaffen. Der Oberbürgermeister verwies darauf, dass die Stadt den Rechtsanspruch auf Betreuung erfüllen müsse. »Wir haben keine andere Wahl, weil wir diese Plätze zur Verfügung stellen müssen«. Hümmer sah die Stadt jedoch nicht nur in einer rechtlichen Verpflichtung, sondern auch in einer gesellschaftlichen Verantwortung, sich für die Familien einzusetzen – und so komme sie letztlich dem Auftrag, weitere Kindergartenplätze zu schaffen, nun gerne nach.

Manfred Aicher von der Stadtverwaltung erläuterte, dass die Arbeiten am Kindergarten bereits begonnen hätten. Um Platz für die Container zu bekommen, mussten seinen Angaben zufolge drei Bäume gefällt werden. Die Umsetzung der Systemelemente erfolge in der nächsten Woche. Aicher meinte, dass die Bauarbeiten dann wie geplant Anfang November zu Ende gehen.

Dr. Patrick Nepper (Bündnis 90/Die Grünen) fragte, ob die Betreuung denn vielleicht auch etwas früher als am 9. November beginnen könne. Ein Bedarf sei gegeben. Hümmer entgegnete ihm, dass die Türen so bald wie möglich aufgehen werden.

»Das Geld ist gut investiert«, meinte Nils Bödeker (SPD/Die Linke). Die Errichtung einer vierten Gruppe im Kindergarten St. Oswald sei »sehr begrüßenswert«. Einen Wermutstropfen sah Bödeker allerdings darin, dass die drei Bäume entfernt worden seien – alte Bäume, die ihn schon zu Kindergartenzeiten begeistert hätten.

Isabelle Thaler (CSU) sprach von ein »sehr guten Zusammenarbeit« der Stadt und der Pfarrei St. Oswald. Alle zusammen zogen ihren Angaben zufolge an einem Strang, um weitere, dringend benötigte Betreuungsplätze im Kindergarten zu schaffen. Und insbesondere lobte sie auch das Team in der Einrichtung mit Leiterin Anita Rehrl, das einen freundschaftlichen und vertrauensvollen Umgang untereinander pflege. Die gute Stimmung breite sich aus – auf die Kinder und die Eltern.

Das Aufstellen von Containern am Kindergarten bezeichnete Ernst Haider (UW) als »relativ teure Lösung«. Die Stadt hätte auch eine Immobilie anmieten können – was billiger gewesen wäre. Hümmer antwortete ihm, dass die Stadt eine vierte Gruppe sicherlich »wirtschaftlicher« hätte darstellen können. Doch organisatorisch wäre eine Betreuung »am anderen Ende der Stadt nicht machbar«. Schließlich erfolge der Betrieb im Kindergarten auf einem »engen Austausch«.

Georg Osenstätter (Initiative Traunstein) fragte insbesondere, wie denn die städtische Prognose für den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen laute. Die Stadt verfüge über so viele Plätze, dass sie jeden angemeldeten Anspruch erfüllen könne, meinte Oberbürgermeister Hümmer zum Ist-Stand. Was die Zukunft betreffe, so sei eine Vorhersage schwierig. Schließlich sei nicht absehbar, ob die Berechtigten dann ihre Ansprüche tatsächlich geltend machen. Vor diesem Hintergrund sei die Stadt aufgefordert, eine »gewisse Reserve« zu schaffen.