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Für 20 Jahre Mitgliedschaft bei der Kinderkrebshilfe ehrte Rosmarie Baumgartner (v.l.) Anneliese und Georg Putzhammer, Rita Steinbacher, Heidi Weidenspointner, Ursula Kilzer und Gerlinde Paulin. (Fotos: privat)

Kinderkrebshilfe meistert schwierige Zeiten

Berchtesgadener Land/Traunstein – Für vom Krebs betroffene Familien da zu sein, sie zu unterstützen und ihnen zu helfen, wo Hilfe dringend nötig ist: Die Kinderkrebshilfe Berchtesgadener Land/Traunstein kommt dieser Aufgabe seit bereits 20 Jahren nach, auch in den schwierigen Zeiten von Corona. Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins im Gasthaus »Hofwirt« in Oberteisendorf wurde deutlich, wie dringend erforderlich diese Unterstützung gerade während der Pandemie war und ist. 


Die Vereinsvorsitzende Rosmarie Baumgartner eröffnete die Versammlung und bat zu Beginn um ein stilles Gedenken für die im vergangenen Jahr verstorbenen Schützlinge sowie Mitglieder der Kinderkrebshilfe.

Teisendorfs Bürgermeister Thomas Gasser hatte ein nachdenkliches Grußwort vorbereitet. In der Vereinsarbeit der Kinderkrebshilfe, so Gasser, hat man mit Menschen zu tun, bei denen der Alltag nicht »normal« ist. Mit Menschen, die die Krankheit Krebs in ihren Alltag integrieren müssen. Das hat für Gasser einen ganz anderen Stellenwert, als wenn das Benzin oder die Lebensmittel teurer werden. Die Kinderkrebshilfe ist hier sehr gefordert, er lobte die Arbeit, die vom Verein geleistet wird.

»Nicht jammern, sondern machen« sei hier die Devise. Das nahm auch Rosmarie Baumgartner in ihrem Rechenschaftsbericht auf, in dem sie den oft schwierigen, von Corona geprägten Jahresverlauf 2021 schilderte. Sie berichtete über eine weitere Steigerung der Mitgliederzahlen auf 312 und stellte die Veränderungen dar, die die Pandemie für das Vereinsleben und die betreuten Familien mit sich brachte.

Gejammert wurde aber trotzdem nicht, sondern »rundherum mit viel Flexibilität der Laden am Laufen gehalten«. Viele Aktivitäten mussten abgeändert werden, damit sie stattfinden konnten. Die Osternestsuche mit Familienfrühstück fiel aus, stattdessen wurden Ostertüten an die Familien verteilt. Der traditionelle Pfingstausflug konnte erst gegen Ende der Sommerferien stattfinden. Die alljährliche Nikolausfeier beim »Hofwirt« war nicht möglich, da Feiern allgemein untersagt waren. Somit fand eben nur eine Geschenkabholung auf dem Parkplatz vor dem Vereinsheim statt. Der Nikolaus und sein Engerl waren allerdings anwesend, das ließ sich der Verein nicht nehmen.

Ebenfalls gebeutelt wurde die Kinderkrebshilfe mit dem »Kaufhaus für'n guadn Zweck«. Anfang 2021 ging gar nichts, der obligatorische letzte Samstag im Monat konnte kaum eingehalten werden, alle paar Wochen gab es neue Regelungen und Vorschriften zu Inzidenzzahlen, 2G oder 3G, veränderte Einlassbestimmungen, beschränkt auf eine bestimmte Quadratmeterzahl, berichtete die Vorsitzende. Doch auch hier fanden sich Lösungen.

Voll des Lobes war Rosmarie Baumgartner über die ehrenamtlichen Helfer, die das ganze Hin und Her stets eifrig und voller Tatendrang mittrugen – ebenso an den zusätzlich eingeführten Verkaufsterminen, die die Verluste der ausgefallenen wieder hereinholen sollten. Und auch die Kundschaft des Kaufhauses ertrug die vielfältigen Veränderungen und Vorschriften mit viel Geduld. Froh um jeden Verkaufstag war man bei der Kinderkrebshilfe, da auch 2021 wieder viele Spenden von Feiern und Benefizveranstaltungen ausgefallen sind. Beim Verkauf waren jedoch immer Kunden dabei, die eine extra Spende gaben. So konnten die betreuten Familien weiterhin im gewohnten Umfang finanziert und unterstützt werden. Der ausgegebene Betrag belief sich 2021 auf knapp 180.000 Euro.

Aufgrund der Vielzahl von kleinen Spenden und zweier Erbschaften im Vorjahr zugunsten des Vereins konnte die Kassiererin Doris Daxer über sehr stabile Finanzen berichten. Die Revisoren Roman Niederberger und Monika Lieske bescheinigten eine tadellose Kassenführung und der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

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Für zehnjährige Mitgliedschaft wurden von Rosmarie Baumgartner (links) geehrt (v.l.): Marianne und Matthias Spiegelsperger, Lore Haider (in Vertretung für ihren Mann Reinhard), Marianne Schöndorfer und Ingrid Schmid.

Schriftführerin Astrid Honsowitz zeigte mit einer Präsentation einen Rückblick über das Jahr und verschaffte einen Überblick über die Strukturen der Kinderkrebshilfe. 2021 wurden 41 betroffene Familien von der Kinderkrebshilfe unterstützt, wobei sich das Spektrum zwischen finanziellen Sofortleistungen, der Übernahme von Kosten für Behandlungen und wichtiger Anschaffungen und Hilfe im Haushalt bis hin zu Beerdigungskosten bewegte. Die gesamten Aktivitäten sind im neu gestalteten Jahresbericht des Vereins nachzulesen, der bei der Kinderkrebshilfe erhältlich ist und in Kürze auch online unter www.kinderkrebshilfe-bglts.de zur Verfügung stehen wird.

Zum Abschluss wurden noch treue Mitglieder geehrt: Marianne und Matthias Spiegelsperger, Lore Haider (in Vertretung für ihren Mann Reinhard), Marianne Schöndorfer und Ingrid Schmid nahmen die Ehrung für die zehnjährige Mitgliedschaft entgegen. Anneliese und Georg Putzhammer, Rita Steinbacher, Heidi Weidenspointner, Ursula Kilzer und Gerlinde Paulin wurden für 20-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Die Vereinsvorsitzende bedankte sich mit einer Urkunde und einem kleinen Geschenk für das langjährige Engagement der Jubilare sowie bei »Hofwirt« Leonhard Heigermoser für dessen stete Unterstützung und Versorgung mit Essen an den Verkaufstagen im »Kaufhaus für'n guadn Zweck«.

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